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Prometheus - Dunkle Zeichen

(Prometheus, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

70%



Inhalt

Im Jahr 2089 wird in Piktogrammen alter Kulturen eine Sternenkarte entdeckt. Um mit ihrer Hilfe die Ursprünge der Menschheit zu ergründen, begibt sich ein Forscherteam, zu dem die Archäologin Elizabeth Shaw und der Android David zählen, an Bord des Raumschiffs "Prometheus" auf Expedition zu den entlegensten Orten des Weltalls. Als die Crew auf dem Planeten einer fortschrittlichen Alienrasse strandet, kommt sie einer ungeheuren Bedrohung auf die Spur. Ein Kampf ums nackte Überleben beginnt.

Kritik

von Markus Ostertag

Wertung Kritik

80%

Nach vielen Jahren widmet sich Ridley Scott wieder dem Genre des Science-Fiction. Nach der Alien-Saga und Blade Runner ist es schön zu sehen, dass er es noch immer sehr gut versteht, wie sich gerade Sci-Fi mit anderen Genres kombinieren lässt. Prometheus ist ein optisches Highlight, welches viele Visionen (realistisch und unrealistisch) aufzeigt. Das kann einem als Zuschauer durchaus negativ auffallen, wenn man sich aber auf das Spiel mit dem Glauben an die Geschichte einlässt, dann lässt Scott viel Raum für eigene Überlegungen.

Bild aus Prometheus - Dunkle Zeichen Zuerst war es als Prequel zur Alien-Saga geplant und dann wurde daraus viel mehr, und Ridley Scott bezeichnete Prometheus von da an als eigenständige Geschichte im gleichen Universum. Leider agiert das Marketing rund um den Film so stark weg von Alien, dass fast nur Insidern bekannt ist, dass die "Prometheus" das Schiff aus dem wohl bekanntesten Sci-Fi-Horrorfilm ist, und wir hier eine Vorgeschichte erleben. Während des Filmes entdeckt man aber - wie bei Prequels üblich - immer wieder Details, die man schon kennt, und genau diese Momente sind es, die Prometheus durchaus stärker werden lassen. Der aktuelle Streifen ist zwar deutlich weniger auf Suspense ausgelegt, hat aber dennoch seine Szenen, in denen man sich stark an die klaustrophobische Situation des Klassikers zurück erinnert.

Die Stimmung an sich hat Ridley Scott wieder perfekt auf die Leinwand gebannt und von Anfang an sind die Charaktere zwielichtig und spannend. Das Katz-und-Maus-Spiel, welches sich ab der ersten Minute abzeichnet, agiert dabei auf verschiedenen Ebenen und lässt den Zuschauer vor allem in der ersten Hälfte keine Sekunde Zeit zum Atmen. In der zweiten Hälfte nimmt dann die Action mehr Einzug und wir bekommen neben Horror und Sci-Fi das dritte Genre in dem bunten Mix, den Scott so perfektioniert hat, zu sehen. Hier fällt zwar die Qualität manchmal etwas ab, aber insgesamt tut das dem Spaß und der Spannung keinen Abbruch.

Die Geschichte, die Scott für so groß erachtet, dass er sie von der erfolgreichen Saga lossagt, hat an vielen Stellen etwas sehr viel Vision. Dennoch kann man sich darauf einlassen und auch nach dem Abspann noch vortrefflich darüber diskutieren, wie wahr das sein könnte, was wir hier zu sehen bekommen.

Gerade gegen Ende werden Fans der Alien-Reihe dann voll auf ihre Kosten kommen, denn auch wenn viele in Prometheus gestellte Fragen unbeantwortet bleiben, zumindest einige Fragen aus der Saga werden nach langem Warten endlich aufgelöst. Hier zeigt sich dann auch deutlich, dass der Film eben doch als Prequel hätte verkauft werden sollen, denn natürlich lehnt er sich an vielen Stellen an die Ideen und Umsetzungen an, sonst könnten die Filme keinen Bezug zueinander herstellen. Sich hier komplett loszusagen, wirkt ein wenig gekünstelt, denn Prometheus ist das Prequel zu Alien! Und wenn man mich nach meiner Meinung fragt: Das ist auch gut so!

Prometheus überzeugt optisch, und auch wenn das 3D nicht unbedingt sein müsste, so hat es an der einen oder anderen Stelle durchaus seinen Reiz. Die Geschichte ist sehr visionär - um es positiv zu formulieren - und daran darf man sich nicht weiter stören. Ansonsten kann man dem zwei Stunden langen Film aber nichts weiter vorwerfen: Er unterhält über die volle Laufzeit und zeigt, dass Scott den Sci-Fi-Horror-Action-Mix noch immer perfekt beherrscht!

Kurzkritik

von Lutz Granert

Wertung Kurzkritik

75%

Überzeugende 3D-Effekte ähnlich der Perfektion von Avatar - Aufbruch nach Pandora, ein beeindruckend düsteres und detailreiches, fast schon monumentales Set-Design abseits visueller Effekte und ein beeindruckender Spannungsaufbau: Altmeister Ridley Scott zeigt in seinem Quasi-Alien-Prequel noch einmal, was er kann. Eine weitere positive Überraschung: Die Schwedin Noomi Rapace, die selbst bei der schnellsten und panischsten Abtreibung der Filmgeschichte noch eine gute Figur macht. Für das ab und an etwas holprige Drehbuch mit allzu plumpen Verwicklungen und einem plumpen Cliffhanger von Lost-Autor Damon Lindelof können beide nichts. Sehr gutes Sci-Fi-Horror-Entertainment, das mit Anspielungen auf die Ur-Trilogie der Alien-Reihe nicht geizt.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

