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Movie 43

(Movie 43, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

69%



Inhalt

Partnersuche einmal anders: Ein heruntergekommener, kettenrauchender Superman schaut zu, wie seine nicht minder unfähigen Superheldenkollegen beim Speeddating miteinander anzubandeln versuchen. Wonder Woman hat eine Nacht mit Batman verbracht, wartet seitdem aber vergeblich auf einen Rückruf. Batman wiederum ist damit beschäftigt, seinen Waffenbruder Robin und Supergirl davon abzuhalten, sich näherzukommen.

Kritik

von Markus Müller

Wertung Kritik

70%

Nach einer langen Entstehungsgeschichte kommt nun Movie 43 in die deutschen Kinos. Die fast schon übertrieben starbesetzte Episodenkomödie geht dabei konsequent unter die Gürtellinie und schreckt auch vor wirklich derben Späßen nicht zurück. Die Qualität der Episoden schwankt dabei streckenweise recht stark. Doch die guten können die schwächeren weitestgehend ausgleichen und so ist dieser abgedrehte Streifen ein ganz klarer Tipp für alle, die im Kino mal wieder das Gehirn abschalten und sich vollkommenen Blödsinn ansehen wollen, der zum Teil wirklich sauwitzig ist.

Bild aus Movie 43 Inspiriert von Kentucky Fried Movie wollten der Produzent Charlie Wessler und Dumm und Dümmer-Regisseur Peter Farrelly eine aus mehreren Kurzfilmen bestehende Spielfilmkomödie realisieren. Stück für Stück verwirklichten die beiden ihr Projekt und sammelten sich alle namhaften Schauspieler und Regisseure zusammen, die sie bekommen konnten. Insgesamt dauerte es vier Jahre, bis Movie 43 schließlich fertig war. Am Ende waren zwölf Regisseure und zahlreiche berühmte Schauspieler beteiligt.

Das Endergebnis ist umstritten. Selbst die Schauspieler sind sich uneinig über die Qualität des Filmes. So soll Richard Gere mit aller Kraft, letztlich jedoch erfolglos, versucht haben, seine Szene aus dem Film entfernen zu lassen. Tatsächlich ist es nicht ganz einfach, ein Urteil über den Streifen zu fällen, denn die Qualität der einzelnen Episoden schwankt erheblich. So ist man einmal dabei, vor Lachen aus dem Kinositz zu rutschen, und greift sich ein paar Minuten später, ob des unheimlichen Blödsinns, der einem dargeboten wird, einfach nur zweifelnd an die Stirn.

Die Idee zum Filmtitel kam Peter Farrelly, als er seinen Sohn und dessen Freunde nach Hause fuhr und sie sich in seinem Auto über einen sensationellen Film aus dem Internet unterhielten. Movie 43 war der Titel dieses Filmes, den keiner der Jungs tatsächlich gesehen hatte und der wohl auch bis dahin nur als Gerücht existierte. Für die Rahmenhandlung wurde die Suche von Teenagern nach diesem Film weitergeführt. So machen sich Halbstarke im Netz auf die Suche nach dem Film und finden so zufällig witzige und absurde Kurzfilme. Diese Idee funktioniert relativ gut, um auch den größten Schwachsinn und vollkommen zusammenhangslose Episoden miteinander zu verbinden. Leider wird dieser rote Faden jedoch zunehmend selbstständig und ziemlich unsinnig.

Dabei startet Movie 43 erstaunlich vielversprechend: Die erste, von Peter Farrelly persönlich inszenierte Episode, in der Kate Winslet einen von Hugh Jackmann gespielten Jungunternehmer zum Abendessen trifft und sich über dessen Hoden am Hals wundert, ist im Grunde saublöd. Da man aber zwei sichtlich gut aufgelegte Weltstars bei diesem Unsinn beobachten kann, ist es ein riesiger Spaß. Mit durchschnittlich agierenden, unbekannten Darstellern wäre das alles höchstens halb so komisch.

Einen seiner absoluten Höhepunkte hat Movie 43 sicherlich in seiner zweiten Episode, in der das Ehepaar Naomi Watts und Liev Schreiber ihrem Sohn auf bemerkenswerte Weise das Leben zur Hölle macht. Dafür sorgen sie, indem sie ihn nicht nur zu Hause unterrichten, sondern ihn auch die Schattenseiten des High-School-Lebens spüren lassen. Diese Episode ist einfach nur genial.

