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Act of Valor

(Act of Valor, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

40%



Inhalt

Ein Elite-Team der Navy SEALs erhält den Auftrag, einen CIA Agenten zu befreien, der gekidnappt wurde. Doch während des Befreiungsversuchs entdecken die Männer, dass sie es mit weit mehr als nur einer Entführung zu tun haben. Mit einer Gefahr, die die gesamte Menschheit bedroht.

Kritik

von Oliver Mai

Wertung Kritik

40%

Man nehme echte, aktive U. S. Navy SEAL-Elitesoldaten und jede Menge Militärspielsachen, setze zwei Ex-Stuntmen als Regisseure ein und lege dem Ganzen reale Einsätze zugrunde ... heraus kommt ein Actionfilm, bei dem die SEAL-Hauptdarsteller zum ersten Mal für einen Spielfilm vor der Kamera standen und sich dafür tapfer schlagen. Den Machern fehlt allerdings jegliches Gespür für Spannung und Storyaufbau. Es bleibt somit bei belanglosen Hochglanzwerbebildern für die Navy.

Bild aus Act of Valor Ein Russe, der zum Islam übergetreten ist, verübt nunmehr unter dem Namen Abu Shabal im asiatischen Raum Attentate. Er will damit die Amerikaner für die Unfreiheit des Volkes bestrafen. Er plant, mit philippinischen Selbstmordattentätern und nicht durch Sicherheitskontrollen aufspürbare Sprengstoffgürtel Amerika im eigenen Land mit einer Serie von Attentaten zu überziehen. In 5 Episoden beschreibt der Film aus der Sicht eines SEAL-Teams, wie der Plan von Shabal aufgedeckt wird und die SEALs schließlich den Auftrag erhalten, die illegale Einreise der Attentäter über die grüne Grenze zu Amerika von Mexiko aus zu verhindern. Der Weg führt die SEALs dabei unter anderem nach Costa Rica, wo sie eine amerikanische Geheimagentin befreien, in die Wüste und auf hohe See. Die Episoden wirken dabei sehr spröde aneinander gereiht. Die Story entwickelt sich ohne Twists und ohne dass der Zuschauer dabei auch nur den Ansatz der denkbaren Spannung des Gesamtszenarios zu spüren bekommt. Gegen die fade Umsetzung der Aufdeckung des Terrorplans lässt jeder Vorabendfernsehkrimi den Zuschauer gebannt am Fernseher kleben. Die Macher haben das Ganze zu sehr unter der Devise "Episode abhaken - ab zur nächsten" runtergespult. Man hat den Eindruck, die Regisseure waren so begeistert von der Situation, mit der Navy und ihrem echten SEAL-Team arbeiten zu können, dass sie dabei die Unterhaltung des Zuschauers etwas aus den Augen verloren haben. Ergänzende Informationen hinsichtlich der SEAL-Aufträge sind mitunter so ungelenkt eingebaut, dass es selbst mit Wohlwollen weh tut. So ist es beispielsweise völlig unglaubwürdig, dass nach einem Briefing, nachdem der Leiter bereits "Alles Wichtige" mitgeteilt hat und noch proforma wissen will, ob es noch Unklarheiten gibt, erst durch ein SEAL gefragt wird, ob es für das Ziel Wachen gibt und mit was für Waffen diese ausgestattet sind.

Der Versuch, die persönliche, menschliche Ebene der SEALs mit in einen Film einzubauen, ist nicht neu, siehe Wir waren Helden oder Navy Seals, und funktioniert vorliegend nicht wirklich. Am Ende des Films gleitet es dann völlig ins Patriotisch-Überzogene ab, wenn die Fähigkeit der Hingabe des Lebens für sein Team und sein Land als Qualität des echten Mannes gepriesen wird. Nachdem der Film bereits am Anfang vorwegnimmt, dass das Team einen Verlust hinnehmen muss, ist durch den filmischen Aufbau die Luft raus, denn dem Drehbuch gelingt es nicht, aus diesem Fakt eine funktionierende Klammer um den Film zu gestalten.

Bleibt die Frage, ob man den Schauspielamateuren anmerkt, dass sie nicht andauernd vor einer Kamera stehen. Zwar wirken die Texte in der deutschen Sprachfassung manchmal wie in der Schule beim Gedichtaufsagen, aber auch dies ist bei durchschnittlichen Actionfilmen nicht wirklich außergewöhnlich. Die Fassung wirkt hier insgesamt etwas lieblos und ist in der Übersetzung nicht militärisch genug. Dies kann man natürlich nicht den SEALs vorwerfen. Im Ergebnis kann man sagen, die Jungs schlagen sich tapfer und dürften der Produktion einiges an Gagen gespart haben.

Nun ist es so, dass sich der Zuschauer einen derartigen Actionfilm nicht wegen der zu erwartenden Hintergrundstory und wegen schauspielerischer Höhenflüge, sondern wegen der Action anschauen wird. Kann also die Action das Ganze rausreißen? Wie im Trailer und in den vorveröffentlichten Clips aus dem Film zu sehen, lässt Act of Valor es ordentlich krachen. Die Actionszenen souverän. Lediglich bei der Explosion einer der Sprengstoffwesten blitzt massiv die unsaubere Computergraphik durch. Die Kamera lässt das Ganze dabei zu sehr nach Hochglanzaufnahmen aussehen, gerne auch mit gefühltem Sonnenuntergang, was nicht stimmig wirkt. Insgesamt bietet der Film optisch das, was man schon aus den Trailern kennt, leider aber auch nicht viele zusätzliche sehenswerte Szenen. Das vorveröffentlichte Material erlaubt es zu sehr, sich wesentliche Teile der Story zusammenzureimen. Dabei sehen die Bewegungen der SEALs nicht anders aus, als man es in vergleichbaren Genrefilmen bereits kennt. Damit ist die Folgerung zu ziehen, dass entweder die Schauspieler als Vorbereitung für derartige Titel hinreichend gedrillt werden, oder durch geschickte Kameraführung und Schnitt dem Zuschauer generell eine vergleichbare Illusion der Professionalität vermittelt wird. Die Action in Act of Valor ist insgesamt solide, aber nicht atemberaubend. Damit bleibt zusammenfassend die Erkenntnis, dass Action allein, ohne packende Rahmenstory, den Zuschauer einfach kalt lässt und in dem Film das Pulver leider umsonst verballert wird.

Lehnt sich der Zuschauer zurück und denkt über den Film nach, so liefert Act of Valor eine Rechtfertigung für Amerika, hart gegen jegliche illegale Einwanderer vorzugehen und Einsätze mit massivem Waffeneinsatz zum Schutz amerikanischer Interessen auch ohne offizielles internationales Mandat außerhalb von Amerikas Grenzen durchzuführen. Das ist für Nichtamerikaner schwer verdauliche Kost, wenngleich der Köder Schule machen dürfte, Shooter-Computerspielern (= Zielgruppe), welche sich im Internet den Trailer ansehen, Goodies für ihre Spiele freizuschalten.

Keine weitere Wertung


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Dt. Start: 12. Apr 2012
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