Isle of Man TT - Hart am Limit Poster

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Isle of Man TT - Hart am Limit

(TT3D: Closer to the Edge, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

73%



Inhalt

Das Rennen um die "Isle of Man Tourist Trophy" ist eines der gefährlichsten Straßenrennen der Welt. Jedes Jahr verwandelt es die beschauliche Isle of Man vor der Küste Britanniens in einen Hexenkessel aus röhrenden Maschinen und enthusiastischen Fans. Über 230 Tote hat das Rennen seit der Gründung 1907 bereits gefordert. In faszinierenden Bildern wird nicht nur das Renngefühl hautnah eingefangen, sondern auch ein spannender Einblick in das Leben der Männer gewährt, die für ihre Leidenschaft oft einen hohen Preis zahlen.

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Isle of Man TT - Hart am Limit

Kritik

von Florian Lieb

Wertung Kritik

73%

Mit über hundert Sachen durch eine geschlossene Ortschaft - was in Deutschland zum Führerscheinentzug führen würde, lockt jeden Sommer Hunderte Zuschauer aus aller Welt auf die Isle of Man. Hier rasen tollkühne Männer auf ihren Motorrädern um die "Isle of Man Tourist Trophy", eines der ältesten und gefährlichsten Rennen der Welt. Richard De Aragues begleitet in seiner Dokumentation das historische Rennen von 2010.

Bild aus Isle of Man TT - Hart am Limit Die Isle of Man ist eine kleine Insel in der irischen See, ein autonomer Kronbesitz zwar, aber nicht Teil des Vereinigten Königreichs. Mit 84.500 Einwohnern ist sie in etwa so stark bevölkert, wie Berlin-Mitte (81.200 Einwohner). Hoch her geht es jedoch ein Mal im Jahr für zwei Wochen, wenn unzählige Motorsportfans zu Besuch kommen, um die "Isle of Man Tourist Trophy", kurz TT genannt, am eigenen Leib mitzuerleben. "Wenn dich das nicht begeistert, dann bist du nicht am Leben", verrät uns später einer der Zuschauer offen heraus.

Dabei ist das TT alles andere als ein Pappenstil. Seit 1907 wird das Rennen auf der Isle of Man ausgetragen, über eine Streckendistanz von gut 60 Kilometern. Dabei gab es nicht weniger als 237 Tote, sechs davon allein im vergangenen Jahr. Im Schnitt macht das vier Tote pro Rennkilometer. Letztmalig kam 2001 niemand zu Schaden, dennoch ist die Gefahr für alle Beteiligten Teil des TT. "Wir sind Menschen und das Leben ist keine Generalprobe", findet ein US-Fan. Und auch die Fahrer wissen, dass jedes ihrer Rennen das Letzte sein könnte.

"Das ist die Realität, man kehrt vielleicht nicht mehr heim", sagt auch Guy Martin zu Beginn wie selbstverständlich. Martin ist Mechaniker und Motorradnarr, Frauen spielen in seinem Leben keine wirkliche Rolle, ein Sieg bei einem der jährlich veranstalteten fünf TT-Rennen dafür umso mehr. Mit einer leicht gezähmten Struwwelpeter-Frisur und Bartkoteletten sitzt Martin der Schalk im Nacken. Seine Augen sprühen vor Lebensfreude und Faszination für den Rennsport, hat er erst einmal begonnen zu reden, sprudeln die Worte nur so aus ihm raus.

Martin ist, wenn man so will, der Hauptprotagonist in Richard De Aragues' Isle of Man - TT - Hart am Limit - und dennoch nur einer von vielen. Drei Mal stand er vor 2010 auf dem Podium, jetzt soll endlich ein Sieg her. "Wir dürfen nicht denken, wir wären an der Reihe", ruft Martins Motortuner Chris Mayhew ins Gedächtnis. "Denn man ist nie an der Reihe." Schließlich wollen auch andere aufs Treppchen, darunter der einheimische Jungspund Conor Cummins oder der erfahrene John McGuiness, der bereits 15 TT-Titel gewonnen hat.

Am meisten Zeit verbringen wir jedoch mit Martin, der mit seiner exzentrischen Art die Offiziellen nervt und die Fans begeistert. Nah dran ist die Kamera im Fahrerlager oder wenn sich der Engländer bei Sonnenuntergang auf die Kurvenfolge vorbereitet. Die erste Hälfte der Dokumentation dient somit der Einführung des Rennens an sich, der Begeisterung, die es auslöst und des Stellenwertes, den es besitzt. Nicht jeder Fahrer wird das TT von 2010 überleben und De Aragues widmet später eine emotionale Passage einer der Fahrerwitwen.

Für Außenstehende ist es verblüffend, mit welchem Selbstverständnis der Tod als Teil des Rennens erachtet wird. Fast schon etwas Heldenhaftes haftet den Todesberichten von großen Fahrern wie Rekordsieger Joey Dunlop (26 TT-Titel) an, die bei einem Rennen ums Leben kamen. Die Botschaft: Lieber früh sterben, bei etwas, das einem Spaß macht, als lang leben und auf diesen Spaß verzichten. Etwas verstört es dann doch, wenn eine Witwe so etwas sagt und in der nächsten Einstellung die Söhne auf Mini-Motorrädern durch den Garten brettern.

Das Rennen selbst erinnert aufgrund seiner Streckenlegung durch Ortschaften an den Großen Preis von Monaco der Formel 1 oder die Tour de France. Menschen stehen am Straßenrand hinter Heuballen und in engen Kurven knattern mit 160 km/h die Fahrer über den Asphalt und vergleichen das Gefühl mit dem Fliegen. Mitten drin, statt nur dabei ist Isle of Man - TT - Hart am Limit, und wie es der Zufall so will, ist De Aragues auch noch mit einem historischen Ereignis des TT gesegnet - selbst wenn sich dies eher im Hintergrund abspielt.

Etwas unausgegoren fällt der Film dann allerdings doch aus. Obschon zu Beginn neben Martin, Cummins und McGuiness auch Ian Hutchinson kurz vorgestellt wird, fallen die letzten Drei anschließend weitestgehend aus dem Raster. So charismatisch Guy Martin auch ist, hätte es nicht geschadet, das Spektrum etwas zu erweitern. Nichtsdestotrotz ist dieser Dokumentarfilm gerade für diejenigen Zuschauer geeignet, die nicht so bewandert sind im Motorradsport. Hinterher wissen auch sie, dass die kleine Isle of Man eine große Tradition hat.

Keine weitere Wertung


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