Von Natur aus müsste man Kino- und Fernsehproduktionen fairerweise unterschiedlich bewerten. Beim Golf nennt man das Handicap. Weniger finanzielle Mittel bedeuten nun einmal weniger Möglichkeiten, was Darsteller, Ausstattung oder Spezialeffekte angeht. Aber zumindest dämliche Geschichten sind keine Frage eines begrenzten Budgets.
Am 30. Oktober 1831 wird in dem Dorf Hollowglen das Baby einer Hexe verbrannt. Diese beschwört daraufhin einen Goblin herauf, der von nun an jedes Jahr zu Halloween die Kinder der Dorfbewohner töten soll. Am 30. Oktober 2010 fährt Neil Perkins mit seiner Familie nach Hollowglen. Mit dabei ist auch sein sechsmonatiger Sohn Nathan. Die Dorfbewohner reagieren sofort ablehnend und warnen vor einem Fluch. Dann kommt der Halloween-Morgen.
Der Film hat eigentlich alles, was eine schlechte TV-Produktion braucht. Einen leidlich bekannten Hauptdarsteller (Gil Bellows, u. a. Ally McBeal, Die Verurteilten), Dialoge, die krampfhaft versuchen, alltäglich daherzukommen, und die Visualität einer Daily Soap. Hinzu kommt die CGI des Goblins (wenn er mal nicht von einem hochgewachsenen Komparsen in schwarzer Kutte gegeben wird), die etwas an die Filmsequenzen in Videospielen um die Jahrtausendwende erinnert. Leider nicht auf charmant-nostalgische Weise. Es wird auch nicht besser dadurch, dass das Design des Höllendämons einem Kind der Liebe zwischen einem Ork und einem Kapuzineräffchen nahekommt.
Aber selbst wenn man wie erwähnt die technisch beschränkten Möglichkeiten außer Acht lässt, klingt während des Filmgenusses immer wieder das Echo eines Wortes nach. Warum? Warum sind sämtliche Charaktere schlechte Kopien von Figuren aus Teenie-Slashern? Warum plant Familienvater Neil sein geniales Geschäftsprojekt (das übrigens mit keiner Zeile näher erläutert wird und schon fast als klassischer MacGuffin bezeichnet werden kann) ausgerechnet im abgelegensten Dorf?
Und warum, verdammt, jagt, schlitzt und metzelt der eigentlich ja auf Kinder abgerichtete Dämon alles, was ihm vor die Kapuze kommt? Und das auch noch in Teenie-Slasher-Manier. Aber gut, das beantwortet immerhin die erste Frage. Vielleicht wäre es trotzdem schlauer gewesen, ein bisschen echte Gruselstimmung durch etwas Subtilität zu erzeugen, anstatt das Familienessen zu ruinieren, indem man die rohen Filetstücke als Gedärme verkauft.
Was bleibt noch zu sagen? Der Dämon - Im Bann des Goblin ist eine weitere Straight-to-DVD-Fernsehproduktion, ohne die das eigene Leben nicht viel anders wäre. Aushalten kann man den Film zwar, und mit den richtigen Freunden und den richtigen Getränken (und wirklich nur dann) entdeckt man vielleicht noch etwas Trash-Charme, aber ansonsten seien dem Fernseh-Horror-Fan lieber die DVD-Staffeln von Buffy - Im Bann der Dämonen ans Herz gelegt.