Die Geschichte, die Sheree Folkson hier erzählt, ist mit Sicherheit nicht gerade Oscar-verdächtig, soviel sei vorweg genommen. Der Plot ist in jeder Sekunde vorhersehbar und dabei auch nicht immer wirklich stimmig. Besonders das genreübliche Happy-End wirkt zu aufgesetzt, um ernstlich zu überzeugen. Doch die gelungene Inszenierung und die sympathischen Darsteller schaffen es letztlich dennoch, das Interesse am Film aufrecht zu erhalten.
Zumeist beginnen Liebeskomödien als lockere Komödie, um dann, in der Regel nach spätestens einer halben Stunde, die restliche Laufzeit über in ein schnulziges Getue überzugehen, bei dem ein großer Teil des Publikums, im besonderen der männliche Teil, das Ende nicht erwarten kann. Doch immer wieder mal gibt es tatsächlich das eine oder andere Werk, das eine gelungene Mischung aus Liebesfilm und Komödie bieten - Sheree Folksons Wer ist die Braut? ist ohne Frage so eines davon.
Über die Handlung müssen hier nicht viele Worte verloren werden, denn spätestens nach 10 Minuten ist jedem klar, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Leider wirkt das Drehbuch auf seinem Weg zu diesem Happy-End für die Liebe nicht immer wirklich stimmig. Nicht, dass das Skript mit seinen zahlreichen Nebenplots teils extrem überladen wirkt, oder die nicht unbedingt wirklich logische Ausgangslage stören dabei. Das Hauptproblem liegt vor allem in der Grundkonstellation.
Hier ist Lara, die Mitbewerberin von Hauptfigur Katie um das Liebesglück mit James, nicht das genreübliche Miststück, sondern eine durch und durch sympathische Person. Daher ist es stellenweise nicht einfach, Katie die Daumen dabei zu drücken, wenn sie drauf und dran ist, sich James zu angeln.
Dazu wirkt das Ende, das offenbar wirklich jeder Figur das große Glück bieten wollte, derart aufgesetzt und unlogisch (Highlight dabei ist, dass Folkson uns Zuschauern ernsthaft verkaufen will, dass ein Reiseführer über das kleine Inselkaff Hegg Katie von jetzt auf gleich zu einer gefragten Reisebuchautorin macht, die nun rund um die Welt reist).
Doch warum bekommt der Film trotz all dieser Kritik eine dennoch recht passable Gesamtbewertung im oberen Mittelfeld? Dies liegt zu einem großen Teil daran, dass der Humor hier weitgehend zündet und die Darsteller ihre Rollen mit viel Charme verkörpern. Gerade Kelly MacDonald und David Tennant scheinen in ihrer Rolle als widerwilliges Ehepaar richtig aufzugehen und retten mit ihrer spürbaren Spielfreude den Film so über das eine oder andere Logikloch.
Hinzu kommt die rasante Inszenierung, die dafür sorgt, dass der Film die gesamte Spielzeit über kurzweilig bleibt. So ist Sheree Folksons Wer ist die Braut? zwar mit Sicherheit kein Meisterwerk der Filmgeschichte geworden, doch immerhin macht der Film weitgehend Spaß - trotz der nicht wirklich durchdacht wirkenden Geschichte.