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LOL

(LOL, 2012)

Dt.Start: 31. Mai 2012 Premiere: 10. Februar 2012 (Indien)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Drama, Romanze
Länge: 97 min Land: USA
Darsteller: Miley Cyrus (Lola), Ashley Greene (Ashley), Douglas Booth (Kyle), Demi Moore (Anne), Adam G. Sevani (Max), Thomas Jane, Gina Gershon, Austin Nichols (Mr. Ross), Michelle Burke (Lauren), Jean-Luc Bilodeau (Jeremy)
Regie: Lisa Azuelos
Drehbuch: Lisa Azuelos, Kamir Ainouz


Inhalt

Lola ist eine 16-jährige High-School-Schülerin, die aus der Bahn geworfen wird, als sie von ihrem Freund sitzen gelassen wird. Die frühreife Rebellin beginnt sich daraufhin für ihren besten Freund Jeremy als möglichen Ersatz zu interessieren und macht auch vor immer waghalsigeren Drogenexperimenten keinen Halt. Während Lola die unkontrollierte Teenager-Tochter spielt, muss ihre ahnungslose Mutter mit den Folgen ihrer Scheidung fertigwerden.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

LOL hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 30%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
LOL hat eine Wertung von 30%
Die einzigen Schlagzeilen, die Demi Moore in letzter Zeit machte, waren jene der Trennung von Ashton Kutscher. Als sie sich anschließend in der Öffentlichkeit präsentiert, wirkte die ehemalige Diva verhärmt und körperlich alles andere als auf der Höhe. In LOL spielt sie eine Mutter mittleren Alters, die sich gerade vor einem Jahr hat scheiden lassen und nun alleine auf ihre drei Kinder Acht geben muss. Besonders mit der pubertierenden Lola, die gerade damit beginnt, ihr Liebesleben intensiver zu erforschen, hat sie ihre liebe Mühe. Lustlos und uninspiriert inszeniertes Remake der französischen Vorlage.

Bild aus LOL Der amerikanische Remake-Wahn macht vor kaum etwas halt. Die Ergebnisse, sieht man von wenigen gelungenen Ausnahmen ab, wie Let Me In oder Verblendung, wollen meist nicht recht überzeugen. Das amerikanische Publikum bleibt dennoch hartnäckig dabei: lieber einen mittelprächtigen Film mit den eigenen Stars sehen, als einen guten europäischen mit - für den durchschnittlichen US-Amerikaner - irgendwelchen "Nobodys". Diesem Schema folgt auch die Teenie-Dramödie LOL, die inhaltlich exakt die Handlung des französische Originals, Lol - Laughing out loud, reproduziert, das bei uns im Jahr 2009 in den Kinos zu sehen war.

Gleich geblieben ist nicht nur die Story, selbst die Regisseurin wurde mit Lisa Azuelos übernommen, was möglicherweise einiges erklärt. Wer inszeniert schließlich mit Lust und Laune zwei Mal hintereinander den gleichen Film? LOL handelt von dem Teenagermädchen Lola (Miley Cyrus), das von aller Welt nur Lol gerufen wird und das sich mit den üblichen altersbedingten Problemen einer Pubertierenden herumplagen muss: Schule, Jungs und Eltern. Letzteres ist auf, wie in der Vorlage, die alleinerziehende Mutter reduziert. In dieser Rolle Demi Moore. Wer überrascht sein sollte, wie gut Moore aussieht, dem sei verraten, dass LOL bereits vor der Trennung von Ex-Göttergatten Ashton Kutcher abgedreht war.

Es war bereits das Kennzeichen des Originals (insbesondere für einen französischen Film), dass es reichlich mainstreamig angelegt war - geradezu schon "amerikanisch" anmutend. Die Probleme der Teenager waren schon damals Luxusprobleme von Kindern einer privilegierten Oberschicht. So wirkten auch alle Jungdarsteller in der französischen Vorlage, als wären es Abziehbilder aus einem Hochglanz-Modejournal. An diesem Umstand hat sich erfreulicherweise (wenn es auch wahrscheinlich das einzig Positive ist, das sich über dieses Remake berichten lässt) zumindest so viel geändert, dass man nicht gleich mit der Nase darüber stolpert.

Anderseits besaß die Vorlage aber jenen Charme und den Esprit, den ein solcher Film braucht, damit der Funke überspringt. Und die Darsteller schienen wirklich in Spiellaune gewesen zu sein. Sophie Marceau gab überzeugend die besorgte Mutter, die nach einer Scheidung ihr eigenes (Liebes-)Leben in den Griff bekommen musste, und Christa Theret erinnerte sehr an die junge Marceau, wie man sie aus den "Fetenfilmen" der La Boum-Reihe kennen und schätzen gelernt hatte. So ging gewissermaßen auch eine kleine Staffelübergabe vonstatten. In LOL gibt es weder solch ein kleines filmchronistisches Detail, das dem Film einen Subtext verleihen könnte, noch blieb vom Flair des Originals viel erhalten.

Lustlos und leidlich zäh leiert sich die gedankenlos geschauspielerte Show Meter um Meter runter. Demi Moore wirkt hölzern, fast schon leicht unsympathisch (keine Vergleich zu Sophie Marceau). Die Jungdarsteller bleiben nahezu allesamt unterkühlt und steril; Miley Cyrus bildet, was das angeht, keine Ausnahme. Das Timing der spärlichen Gags will zudem nicht überzeugen - und nicht nur deshalb, da sie schon bekannt sind und somit wenig Chancen haben, sich Lacher zu verdienen. Ein derart uninspiriertes Remake, das sich nicht um eine Nuance eigener Einfälle bemüht, verdient sich im Grunde keine Existenzberechtigung.

Zum mittleren Gau steigert sich der Film allerdings, als die Klassenfahrt aus der Vorlage nachgespielt wird. Fuhren die französischen Teenager nach England, was eine ganze Reihe von süffisanten Seitenhieben auf das Inselvolk erlaubte, sind es nun die Amis, die in Frankreich landen. Auch hier bleiben die Seitenhiebe nicht aus; nur fehlt spürbar die Distanz. Stattdessen drängt sich ein Stückweit das Gefühl auf, die Amerikaner halten die Franzosen für ein Volk von Schneckenfressern, die ihren Gästen am Liebsten als landestypische Spezialität Schafshirn kredenzen und allesamt in unbeheizten, mittelalterlich anmutenden Landhäusern logieren. Witzig wirkt das nicht wirklich; mitunter schon leicht beleidigend.

Final betrachtet bleibt festzuhalten, dass sich LOL gewissenhaft, aber einfallslos an der Vorlage abarbeitet; und somit zu keinem Zeitpunkt Atmosphäre oder irgendeine Form von Neureiz zu erzeugen vermag. Am schlimmsten wirkt sich aber das eklatante Charmedefizit aus, das sich über den gesamten Film hinweg augenfällig bemerkbar macht, sowie die Künstlichkeit, mit der vor der Kamera agiert wird. Das erweckt den Eindruck, als würden alle so tun, wie sie meinen, dass Jugendliche sein müssten. Authentisch will das keine Sekunde erscheinen.



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