75%

Der zunächst als reines Alien-Prequel angekündigte, doch dann immer mehr als eigenständiger Film ausgebaute Prometheus ist ein wahres Fest für die Sinne. Besonders in Sachen Ausstattung und Atmosphäre reicht Ridley Scotts Neuinterpretation fast an seinen alten Klassiker heran. Optisch erweist sich sein neuestes Werk als echter Leckerbissen, selbst das 3D sieht unglaublich gut aus und gibt dem Film einen Mehrwert. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass es sich bei der Geschichte um eine relativ geradlinige Horrorgeschichte handelt, die bei Vorkenntis der Reihe nahezu keine großen Überraschungen mit sich bringt und somit die Spannung etwas auf der Strecke bleibt. Bei den Darstellern sticht erwartungsgemäß Michael Fassbender hervor, aber auch Lisbeth Salander, alias Noomi Rapace, darf sich von ihrer besten Seite zeigen, während dem restlichen Cast nahezu keinerlei Gelegenheit zum Glänzen gegeben wird. Trotz einiger kleiner Makel ist alleine schon die Optik das Eintrittsgeld wert.

Kurzkritik

von Markus Müller

Wertung Kurzkritik

80%

Um Prometheus auskosten zu können, sollte man etwas Vorwissen mitbringen: Der erste Alien-Film sollte einem gut bekannt sein und man muss wissen, dass es eine Fortsetzung geben wird.
Unwissende werden sonst an den zahlreichen Verweisen auf Alien und den vielen offenen Fragen verzweifeln. Wissende wundern sich jedoch auch über einige Lücken und vor allem einen merkwürdigen Anschlussfehler an Alien, der Scott hätte auffallen müssen. Vielleicht wäre es besser gewesen, hätte er entweder, wie ursprünglich geplant, ein reines Alien-Prequel oder einen komplett eigenständigen Film ohne Verweise auf Alien gedreht.
Trotz einiger Schwächen und einer überflüssigen und deplatzierten Storyentwicklung um den alten Weyland, weiß Prometheus aber dennoch zu gefallen. Die visuelle Gestaltung, die geschickt den 3D-Effekt zu nutzen weiß, spricht für sich. Auch das Darstellerensemble überzeugt, wobei besonders Noomi Repace gefällt. Einzig die Frage, warum Guy Pearce zum 100-Jährigen gemacht wurde, bleibt offen.
Insgesamt wurde ein spannendes Thema zwar nicht sonderlich tiefgängig, aber technisch überzeugend, atmosphärisch dicht und durchgehend spannend umgesetzt.

Kurzkritik

von Michael Schmidt

Wertung Kurzkritik

71%

Ridley Scotts Filme sind immer ein Ereignis. Und der Regisseur zählt auch zweifelsohne zu den vor allem optisch versiertesten Filmemachern unserer Zeit. Nun sollte mit Prometheus ein Blockbuster mit Tiefgang folgen und abseits der omnipräsenten Alien-Thematik bietet der Film genauso faszinierende Stärken wie abgrundtiefe Schwächen. Zu den Stärken zählt zweifelsohne Michael Fassbender, der eine ausgeklügelte Performance als menschlicher Android bietet. Zudem hüllt der Film sein groß angeschnittenes Thema des Ursprungs der Menschheit auch in großartige Bildcollagen, die eine Atmosphäre schaffen, die so nur Sci-Fi-Meister Scott erzeugen kann. Jedoch trübt ein mäßiges Drehbuch das Sehvergnügen. Selten wurde versucht, so tiefe Fragen in einem so flachen Skript zu behandeln. Einzelne Szenen wirken wie aus einem beliebigen Horrorfilm mit angeblich klugen Crew-Mitgliedern, die sich aber nicht klug verhalten. So kann auch die Hauptdarstellerin Noomi Rapace kaum überzeugen.
Es bleibt ein Blockbuster, der vieles versucht, aber nicht mit allem überzeugt. Brillanz und Mäßigkeit gehen hier einen engen Weg.

Kurzkritik

von Reinhard Staupe

Wertung Kurzkritik

40%

Warum war Alien damals so gut und dermaßen ein Knaller, dass ich noch heute zittere, wenn ich an die unfassbar spannenden letzten 15 Minuten denke? Ganz einfach: Weil alles, was auf der Nostromo geschah, authentisch war. Echte Menschen, echte Dialoge, echte Angst. Eben echtes Mitzittern. Es ist mir schleierhaft, warum die Drehbuchautoren und Filmemacher dieser Welt immer wieder das Allerwichtigste aus dem Blick verlieren.
Bei Prometheus ist nichts authentisch und nichts glaubwürdig. Die Charaktere sind flach, die Dialoge zum Teil lachhaft, die Handlungen geradezu schwachsinnig. Würde tatsächlich irgendwer ein Raumschiff im Wert von (schätzen wir einfach mal aus dem Hyperhandgelenk) 50 Milliarden Euro mit Vollidioten ausstatten und in unendliche Weite schicken, um das Geheimnis der Menschheit zu lösen? Das sollen Top-Wissenschaftler sein? Die sollen eine Antwort darauf geben, woher wir und das Böse kommen? Uah.
Klar, visuell hat der Film einiges zu bieten, ist halt Ridley Scott. Aber 130 Millionen Dollar Produktionskosten? Dafür hätte man doch glatt 10 tolle Filme drehen können. Ein paar gute Schauspieler hatte man ja am Set.



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