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Rabbits

(Night of the Lepus, 1972)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 04. Oktober 1972 (USA)
FSK: nicht bekannt Genre: Horror, Sci-Fi, Thriller
Länge: 88 min Land: USA
Darsteller: Stuart Whitman (Roy Bennett), Janet Leigh (Gerry Bennett), Rory Calhoun (Cole Hillman), DeForest Kelley (Elgin Clark), Paul Fix (Sheriff Cody), Melanie Fullerton (Amanda Bennett), Chris Morrell (Jackie Hillman), Chuck Hayward (Jud), Henry Wills (Frank)
Regie: William F. Claxton
Drehbuch: Don Holliday, Gene R. Kearney


Inhalt

Um einer Hasen-Plage auf seiner Ranch in Arizona auf möglichst ökologische Weise Herr zu werden, engagiert Cole Hillman den Zoologen Roy Bennett. Der verabreicht den kleinen Nagern Hormone, die die weitere Fortpflanzung der Tiere verhindern sollen. Doch mit den Nebenwirkungen hat keiner gerechnet.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Rabbits hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 15%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Florian Tritsch
Rabbits hat eine Wertung von 15%
Der von Regisseur William F. Claxton tatsächlich als ernst gemeinter Horrorfilm präsentierter Angriff von menschenfressenden Riesen-Mümmelmännern kann nur Menschen das Gruseln lehren, die an einer Kaninchenphobie leiden. Schlechte Darstellerleistungen und ein furchtbares möchtegern-Psychogedudel tun ihr Übriges, um Rabbits zu einem ernsthaften Bewerber um den Titel des dämlichsten Films aller Zeiten zu machen.

Bild aus Rabbits Spätestens nachdem Regielegende Steven Spielberg mit Der weiße Hai dem Tierhorror zu neuen Ufern verhalf, waren es eindeutig die Wasserbewohner, die sich, in der Regel vom Menschen provoziert, dazu aufmachten, der Menschheit das Fürchten zu lehren. Die Versuche, ähnlichen Horror auch außerhalb des Wassers zu erzeugen, misslangen meist völlig. Mit Ausnahme von Alfred Hitchcocks Die Vögel endeten sie in mehr oder weniger freiwilliger Komik. Dies liegt zu einem entscheidenden Teil an den von den Filmemachern als Menschenjäger ausgemachten Tieren, deren Standards in puncto Absurdität bis jetzt von keinem anderen Genre erreicht wurde. Und in dieser Hinsicht schießt William F. Claxton mit Rabbits den Vogel ab.

Da man in Arizona alle Kojoten ausgerottet hat, wird die übermäßige Vermehrung der Wildkaninchen immer mehr zu Plage. Den Schlüssel, um die Anzahl der niedlichen Hoppler drastisch zu reduzieren, sehen das Forscherehepaar Roy (der 1962 für einen Oscar nominierte Stuart Whitman) und Gerry Bennett (Psycho-Starlett Janet Leigh) in der Genmanipulation. Doch natürlich geht dabei etwas schief - und so stehen die Bewohner des Dorfes um die Großgrundbesitzer Hillman (Rory Calhoun) und Clark (Star Trek-Arzt DeForest Kelley) nun einer mörderischen Herde von Riesenkaninchen gegenüber - die der Blutdurst gepackt hat.

Andere Tierhorrorfilme mit ähnlich albern wirkenden Filmmonstern, wie beispielsweise eine Riesenwildsau in Shin Jeong-wons Keiler - Der Menschenfresser oder Killerschafe in Jonathan Kings Black Sheep, umgingen diese Albernheit damit, dass sich der Film selbst nicht sonderlich ernst nahm. Doch William F. Claxton, der sich als Regisseur von Fernseh-Westernserien einen Namen gemacht hatte, meint es mit Rabbits im Gegensatz dazu leider völlig ernst, und inszenierte sein hier vorliegendes Werk, ohne sich auch nur den leisesten Anflug von Ironie zu geben.

Falls dieser ernste Ansatz des Stoffes in der Romanvorlage von Russell Braddon vielleicht noch funktioniert hat, stellt er sich spätestens in der Verfilmung als großes Problem heraus. Kaninchen wirken einfach nicht gefährlich - auch nicht wenn man ihnen rote Farbkleckse an das Mümmelmann-Näschen malt und sie in eine Miniaturlandschaft setzt. Viel mehr bekommt man ständig das Bedürfnis, diese "gefährlichen" Filmmonster kräftig zu knuddeln.

Wäre die Handlung wenigstens irgendwie spannend, könnte man sich ja noch mit diesem Paradoxon abfinden, aber leider hoppelt Rabbits spannungslos vor sich hin. In keiner einzigen Szene gelingt es Claxton, so etwas wie eine Atmosphäre aufzubauen, was die anderen Probleme des Films leider noch offensichtlicher macht, als sie es ohnehin schon sind.

So fällt es extrem auf, dass es den Machern offenbar nicht gelang, Kaninchen aufzutreiben, die wenigstens entfernt wie Wildkaninchen aussehen, weshalb sich die anfangs im Film vorkommenden braunen Wildkaninchen für die Nahaufnahmen und Szenen in der Miniaturwelt plötzlich in zahme schwarz-weiße Zwergkaninchen verwandeln. Dazu kommt noch, dass die als Kaninchen verkleideten Darsteller und die auch ab und an zu sehenden Hunde, die man ebenfalls in Kaninchenkostüme gesteckt hat (!), in ihrer Albernheit ihresgleichen suchen. Natürlich kann man von einem Film aus dem Jahre 1972 nicht erwarten, dass er mit ähnlichem Budget und Effekten aufwartet, wie es die heutigen Filme tun. Allerdings nimmt diese derart schlechte Ausführung dem Film dann leider dem letzten Ernst.

Ein weiteres Problem von Rabbits ist die konsequent schlechte Inszenierung. Neben teilweise wirklich unterirdisch schlechten Schnitten ist vor allem der furchtbar unpassende Score hier ein horrender Störfaktor. Dieses Gedudel, das offenbar eine gruslige Atmosphäre schaffen soll, raubt einem mit seinem Klang, der irgendwie klingt, als hätte man hier das Fauchen einer Raubkatze mit dem Geräusch einer Kettensäge gekreuzt, den letzten Nerv.

Die Darsteller bekleckern sich hier ebenfalls nicht gerade mit Ruhm. Zwar liefert der Cast keine gänzlich schlechte Leistung ab, allerdings gelingt es auch keinem der Darsteller, mit einer guten Performance die horrenden Schwächen der Geschichte zu überspielen. Eher hat man das Gefühl, dass das durchaus prominent besetzte Ensemble in Angesicht des Drehbuchs einfach resigniert hat.

Letztlich muss deutlich bezweifelt werden, dass es eine sinnige Idee von William F. Claxton war, den Roman The Year Of The Angry Rabbit als ernstgemeinten Horrorfilm auf die Leinwand zu bringen, denn Kaninchen sind als Monster in einem Horrorfilm in etwa so gut geeignet wie Hundebabys oder Bambi persönlich, es sei denn man leidet unter einer Kaninchenphobie. Dazu kommen noch schlechte Darsteller und einige gravierende handwerkliche Mängel in der Inszenierung. Einzig der extreme Trashfaktor lässt den Film (gerade) noch über die Marke von zehn Prozent klettern.



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