Zehn Jahre sind seit dem ersten Realfilmauftritt des Sams vergangen. Nun gelangt bereits der dritte Teil der Reihe ins Kino. Um dieses zehnjährige Jubiläum dreht sich auch alles im Film. Wenn ein Sams nämlich zehn Jahre bei jemandem lebt, geht mit diesem eine seltsame Metamorphose vor. Episode drei, Sams im Glück, garantiert jede Menge ausgelassenen und trubeligen Spaß, vor allem für die lieben Kleinen. Wer sich jedoch auf die Suche nach so etwas wie einer greifbaren Geschichte begibt, könnte sich schnell auf verlorenem Posten wiederfinden.
Aller guten Dinge sind drei, heißt es zumindest. Mit Sams im Glück bekommt das knuddelige wie nimmersatte Geschöpf mit dem Schweinchenrüssel, das der Kinderbuchreihe von Paul Maar entstammt, nach Das Sams und Sams in Gefahr bereits seinen dritten Auftritt auf der großen Leinwand. Zehn Jahre wohnt das Sams (ChrisTine Urspruch) nun schon bei den Taschenbiers. Dort tut sich einiges: Der Sohnemann hat das Haus verlassen und Papa Taschenbier (Ulrich Noethen) hat Pläne, sich mit einer eigenen Erfindung selbstständig zu machen. Er hat die erste komplett vollautomatische Regenschirm-Konstruktionsmaschine erfunden. Es reicht aus, die einzelnen Komponenten oben hineinzuwerfen, und schon kommt unten der gewünschte Schirm heraus.
Das mit dem richtigen Kündigen muss er aber noch üben. Der Gute ist wie immer viel zu unbeholfen. Zum Glück ist das Sams da, um ihm auf die Sprünge zu helfen. Allerdings ist das nicht das größte Problem. Seltsame Dinge gehen mit Papa Taschenbier vor. Es gibt Situationen, da benimmt er sich, als wäre er ein völlig anderer. Nach einem Ausflug in das Sams-Universum erfährt das Sams, woran das liegt: Wenn ein Sams zehn Jahre bei jemandem lebt, beginnt sich dieser allmählich selbst in ein Sams zu verwandeln. Damit erklärt sich, wie Papa Taschenbier einen ganzen Kühlschrank allein leer futtern konnte oder warum er gleich auf einmal ein paar hundert Pizzen bestellt. So lustig wie das Sams es zunächst findet, endlich jemanden an der Seite zu haben, der genau so wie es selbst tickt, weiß es doch, dass diese Verwandlungen für Papa Taschenbier alles andere als gut sind. Etwas muss unternommen werden, sonst endet alles noch in einem großen Desaster.
Für dieses dritte Abenteuer des verfressenen Kobolds mit den Wünschpunkten im Gesicht kam erneut das altbewährte Team zusammen. Neu auf dem Regiestuhl Platz genommen hat diesmal jedoch Peter Gersina, der zuletzt Tiger Team - Der Berg der 1000 Drachen in Szene setzte. Das Sams wird hingegen wie gewohnt von ChrisTine Urspruch gespielt, die mit ihrer Körpergröße von 1,32 Meter geradezu die Idealbesetzung ist. Die Schauspielerin ist darüber hinaus aus dem Fernsehen als Pathologin des Münsteraner Tatort bekannt und wirkte überdies auch schon bei der internationalen Film-Produktion Henri 4 mit.
Wer sich auf albernen Klamauk samt viel Slapstick eingestellt hat, wird das mit Sams im Glück auch geliefert bekommen. Die schrägsten Augenblicke gehören diesmal aber eindeutig Ulrich Noethen, der aus der Rolle des spröden Kleinbürgers losgelassen wurde und nun als durchgeknalltes Sams entfesselt auf die Pauke hauen darf. Daraus resultieren dann auch einige der besseren Momente des Films, wie eine irre Busfahrt auf zwei Rädern durch die Stadt, mit Taschenbier-Sams am Steuer.
Dass der Film ein relativ junges Publikum ins Auge fasst, bedarf im Grunde keiner gesonderten Erwähnung. Stets ist was geboten, und die Kinder werden mit Sicherheit viel zu lachen haben. Langweilig wird Sams im Glück damit definitiv nicht. Wünschenswert wäre dennoch etwas mehr an Story gewesen, denn die sucht man strenggenommen vergeblich. Dabei kann ruhig davon ausgegangen werden, dass die lieben Kleinen auch mit einer durchaus durchdachteren Geschichte zurecht gekommen wären und der Spaß dennoch nicht auf der Strecke hätte bleiben müssen. Leider ging das aber wieder mal nicht einher. Es sieht wie so oft danach aus, dass Entertainment und Anspruch (in deutschen Landen) nicht zusammenfinden wollen. Unterm Strich bleibt somit harmlose Unterhaltung, die man mit seinen Kindern wahlweise im Kino oder auf dem heimischen Sofa genießen kann.