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The Raid

(Serbuan Maut, 2011)

Dt.Start: 12. Juli 2012
DVD: 25. Januar 2013
Premiere: 08. September 2011 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: ab 18 Genre: Action, Krimi, Thriller
Länge: 101 min Land: Indonesien, USA
Darsteller: Iko Uwais (Rama), Joe Taslim (Jaka), Donny Alamsyah (Andi), Yayan Ruhian (Mad Dog), Pierre Gruno (Wahyu), Ray Sahetapy (Tama), Tegar Satrya (Bowo), Iang Darmawan (Gofar), Eka 'Piranha' Rahmadia (Dagu), Verdi Solaiman (Budi)
Regie: Gareth Evans
Drehbuch: Gareth Evans


Inhalt

In einem Appartementblock im Zentrum Jakartas wohnen der skrupellose Gangsterboss Tama Riyadi und seine Gang. Eines Tages wagt sich ein 20-köpfiges SWAT-Team unter der Leitung von Sergeant Jaka in das Gebäude. Doch die Polizisten werden entdeckt, die Ausgänge sind plötzlich verrammelt und der Strom abgestellt. Langsam kämpft sich das SWAT-Team die Stockwerke hoch. Während die Gruppe durch Bewohner und Gang immer mehr dezimiert wird, kommen sie dennoch näher an den Gangsterboss heran.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Raid hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 82%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 84 für The Raid

Seit langer Zeit gehypt, die Erwartungen groß und letztendlich siegt doch ein kleinwenig die Enttäuschung. Dass die Story eines solchen Filmes wenig bietet, ist bekannt, doch so wenig?! Aber mehr kann man dem Film eigentlich kaum vorwerfen, denn gerade im Actionbereich macht er vieles, wenn nicht gar alles richtig. Die Choeografie ist wunderbar, abwechslungsreich und wird zudem wunderbar mit dem Set verbunden. Die Gewalt ist roh, direkt und brutal; genau wie es bei einem solchen Film sein muss. Wer sich also nun angesprochen fühlt, der wird zwei Stunden bestens unterhalten und bekommt ein Actionfeuerwerk aller erster Güte präsentiert. Der Rest jedoch wird es wohl doof finden und ziemlich schnell den Saal verlassen.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
The Raid hat eine Wertung von 80%
Die Welt könnte derart einfach sein. Gute Cops passen auf brave Bürger auf, und alle Oberfieslinge hausen in einem Turm, wo man sie nur noch einsacken braucht. Beim Versuch, einen Syndikatsboss festzunehmen, gerät eine Spezialeinheit der Polizei in einen Hinterhalt. Das Gebäude, das sie erstürmten, entpuppt sich als festungsgleicher Irrgarten, der von etlichen schwer bewaffneten Verbrechern bis aufs Blut verteidigt wird. Eine gnadelose Schlacht beginnt. Pures Adrenalin verspricht der Martial-Arts-Actioner aus Indonesien, der mit einer ungemein fesselnden Atmosphäre sowie fulminanten Fights aufwartet. Wer kein Fan expliziter Gewaltdarstellung ist, sollte aber einen Bogen um den Film machen.

Bild aus The Raid Asiatische Filme fristen hierzulande schon lange keinen Exotenstatus mehr. Korea ist beispielsweise sowohl Lieferant gefühlvoller Arthouse-Dramen als auch historischer Martial-Arts-Epen. Vor nicht allzu langer Zeit landete auch das thailändische Kino mit Ong Bak einen echten Kampfkunst-Kracher. The Raid aus Indonesien ist ein ähnlich gelagerter irrer Adrenalintrip und ein Gemetzel selten dargebotener Dimension. Die Ausgangslage mag zwar ein wenig hanebüchen wirken, über den Plot sollte man allerdings auch nicht wirklich viele Gedanken verlieren. Ob man diese Action-Achterbahnfahrt mögen wird oder nicht, entscheidet einzig und allein, ob man bereit ist, sich darauf einzulassen.

In einem 20-stöckigen Gebäude, irgendwo in den Slums der zehn Millionen Metropole Jakarta, haust der ebenso berüchtigte wie gewissenlose Drogenboss und Verbrecherkönig Tama (Ray Sahetapy) samt seinen Schergen und Helfershelfern. In den unteren Etagen seines Hauptquartiers leben zwar auch noch ein paar normale Familien, umso höher man aber gelangt, desto schlimmere Psychopathen wird man antreffen (ein wenig wie in einem alten Videospiel mit verschiedenen Levels). Eine Eliteeinheit von 20 Polizisten (warum ausgerechnet 20? Einer pro Etage? Warum nicht 200?) unter der Führung des altgedienten Lieutenant Wahyu schickt sich an, das Gebäude zu stürmen, um Tama dingfest zu machen.

Was folgt, ist relativ voraussehbar: Der Bau stellt sich als eine gut gesicherte Festung heraus. Voller Spähposten, Überwachungskameras, Scharfschützen und schwer bewaffneten Verbrechereinheiten, die im Dauerfeuer ihrer Maschinenpistolen nur ein Ziel kennen: alles und jeden umnieten. Ehe sie sich es versehen, werden aus den Jägern Gejagte. Rasch dezimiert und über verschiedene Etagen verstreut, kämpfen sie nur noch um das blanke Überleben. Rama (Iko Uwais), einer der Cops und Spezialist im Hand-to-Hand-Combat, wurde ganz von der Truppe abgesprengt und ist auf sich alleine gestellt. Seine Überlebenschancen steigen allerdings rapide, als sich sein Bruder, der eigentlich zu den Handlangern Tamas zählt, auf seine Seite schlägt. Währendessen suchen die verbliebenen Cops ihr Heil im Angriff und versuchen zu Tama vorzustoßen. Mit ihm als Geisel hätten sie vielleicht eine Chance, zu überleben. Sie ahnen nicht, was sich ihnen alles entgegen werfen wird.

The Raid zaubert fulminante Last-Man-Standing-Action auf die Leinwand, wie man sie selten zuvor erleben durfte. Ob mit Kanonen, Macheten, Messern oder den bloßen Händen: Ein gnadenloser Fight reiht sich an den nächsten. Wenn die Fetzen fliegen, Leiber durchsiebt werden, Knochen zertrümmert und das Blut nur spritzt, bleibt kein Auge trocken. Für Zartbesaitete ist das jedoch nichts. Die fulminanten Martial-Arts-Sequenzen wurden glücklicherweise auch nicht mittels Stakkatoschnitt verstümmelt. So stockt einem allein schon durch die pure Länge mancher Kämpfe der Atem. Die klaustrophobische Enge des labyrinthischen Gebäudes und das permanente Gefühl von Gefahr und der Ausweglosigkeit tut zudem ihr Übriges, um das Spannungslevel konstant hoch zu halten.

Genre-Spezialist Gareth Evans gelingt es in seinem dritten Regiewerk überdies immer wieder, einen noch fieseren Schlagetot aus dem Hut zu zaubern, den scheinbar gar nichts aufhalten kann. Und die kleinen Plottwists, wie mit dem Bruder des Cops, der sich darauf besinnt, das Blut doch dicker als Wasser ist, und ein paar weitere Wendungen sorgen zusätzlich für etwas dramaturgische Abwechslung. Der Film hätte jedoch auch ohne diese gut funktioniert. Nach satten 100 Minuten, darf man sich dann endlich wieder entspannen - und sich wünschen, dass es solche Actioner aus Asien, die hervorragend ohne überbezahlten Hollywood-Darsteller auskommen, öfters zu uns in die Kinos schaffen werden.



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