Bereits im dritten Clip geht der Film jedoch auf Talfahrt: Eine junge Frau möchte unbedingt von ihrem Freund angekackt werden. Er hingegen kommt mit dem auf ihm lastenden Druck gleich in doppelter Hinsicht nicht zu recht. Von den gelungenen ersten Episoden gefügig gemacht, macht man diesen Unsinn eine Weile mit, doch nach ein paar recht amüsanten Sprüchen fällt dem Film nichts besseres als unterirdischster Fäkalhumor ein.

Der folgende, von Griffin Dunne (Die Zeit nach Mitternacht) inszenierte Kurzfilm mit Emma Stone und Kieran Culkin als Kassierer in einem "Pennersupermarkt" erschöpft sich trotz einer witzigen Grundidee leider recht schnell und ist nicht mehr als "ganz nett".

Auch die folgende Episode, in der Batman und Robin beim Speed-Dating zu sehen sind und dabei einige andere Comic-Helden auftauchen, enttäuscht. Es gibt ein paar schöne Ideen, doch über die üblichen zotigen Sprüche kommen die kostümierten Helden nicht hinaus. Die Miniauftritte von Uma Thurman und Kathrin Bowden dauern leider auch nur Sekunden und so wird hier sehr viel Potenzial verschenkt.

Bergauf geht es dann jedoch schlagartig mit einer zweiten Episode von Farrelly mit Halle Berry und Stephen Merchant in den Hauptrollen. Das "Wahrheit oder Pflicht"-Spiel beim ersten Date in einer Bar ist wirklich witzig und Halle Berry hat sichtlich Spaß in ihrer Rolle. Dass sich die Episode systematisch ins Alberne steigert, verzeiht man dabei trotzdem gern.

Es folgt nicht mehr und nicht weniger als einer der Höhepunkte der modernen Filmgeschichte: Der sichtlich in die Jahre gekommene Johnny Knoxville und American Pie-Star Seann William Scott halten einen von Gerard Butler gespielten Zwerg im Keller gefangen um Zwergengold zu erpressen. Das Ganze steigert sich in ein urkomisches Gemetzel und ist wirklich einzigartig. Schon allein Gerard Butler als Zwerg zu sehen ist sensationell.

Die Episoden, in denen Richard Gere als Firmenchef Probleme mit einem MP3-Player in Form einer nackten Frau hat, ein Mädchen ihre erste Periode bei ihrem Freund hat und so in eine unheimlich peinliche Situation kommt und ein schwarzes Basketballteam von seinem Trainer motiviert wird, sind mittelmäßig bis ganz nett, können jedoch nicht mit den wirklich starken Momenten des Filmes mithalten. Aufgelockert wird diese Flaute jedoch durch zwei Spots zum Schutz von Kindern in Automaten und für extrem sichere Tampons. Diese beiden kurzen Clips gehören zu den absoluten Highlights des Filmes.

Nach dem Abspann lohnt es sich auf jeden Fall, sitzen zu bleiben: Es folgt noch eine Episode, in der eine animierte Katze versucht, eine Beziehung zu zerstören. Das Vieh könnte einer Ren and Stimpy-Folge entsprungen sein und ist herrlich abgedreht. So wird man doch bestens unterhalten und mit einem leicht wirren Grinsen aus dem Kino entlassen. Letztlich erreicht Movie 43 sein Ziel also trotz einiger Entgleisungen.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

67%

Kurzfilmsammlungen zu bewerten, ist schwierig, da es kaum möglich ist, die Qualität über die komplette Spielzeit aufrecht zu erhalten. Auch hier haben sich einige Rohrkrepierer wie beispielsweise James Gunns Beitrag eingeschlichen, doch über weite Strecken bekommt der Zuschauer hier eine bitterböse Satire präsentiert, eingebettet in einem großen Fass an Fäkalwitzchen. Die Macher haben es zudem geschafft, einen nahezu wahnwitzigen Cast vor die Kamera zu holen, was gerade angesichts der schwachsinnigen und extrem versauten Präsentation der Gags schon überrascht ... oder wer hätte eine Kate Winslet in einem solchen Film vermutet? Wenngleich die Satire in einigen Geschichten viel tiefer geht als es auf den ersten Blick wirkt. Als Highlight des Filmes kann man das Regiedebüt von Elizabeth Banks ausmachen, aber auch abseits davon bekommt der Zuschauer, sofern er sich auf diese Art von Humor einlassen kann, extrem viel zu Lachen geboten. Objektiv sicherlich ein extrem schwachsinniges Teil ... aber eines der lustigen Sorte.



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