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Chronicle - Wozu bist du fähig?

(Chronicle, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

61%



Inhalt

Die drei Freunde Andrew, Matt und Steve machen während eines Road Trips, den sie auf ihrer Videokamera festhalten, eine mysteriöse Entdeckung. Kurz danach stellen sie fest, dass sie nun über Superkräfte verfügen. Sie können ihre Umgebung beeinflussen, fliegen und sind unverwundbar. Doch ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als einer von ihnen außer Kontrolle gerät.

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Chronicle - Wozu bist du fähig?

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

59%

Drei Teenager gelangen regelrecht über Nacht zu Superkräften. Mittels Gedankenkraft können sie bald Gegenstände bewegen oder sich selbst durch die Lüfte schweben lassen. Zuerst sieht alles nach einem großen Spaß aus, doch ihre Kräfte wachsen und könnten bald leicht andere Menschen schädigen. Nicht jeder der drei sieht darin ein moralisches Dilemma. Chronicle nimmt sich der klassischen Thematik auf eine andere, sehr im Alltäglichen behaftete Weise an. Der Ansatz, die Mechanismen, die zum Guten oder Bösen führen, sehr trivial zu halten, ist nicht uninteressant. Die inszenatorischen Defizite und ein Zuwenig an Inhalt berauben den Film aber seines Potenzials.

Bild aus Chronicle - Wozu bist du fähig? Klassischerweise haben (Super-)Bösewichte eine entsprechende Mythologie. Meist ist die komplexer und abgründiger als die ihrer heldenhaften Pendants. Helden erhalten ihre Fähigkeiten (es sei denn, sie sind ihnen angeboren, wie bei den X-Men) per Zufall, via Fügung oder als Kompensation für Verlorengegangenes. Ihre Fähigkeiten sind zudem meist eine Zierde und deformieren sie nicht. Sicherlich gibt es Ausnahmen, wie das Ding bei den Fantastic Four. Eines ist für die Guten allerdings kennzeichnend: Sie sind psychisch stabile Individuen und die neue Situation ändert das nicht. Bei den Superschurken sieht die Sache hingegen oft anders aus: Wenn schon nicht ihre Körper durch die Superkräfte bizarr verändert werden, erweisen sie sich meist als psychisch instabil, extrem amoralisch oder von einer verqueren Ethik getrieben.

Gute Comics und deren Filmadaptionen liefern dafür hinreichend Erklärungen. Magneto erlebte als Jugendlicher Grauenvolles in einem NS-Konzentrationslager (X-Men: Erste Entscheidung) und überträgt seine Erfahrungen Jahrzehnte später auf das, wie sich Menschen den Mutanten gegenüber verhalten. Norman Osborn wurde zum Grünen Kobold (Spider-Man), als er sich von der Gier getrieben unkontrollierten Selbstversuchen aussetzte, die ihn psychotisch werden ließen. Harvey Dent wurde durch die Taten des Jokers grauenvoll im Gesicht entstellt (The Dark Knight), was ihn schizophren machte und in Two Face verwandelte.

Chronicle ist ein Superheldenfilm, der diese Dualität der Entstehungsgeschichten von Helden und Schurken auf einen viel einfacheren Nenner zu bringen versucht. Im Mittelpunkt des Geschehens befinden sich drei ältere Teenager, die in einem merkwürdigen Erdloch auf eine merkwürdige kristalline Struktur stoßen. Schon bald darauf merken sie, dass etwas Seltsames mit ihnen vorgeht. Irgendwie haben sie durch den Kontakt übermenschliche Fähigkeiten entwickelt. Sie sind zu Psychokinese fähig und ihre Kräfte wachsen immer weiter. Bald können sie sogar durch die Gegend fliegen. Eine Zeitlang benutzen sie diese Kräfte zu ihrem Vergnügen. Alsbald zeigt sich aber, dass Menschen sehr leicht zu Schaden kommen können, wenn sie allzu leichtfertig oder verantwortungslos damit umgehen. An dieser Stelle beginnen sich auch die Wege innerlich allmählich zu trennen; denn nicht jeder der drei zieht die gleiche moralische Lehre aus diesem Umstand.

Konsequent aus der Subjektiven und mit bewegter Handkamera gefilmt, erinnert Chronicle von Beginn an die Mutter der Mockumentarys, Blair Witch Projekt. Mit dem Unterschied jedoch, dass es sich hierbei nicht um angeblich gefundenes Material handelt. Stattdessen ist es einer der Protagonisten, der zu jedem passenden oder unpassenden Augenblick die Videokamera mitlaufen lässt. Aus dieser Perspektive erlebt der Zuschauer dann auch den ganzen Film, was - wenn man nicht ausgesprochen großer Fan dieses Stilmittels ist - sich auf die Dauer als einfach nur nervig erweisen kann.

Dass der Film zudem mit zwei Prologen aufwartet, macht ihn nicht gerade kurzweiliger. Anfänglich werden alle Charaktere, ihre Umfelder und die Schule, die sie besuchen, eingeführt. Man erfährt, wer beliebt ist und wer nicht. Der Protagonist mit der ewig laufenden Kamera gehört leider zu denen, die an der Schule ausgegrenzt und gemobbt werden. Zuhause ergeht es ihm nicht viel besser: Seine Mutter ist todkrank, sein Vater säuft aus Verzweiflung und lässt seinen Frust betrunken an seinem Sohn aus. Diese Aspekte verleihen dem Film anfänglich den Beigeschmack einer Doku-Soap und gestalten den Einstieg zäh, werden für die späteren Entwicklungen aber noch von Bedeutung sein.

