Nach ihren Erfolgen als komisches Westernduo wendet sich das bekannteste Backpfeifengespann des Films nun dem Abenteuerfilm zu. Leider entpuppt sich der Film von Regisseur Giuseppe Colizzi als Werk, das weder mit Spannung, noch einem roten Faden in der Handlung dienen kann. Einzig der Charme der Darsteller, die wunderbaren Bilder und die Filmmusik retten den Film vor dem kompletten Misslingen.
Nach den drei düsteren Italowestern Gott vergibt...Django nie!, Vier für ein Ave Maria und Hügel der blutigen Stiefel treffen sich in dieser Abenteuerkomödie aus der Feder von Barbara Alberti,
Giuseppe Colizzi und Amedeo Pagani hier zum vierten und auch letzten Mal die Wege von Regisseur Giuseppe Colizzi und den beiden mittlerweile zu Stars des europäischen Kinos mutierten Hauptdarstellern Terence Hill und Bud Spencer.
Noch mehr als bereits in Vier Fäuste für ein Halleluja tritt hier die spürbare Dynamik zwischen Terence Hill und Bud Spencer deutlich in den Vordergrund. Dies liegt unter anderem auch darin begründet, dass Spencer und Hill in diesem Film endgültig gleichberechtigte Partner sind. Diese Verbindung von Hills schelmischer Lausbubenart und Spencers animalischer Ausstrahlung ist es, was den Film die Laufzeit über am Leben hält.
Die anderen Darsteller um Reinhard Kolldehoff und den in nahezu jedem Spencer/Hill-Film auftauchenden Riccardo Pizzuti leisten Dienst nach Vorschrift. So füllen Sie ihre Rollen als Stichwortgeber gerade so gut aus, dass sie zwar durchaus glaubwürdig wirken, allerdings auch nie in Gefahr kommen, den beiden Hauptdarstellern auch nur ansatzweise die Show zu stehlen.
Anders sieht die Sache bei Cyril Cusack aus. Cusack spielt seine Figur des wirren Matto wahrlich exzellent und steckt Bud Spencer und Terence Hill in jeder gemeinsamen Szene locker in die Tasche. Nicht einmal Spencers einmalige Präsenz schafft es, dass nicht alle gemeinsamen Szenen allein Cusack gehören.
Mindestens genauso beeindruckend wie die Chemie zwischen Spencer und Hill oder Cusacks Spiel sind die Bilder, die Kameramann Marcello Masciocchi hier eingefangen hat. Die traumhaften tropischen Szenarien, die man als Zuschauer hier zu sehen bekommt, laden zusammen mit dem immer wiederkehrenden Ohrwurmhit Flying through the air der beiden Brüder Guido und Maurizio de Angelis förmlich zum Träumen ein.
Es ist sehr schade, dass es Regisseur Giuseppe Colizzi trotz dieser großartigen Voraussetzungen nicht gelungen ist, aus Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle einen guten Film werden zu lassen. Dies liegt im Besonderen daran, dass man nicht wirklich das Gefühl hat, der Film würde einem roten Faden folgen. Was zuerst als Abenteuerkomödie über zwei Leute, die im Dschungel stranden, beginnt, entwickelt sich irgendwann und ganz ohne Vorwarnung zu einer Geschichte über eine Unternehmensgründung, um dann doch aus heiterem Himmel eine Schatzsuchergeschichte zu werden. Dazu kommen dann noch Szenen, die mit keiner der Handlungen auch nur irgendetwas zu tun haben, wie beispielsweise Saluds Nachtflug durch ein Unwetter. All dies bringt immerzu die Frage nach dem Sinn hervor.
Ein weiteres großes Manko ist die geringe Action. Während immer wieder kleine Kampfszenen das Geschehen in Vier Fäuste für ein Halleluja noch ein wenig auflockerten, sieht man hier davon leider recht wenige. Hätte das Drehbuch bessere Dialoge oder nicht allzu viele zähe Längen, würde dies vielleicht nicht so sehr ins Gewicht fallen, doch bei Colizzis Werk beginnt man sich spätestens ab der Mitte nach Actionszenen zu sehnen.
Letztlich beschleicht einen bei Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle das Gefühl, dass man hier einige Filmideen, die man für sich alleine nicht verwerten konnte, zu einem Werk verwurstet hat. Doch erstklassige Musik, wunderbare Bilder und natürlich die beiden Hauptdarsteller sowie der heimliche Star des Films Cyril Cusack retten den Film dann doch davor, als völlig misslungen zu gelten.