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Gantz - Spiel um dein Leben

(Gantz, 2010)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 22. September 2011
Premiere: 29. November 2010 (Japan)
FSK: ab 16 Genre: Action, Horror, Sci-Fi
Länge: 124 min Land: Japan
Darsteller: Ninomiya Kazunari (Kei Kurono), Ken'ichi Matsuyama (Kato Masaru ), Yuriko Yoshitaka (Tae Kojima), Kanata Hongo (Joichiro Nishi), Natsuna (Megumi Kishimoto), Tomorowo Taguchi (Yoshikazu Suzuki), Takayuki Yamada (Masamitsu Shigeta), Kensuke Chisaka (Ayumu Kato), Shun'ya Shiraishi (Hiroto Sakurai)
Regie: Shinsuke Sato
Drehbuch: Hiroya Oku, Yusuke Watanabe


Inhalt

Als Kurono und Kato einen Mann vor dem Sturz vor eine einfahrende U-Bahn retten wollen, werden die beiden selbst von dem Zug erfasst. Sie erwachen in einem Raum, in dem sich eine mysteriöse schwarze Kugel befindet, die sie auf die Jagd nach Aliens schickt. Nur so können sie auf die Erde und ins Leben zurückkehren.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Gantz - Spiel um dein Leben hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Florian Lieb
Gantz - Spiel um dein Leben hat eine Wertung von 70%
Von Spider-Man lernten wir, dass mit großer Macht auch große Verantwortung kommt. In der Manga-Welt von Gantz führt Macht dagegen eher zu großer Arroganz. Wenn aus normalen Studenten plötzlich Alien-Killer werden, die selbst dem Tod ein Schnippchen schlagen, dann wird man Zeuge imposanter Comic-Fantasien. Folglich braucht sich Sato Shinsukes Film vor westlichen Genrevertretern nicht zu verstecken.

Bild aus Gantz - Spiel um dein Leben In Japan versteht man es, alles aus einem Produkt rauszuholen. So führen Mangas nur konsequent zu Animes und diese wiederum zu Live-Action-Filmen - wie am Beispiel von Gantz - Spiel um dein Leben zu sehen. Basierend auf den Gantz-Mangas von Oku Hiroya, die seit 2000 publiziert werden, erzählt der Film die Origin-Story des Studenten Kurono Kei, der wie sein alter Grundschulkamerad Masaru Kato nach einem tödlichen Unfall im Dienste von GANTZ landet - einer mysteriösen schwarzen Kugel.

Die wiederum schickt sie nebst sechs anderen Verblichenen in hochgerüsteter Kampfmontur in ein fortwährendes Gefecht gegen ulkige, aber nicht minder gefährliche Aliens. Wer innerhalb eines Zeitfensters die Aliens zur Strecke bringt, erhält Punkte gutgeschrieben. Und wer 100 Punkte hat, kann sich damit sein altes Leben zurückkaufen. Quasi ein reales Videospiel, wenn man so will. Nur dass es von den Spielern nicht freiwillig gespielt wird und tödliche Folgen für sie haben kann. Mit großer Macht kommen also auch große Gefahren.

Zumindest für den zuvor eher unbeachteten Kurono überwiegen jedoch der Machtrausch und die damit einhergehende neue Rolle als vermeintlicher Held. "Jeder sollte es voll ausschöpfen, das Potenzial, das er hat", urteilt der Student später, als er sich wie sein US-Kollege Peter Parker in seinem Kostüm - hier ein übernatürlicher Anzug - vor dem Spiegel bewundert. Während Masaru mit dem gewalttätigen "Spiel" wenig anfangen kann und sich lieber um den kleinen Bruder kümmern würde, nimmt Kurono GANTZ' Mission freudig an.

Gantz ist somit über weite Strecken auch eine psychologische Charakterstudie. Zu Beginn lernen die beiden Neulinge den überheblichen und amoralischen Schüler Nishi kennen, der bereits seit geraumer Zeit für GANTZ "spielt". Es dauert nur wenige Missionen und Kurono zeigt ähnliche Wesenszüge wie der Kollege. Nicht minder unsichtbar als Kurono scheint der Witwer und Supermarkt-Angestellte Suzuki gewesen zu sein, doch die neuen Kräfte führen bei ihm, im Gegensatz zu den jungen Studenten, nicht zu mehr Selbstsicherheit.

Jeder der Beteiligten geht folglich anders mit der neuen Situation um. Etwas enttäuschend gerät hierbei lediglich das Frauenbild, dass Okus Geschichte zeichnet. Weiblichen Figuren wie Kuronos Kommilitonin Kojima oder GANTZ-Mitglied Kishomoto bleibt wenig zu tun als die anwesenden Jungs verliebt anzustarren. Da Gantz - Spiel um dein Leben jedoch keine Gender-Studie sondern eine Manga-Geschichte ist, fällt dies nicht allzu sehr ins Gewicht. Die positiven Merkmale des Films überwiegen, allen voran seine Action-Einlagen.

Denn so ulkig-harmlos die Aliens auch wirken - darunter ein Roboter, der in seine Boombox vernarrt ist -, so radikal entledigen sie sich derjenigen, die ihnen in die Quere kommen. Wenig kompromisslos werden da dann alte Omis und Kleinkinder kaltgemacht oder die Köpfe von Kinder-Aliens zerschossen. Zwar sind die Effekte hierbei nicht state of the art, im Fall von Gantz muss dies allerdings auch nicht sein. Zu futuristisch erscheint die Welt des Mangas, als dass der Film sie hätte perfekt adaptieren können, ohne zu kostspielig zu geraten.

Überraschenderweise wirkt das Ergebnis aber auch nicht lächerlich, wenn GANTZ mit der Mentalität und Schreibweise eines Kindes seine Befehle losschickt oder Kurono und Co. dann Zwiebelkopf-Aliens und Buddha-Statuen jagen. Gantz - Spiel um dein Leben ist vielmehr ein charmant-sympathischer Ausflug in eine Manga-Pulp-Welt, deren zwei Stunden wie im Flug vorbeigehen und die, auch aufgrund ihres Endes, Lust auf mehr macht. Kein Wunder, in Japan verstehen sie es eben, wie man alles aus einem Produkt herausholen kann.



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