Es sind wieder Sommerferien und Greg kommt so langsam in das Alter, in dem die Hormone verrücktspielen. Am liebsten würde er den ganzen Tag locker abhängen und heiße Blicke auf seine Angebetete werfen. Sein Vater hat indes eine andere Vorstellung von sinnvoller Freizeitgestaltung. Etwas weniger Buddy-Movie, dafür mehr in die Richtung Coming-of-Age sowie Vater-Sohn-Drama steuert der dritte Teil der Gregs-Tagebuch-Reihe. Ansonsten ist aber alles gleich geblieben. Angefangen beim überspannten Wesen der meisten Figuren über die Fremdschämkomik, bis zu den Cartoon-Einlagen. Angesicht dessen, dass man auf wesentlich Neues lange warten kann, ist somit nach drei Filmen ein gewisser Grad an Sättigung vorprogrammiert.
Bereits in die dritte Runde geht mit Gregs Tagebuch - Ich war's nicht die Filmadaption der beliebten Jugendbuch-Reihe Diary of a Wimpy Kid des Autors Jeff Kinney, von der hierzulande bis heute sechs Bände erschienen sind, die im deutschsprachigen Raum eine Gesamtauflage von etwa fünf Millionen erreichen. Wieder einmal ist ein Schuljahr vorbei und es geht in die Sommerferien. Besondere Projekte scheint Greg (Zachary Gordon) für diese Zeit aber nicht zu haben; außer vielleicht den lieben langen Tag mit seinem rundlichen Kumpel Rupert (Robert Capron) abzuhängen oder Videospiele auf der heimischen Couch zu zocken - sehr zum Missfallen seines Vaters.
Kurzerhand steckt der ihn in ein Pfadfinderlager, was Greg nun wiederum gar nicht behagt. Glücklicherweise geht das Camp allerdings bald in einem Chaos unter; und irgendwie war Greg daran nicht ganz unschuldig. Nun scheint sein sehnlichster Wunsch doch noch in Erfüllung zu gehen: den ganzen Tag am Pool des exklusiven Country Clubs zu verbringen und dort seinem heimlichen Schwarm und Klassenkameradin, der hübschen Holly Hills (Peyton List), nachzuschmachten. Alles soweit so gut, bis sich auch Gregs älterer Bruder Roderick (Devon Bostick) in den Club einschleicht, was einiges an Trouble auslöst.
Im dritten Teil dieser Coming-of-Age-Story nimmt die Geschichte stark Kurs Richtung Pubertät mit all ihren (unangenehmen) Begleiterscheinungen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn spitzt sich zu; Gregs Vater möchte seinen Filius partout davon überzeugen, dass es selbst in den Ferien Sinn macht, sich mit etwas "Nützlichem" zu beschäftigen, der legt hingegen eine Null-Bock-Haltung an den Tag. Ohnehin sind es einzig seine aufwallenden Hormone, die ihn zur Aktivität bewegen können.
Der bekannte Comic-Charakter wurde auch diesmal beibehalten - ist aber mehr Mittel zum Zweck, um das Wiedererkennungsmerkmal der Filmreihe zu stärken. Dazu zählen nicht nur die Cartoon-Einlagen, sondern auch der generelle Charakter des Films mit seinen Slapstickelementen, Fremdschämmomenten und seinen Figuren, die mitunter wie Karikaturen wirken. Dieser schräge Inszenierungsstil gestaltet den Einstieg für jene allerdings nicht ganz einfach, die nicht bereits Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt und Gregs Tagebuch 2: Gibt's Probleme sehen konnten.
Den größten Reiz dieser leicht ungewöhnlichen Jugendstory macht aber vermutlich die Tatsache aus, dass die ganzen Peinlichkeiten und Absurditäten nicht einem ausgesprochenen Loser oder Nerd widerfahren. Greg ist leidlich normal und gibt damit im Grunde eine probate Identifikationsfigur ab. Hinzu kommt, dass der Film nicht mit der Brechstange zu pädagogisieren versucht. Wobei der eine oder andere moralische Verweis natürlich nicht völlig ausbleibt. Leider wirkt das zugrundeliegende Strickmuster von Episode zu Episode aber weniger interessant, was jedoch nicht primär den Darstellern angelastet werden kann. Vor allem Zachery Gordon hat sich inzwischen sehr gut in seine Rolle als Greg eingefühlt. Vielmehr liegt es daran, dass dem Protagonisten zwischen Hormonschüben und Null-Bock-Gehabe vergessen wurde, charakterlich etwas Neues hinzuzufügen. Dabei können sich gerade Kinder in diesem Alter von Jahr zu Jahr sehr verändern. Damit erbt der dritte Teil der "Greg-Reihe" viele der Schwächen, die sich bereits in Teil zwei zeigten, und wirkt wie ein auf Kinotauglichkeit aufgeblähtes Jugend-TV-Format.