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Extrem schauriges Remake eines japanischen Horrorthrillers über ein todbringendes Videoband.
Basierend auf einem Roman des Autors Kôji Suzuki, dem der Ruf nacheilt, der Stephen King Japans zu sein, kam im Januar 1998 Hideo Nakatas Horrorthriller Ringu in die japanischen Kinos. Der bahnbrechende Erfolg des Filmes, der eine TV Serie und zahlreiche Mangas nach sich zog, wurde schließlich auch weltweit registriert und rief Hollywood auf den Plan. Doch anstatt den japanischen Film in die amerikanischen Kinos zu bringen, wurde beschlossen ein Remake zu drehen und Ringu so gut es geht vom US-Markt fernzuhalten. Mehr als vier Jahre gingen ins Land, ehe die Hollywood-Version Ring endlich in die Kinos kam und auch wir visuell an diesem Horror teilhaben durften.
Im Zentrum von Ring steht ein mysteriöses Videoband unbekannter Herkunft, auf dem eine wirre Aneinanderreihung von unschiedlichsten Filmschnipseln zu sehen ist. Neben ekelerregenden Bildern von Maden und Tausendfüßlern sind unter anderem eine Frau, die Selbstmord begeht, und ein Mann am Fenster zu sehen. Einer Gruppe von ahnungslosen Jugendlichen fällt das Video auf einer einsamen Berghütte in die Hände und sie schauen es an. Nach dem schockierenden Bilderregen klingelt das Telefon und eine Stimme teilt der Gruppe mit, sie habe noch sieben Tage zu leben. Sieben Tage später ereilt jeden das angekündigte Schicksal. Eines der Opfer ist die Nichte der Zeitungsreporterin Rachel Keller, die sich nach deren plötzlichen und unerklärlichen Tod auf Spurensuche begibt. Sie findet das Video, schaut es an und erhält ebenfalls die tödliche Botschaft. Entschlossen, sich nicht ihrem Schicksal hinzugeben, versucht sie herauszufinden, was es mit dem Video auf sich hat.
Rachel Keller wird von der australische Schauspielerin Naomi Watts gespielt, die zuletzt mit ihrem Auftritt in Mulholland Drive - Straße der Finsternis von sich Reden machte. Ihr gelingt ein perfektes Portrait der einerseits toughen Reporterin, die nichts aus der Fassung bringt, und der andererseits verängstigten Frau, die ihr Ende vor Augen hat. Bei den Ermittlungen wird sie von ihrem Ex-Freund Noah unterstützt, der die Echtheit des Videos und der Todesbotschaft zunächst in Frage stellt, aber dann schließlich doch die Ausmaße des scheinbar harmlosen Bandes erkennt. Eine weitere zentrale Figur in dem Film ist Rachels und Noahs Sohn Aidan, der für sein Alter schon recht reif und selbstständig ist. Er erinnert vom Charakter, als auch vom Verhalten sehr an die Rolle Haley Joel Osments in The Sixth Sense.
Das schockierende Element von Ring wird in einer ähnlichen Weise transportiert, wie in The Sixth Sense. Denn in beiden Filmen wird das Übernatürliche geschickt mit dem Realen verwoben und bekommt damit einen plastischeren Charakter. Vergleichbar mit dem kleinen Cole Sear in M. Night Shyamalans Werk, fungiert hier die Videokassette in Verbindung mit dem Fernseher als "Medium des Übernatürlichen". Diese Zuhilfenahme von alltäglichen Gegenständen macht den Horror noch realer und für den Zuschauer nachhaltiger. Denn nach diesem Film wird man mit Sicherheit kurz innehalten, bevor man eine unbeschriftete Videokassette, deren Inhalt man nicht kennt, in den Videorekorder schiebt.
Obwohl Ring in den ersten Szenen stark an Filme wie Scream - Schrei! erinnert, ist die Spannung um einiges höher als in besagtem Teenie-Slasher. Denn hier wissen wir nicht, auf welche Weise der Tod sein Opfer ereilt und entsprechend angespannt und schockanfällig kämpft man sich von Einstellung zu Einstellung. Dankenswerterweise löst sich der Film nach dieser Eröffnung vom genretypischen Ablauf und wandelt sich zu einer äußerst spannenden und gruseligen Ermittlungsgeschichte. Diese inszenierte Regisseur Gore Verbinski (Mexican - Eine heiße Liebe) weitestgehend ohne die obligatorischen Schockeffekte, sondern konzentrierte sich vielmehr darauf, durch Schauplätze, Beleuchtung und Musik ein schaurige Grundstimmung zu erzeugen. Die Handlung trägt sich meist an entlegenen oder vereinsamten Orten zu, die oft mit Nebel oder mit einen einfachen Grauschleier überzogen wurden. Unterlegt wurde das Ganze von einem hervorragend passenden Score von Hans Zimmer.
Für Spannung und Aufregung sorgen außerdem ganz banale Elemente wie Nasenbluten oder Hautausschläge. Auch simple Auszüge aus dem mysteriösen Video wie zum Beispiel eine Leiter oder eine Fliege versetzen das Publikum in höchste Alarmbereitschaft. Die schlüssige Auflösung der Geschichte wird dem Zuschauer häppchenweise serviert und erklärt die meisten Fragen, die während des Films aufgeworfen wurden. Sie geht aber nicht bis ins letzte Detail, was dem Publikum etwas Freiraum für Eigeninterpretation und Vermutungen lässt. Allerdings will man eigentlich so wenig wie möglich über Ring nachdenken, da jede Überlegung zu einer kleinen Gänsehautatakte führt. Ich für meinen Teil bin froh diesen Horrorthriller im Kino gesehen zu haben, denn alleine in den heimischen vier Wänden hätte ich mich vielleicht zu Tode gegruselt. |