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Dein Weg(The Way, 2010)
| Dt.Start: |
21. Juni 2012
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Premiere: |
10. September 2010 (Toronto Film Festival, Kanada) |
| FSK: |
o.A.
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Genre: |
Abenteuer, Komödie, Drama |
| Länge: |
123 min
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Land: |
USA, Spanien |
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Darsteller:
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Emilio Estevez (Daniel), Martin Sheen (Tom), Deborah Kara Unger (Sarah), James Nesbitt (Jack), Yorick van Wageningen (Joost), Tchéky Karyo (Captain Henri), Spencer Garrett (Phil), Renée Estevez (Doreen), Matt Clark (Padre Frank), Angela Molina (Angélica), Carlos Leal (Jean), Simon Andreu (Don Santiago), Antonio Gil (Ishmael), David Alexanian (Roger) |
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Regie:
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Emilio Estevez |
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Drehbuch:
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Emilio Estevez, Jack Hitt |
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 Inhalt
Der Jakobsweg. Fast jeder kennt ihn, nicht jeder begeht ihn. So eine Art Typ ist auch Tom Avery. Doch nach dem tragischen Tod seines Sohnes auf besagtem Weg, will auch er sich dieser Herausforderung stellen. Zusammen mit weiteren Pilgern versucht er, seine eigene Trauer zu verarbeiten und gleichzeitig zu verstehen, warum dieser Ort eine solche Anziehungskraft auf sein Kind ausübte. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
Dein Weg hinterlässt einen recht zwiegespaltenen Eindruck beim Zuschauer. Zum einen bietet der Film von Emilio Estevez eine wunderbare Atmosphäre, tolle Bilder, einen überragenden, wenngleich sehr von Garden State inspirierten Soundtrack und ein tolles Darstellerensemble um President Bartlet Martin Sheen und James Nesbit. Auf der anderen Seite jedoch übertreibt es Estevez mit seiner Pilgerfahrt auf dem Jakobsweg gewaltig. Viel zu überdramatisiert gehen hier die Geschenisse ihren Gang. Sei es ein Diebstahl durch Zigeuner oder die Tatsache, dass jede Person, die man auf dem titelgebenden Weg trifft, ein riesiges Problem hat: Dies wirkt oftmals unglaubwürdig und zieht diesen manchmal fast schon episodenhaft anmutenden Film in seinem Gesamteindruck deutlich nach unten. Hier wäre weniger wohl mehr gewesen und so muss sich Dein Weg leider Überlänge und verschenktes Potenzial vorwerfen lassen.
Kurzkritik
von Michael Schmidt
Dein Wegist ein Film, der so vieles richtig macht, und gleichzeitig an anderen Stellen nicht überzeugen kann. So entsteht ein immer noch akzeptabler Film, der sich aber nie zu wirklicher Größe aufschwingen kann. Nach dem tragischen Unfalltod seines Sohnes auf dem Jakobsweg macht sich Tom auf, den Pilgerpfad selbst mit der Asche seines Sohnes entlang zu gehen. Die Schauspieler sind das größte Plus an Emilio Estevez' Film. Sie tragen den Film mit ergreifenden, nuancierten Darstellungen, selbst wenn es darum geht, auch die anstrengenden Eigenschaften der Figuren darzustellen. Der erfahrene Hauptdarsteller Martin Sheen sticht dabei am meisten heraus, da schon alleine sein mimisches Spiel die Tiefe seines Charakters begreifbar macht. Leider verschenkt der Regisseur viel Potenzial, indem er den Film nicht straff genug hält und sich vor allem mit zu vielen dialoglastigen Nichtigkeiten aufhält. Wirkliche Anteilnahme gepaart mit mancher Weisheit sind somit zu selten zu sehen.
Kritik
von Matthias Pasler
Vor Filmemachern ist nichts sicher. Keine berühmte Persönlichkeit, keine ungewöhnliche Aktivität, kein Ort auf der Welt, der es nicht schon in einen (Hollywood-)Film geschafft hätte oder zweifellos noch schaffen wird. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich jetzt auch eine größere Produktion dem Jakobsweg widmet.
Ein schwerer Schicksalsschlag für den erfolgreichen, aber recht eingekehrt lebenden Augenarzt und Witwer Tom Avery: Sein einziger Sohn kommt bei einem Unfall auf dem berühmten Jakobsweg ums Leben. Tom reist in die französischen Pyrenäen, um Davids Leiche in die Staaten zu überführen. Doch dann beschließt er, selbst den Pilgerpfad zu beschreiten. Und kommt seinem Sohn damit näher, als die ganzen letzten Jahre.
Es ist ohne Frage ein wunderbares Thema, dem Emilio Estevez sich in seiner inzwischen siebten Regiearbeit (u.a. Bobby - Sie alle hatten einen Traum, The War At Home) widmet. Ein Vater verarbeitet den Tod seines entfremdeten Sohnes, indem er mit dessen kompletter Ausrüstung den Weg geht, auf dem dieser umgekommen ist, und entdeckt dabei einen völlig neuen Zugang zum Leben. Leider kratzt Dein Weg die meiste Zeit nur an der Oberfläche dieser Geschichte und kann seine lebensbejahende Botschaft nur in wenigen kurzen Momenten verbreiten, bevor er schließlich fast ganz ins penetrant Religiöse schliddert.
Toms Reise ist irgendwie zu episodenhaft und zu schematisch, sein Weg zur Erkenntnis, was wirklich zählt, zu unausgegoren. Zwar wird einem schnell klar, was einem der Film sagen will, aber anstatt das wirklich glaubhaft und anhand von starken Momenten zu vermitteln, kommt die Botschaft explizit in einem Satz am Anfang, bevor dann nur noch rein funktionelle Situationen als Beweis dienen. Allerdings sind die auch nie wirklich effektiv genug, als dass sie den sturen Tom wirklich glaubhaft überzeugen könnten.
Auf der darstellerischen Seite gibt es dagegen wenig zu meckern. Martin Sheen bestreitet den Weg, auf den sein Film- und gleichzeitig leiblicher Sohn ihn schickt, mit viel Überzeugung und gewohnt schauspielerischem Können. Er macht Tom trotz seiner spröden und unnahbaren Eigenarten zu einem echten Sympathieträger. Quasi eine Rolle, wie geschaffen für Sheen. Seine Mitstreiter auf der langen Reise sind der übergewichtige Holländer Joost (liebenswert: Yorick van Wageningen, Verblendung), die Kettenraucherin Sarah (maskenhaft: Deborah Kara Unger, Silent Hill) und der blockierte Autor Jack (exzentrisch: James Nesbitt, Five Minutes of Heaven). Letztere Figur ist an den Autor Jack Hitts angelehnt, dessen Reisebericht Off the Road als Inspiration für einige der Anekdoten im Film diente. Alle drei fügen sich perfekt in ihre Rollen und funktionieren hervorragend als Gegengewicht zu Tom Avery.
Dein Weg lässt sich am besten zu der Kategorie "Verpasste Chancen" zählen. So ziemlich alles an diesem Film ist mit Sicherheit gut gemeint, erreicht meistens aber nicht die große Klasse, die er gern erreicht hätte. Er bleibt einfach guter Durchschnitt, bietet damit aber zumindest einen wunderbaren filmischen Ausflug, vielleicht besonders für bereits erfolgreiche oder angehende Camino-Pilger. Aber wenn man eine wirkliche Lebensbotschaft im Abenteuer sucht, ist man mit 127 Hours oder Into the Wild auf jeden Fall besser beraten.  Weitere interessante Filme
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