Der zweite Prolog, in dem die Erforschung der Superkräfte eine zentrale Rolle einnimmt, gestaltet sich entsprechend kurzweiliger, bis hin zu einem spektakulären kleinen Football-Match in den Wolken. Wirklich Fahrt nimmt die Geschichte aber erst zum Ende hin auf, als das Verhängnis seinen unaufhaltsamen Verlauf aufnimmt. Der Jugendliche, der die Chance hatte, in einem normalen Elternhaus aufzuwachsen, der in der Schule beliebt war und dementsprechend ein ordentliches Sozialverhalten entwickelte, sieht, dass mit seinen Kräften ein hohes Maß an Verantwortung einhergeht. Der andere, der stets drangsaliert wurde und der final auch noch den letzten Halt im Leben verliert, empfindet die neue Macht als Geschenk, um sich an all denen zu rächen, die ihm Unrecht taten.

Was klischeehaft klingt und vielleicht auch ist, erweist sich letzten Endes als nichts anderes als der typische Werdegang von so manch Jugendlichem, der eines Tages bis an die Zähne bewaffnet in seiner Schule auftauchte und einen Amoklauf startete. Monster werden halt nicht geboren, sie werden gemacht - in der Regel von ihren Umfeldern und von prägenden Erfahrungen. Diese "Mechanismen" zeigt Chronicle gekonnt auf und offenbart damit, wie viel Trivialität hinter dem sogenannten Bösen steckt. Die heute so populären Superheldenfilme thematisieren oft im Grunde nichts anderes, wenn auch stark abstrahiert und auf ein höheres Niveau befördert.

Trotz dieser wertvollen pädagogischen Note ist Chronicle dennoch kein Film geworden, der komplett zufriedenzustellen vermag. Die nervende Kameraführung, der zähe Einstieg und eine zu holprige Inszenierung wollen nicht rundherum gefallen. Die Spezialeffekte, die sich etwa auf dem Niveau von Hancock bewegen und für einen spektakulären Show Down sorgen, befördern den Film zwar über das Mittelmaß, doch mangelt es ihm letzten Endes zu sehr an Substanz und Inhalt, um ein spürbares Aha-Erlebnis zu generieren.

Kurzkritik

von Matthias Pasler

Wertung Kurzkritik

75%

Teenager, die plötzlich Superkräfte bekommen, inszeniert im Homevideo-Stil a la Blair Witch Project oder Cloverfield. Was auf den ersten Blick wie eine unnötige Kombination verschiedener in der Vergangenheit erfolgreicher Versatzstücke wirkt, funktioniert als Endprodukt erstaunlich gut. Dabei ist das Beste an Chronicle die Geschichte, die genauso spannend wie glaubhaft erzählt wird und bis hin zum spektakulären Finale nicht auf der Strecke bleibt. Etwas, was man in größeren Produktionen schon deutlich schlechter gesehen hat. Auch die drei Hauptdarsteller können überzeugen, ebenso die nicht unbedingt teuren Effekte. Was die Inszenierung angeht, muss man zwei Dinge anmerken: erstens wird einem das Gesehene nicht am Anfang als found footage und damit als wahre Begebenheit verkauft. Das Dokumentarische ist lediglich Stilmittel. Allerdings wird das zweitens in seiner Konsequenz am Ende extrem übertrieben. Das fesselnde und actionreiche Finale wird zu einer Tortur, weil der Blickwinkel sekündlich wechselt. Hier hätte man sich definitiv etwas anderes einfallen lassen sollen, doch ein Vergnügen ist Chronicle trotzdem.

Kurzkritik

von Asokan Nirmalarajah

Wertung Kurzkritik

49%

Den ersten Akt einer Superheldengeschichte auf Spielfilmlänge zu strecken, ist keine neue Idee. M. Night Shyamalans subtiles Psychodrama Unbreakable machte es meisterlich vor. Und das Found-Footage-Genre zeigt trotz der ein oder anderen netten Überraschung (Troll Hunter) ob seines ermüdenden Hangs zur Selbstreferentialität bereits Abnutzungserscheinungen. Josh Tranks durchwachsene Mischung aus Fantasy-, Sci-Fi-, Found-Footage-, Jugenddrama und Highschool-Komödie versucht sich nun daran, anhand seiner Genre-Hybridität seinen disparaten Elementen neue Aspekte abzugewinnen. Dank einer soliden Besetzung talentierter Jungmimen (allen voran Michael B. Jordan, der bereits in David Simons Crime-Serie The Wire als gewissenhafter Drogenkurier glänzte), einfallsreicher Effektarbeit und temporeicher Inszenierung gestaltet sich das recht unterhaltsam. Als weiterhin störend erweisen sich die ständig in die Dialoge eingearbeiteten Erklärungen für die Anwesenheit der Kamera. Das Found-Footage-Format wirkt mal inspiriert, mal angestrengt bemüht, was dem Film ebenso abträglich ist wie die klischeehafte Gestaltung der Figuren und ihrer kleinen Dramen.



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