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The United States of Hoodoo

(The United States of Hoodoo, 2012)

Dt.Start: 26. Juli 2012 Premiere: 26. Juli 2012 (Deutschland)
FSK: o.A. Genre: Dokumentation, Biografie
Länge: 104 min Land: Deutschland, USA
Darsteller: n/a
Regie: Oliver Hardt
Drehbuch: Darius James, Oliver Hardt


Inhalt

Der afroamerikanische Schriftsteller Darius James begibt sich auf einen Road Trip quer durch die USA, um neue Inspiration in urbanen Milieus vom südlichen New York bis hin zum vom Blues geprägten Mississippi-Delta zu finden. In Gesprächen mit Musikern, Schriftstellern und Künstlern bekommt er eine Geschichte zu hören über das Gefühl verlorener Zugehörigkeit und die Zurückgewinnung durch tief empfundene Spiritualität.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The United States of Hoodoo hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
The United States of Hoodoo hat eine Wertung von 60%
Religion, Aberglaube oder übersinnliche Praxis mit Einfluss auf das reale Leben? Hoodoo ist eine dem Voodoo-Kult verwandte Zauberlehre, die weniger eine klar abgegrenzte Religion als eine Verquickung verschiedener mystisch-kultischer Handlungen darstellt und zu einem Volksglauben in den südlichen US-Bundesstaaten wurde. Der Filmemacher Oliver Hardt und der Autor Darius James begaben sich auf eine spirituelle Forschungsreise durch die Glaubenswelt Amerikas, aus der ein Dokumentarfilm mit vielen interessanten Ansätzen entstand, welcher der Verwebung von Magie mit gesellschaftlichem Alltag nachgeht, aber den Blick tief hinein nicht wagt.

Bild aus The United States of Hoodoo Jede Kultur, mag sie noch so fortschrittlich sein, tradiert im Kern viel an Aberglauben, mitunter sogar kultischen Ritualen. Bedenkt man, wovon allein dem Volksmund nach besser die Finger gelassen werden sollten oder was alles als böses Omen interpretiert werden kann, füllt sich die Liste rasch. Viele dieser okkulten Elemente dienen dazu, Aussagen über die Zukunft zu machen, das Schicksal positiv zu beeinflussen oder zumindest größeres Unheil abzuwehren. Ob es nun keltische Amulette sind, astrologische Voraussagen, altgermanische Runen zu Weissagung oder simples Kartenlegen, schon bei uns finden sich eine Vielzahl solcher Handlungen, die meist im Verborgenen zelebriert werden.

Im Dokumentarfilm United States of Hoodoo von Oliver Hardt und Darius James, die bereits bei Black Deutschland zusammenarbeiteten, begeben sich die Filmemacher auf die Spuren einer Zauberlehre mit (pseudo)religiösem Charakter, die vor allem in den südlichen Bundesstaaten der USA beheimatet ist, dem Hoodoo. Auslöser für diese Reise ist die Rückkehr von James in die Staaten nach dem Tod seines Vaters. In der Wohnung, die ihm nach den vielen Jahren der Abwesenheit fremd geworden ist, findet er eine Reihe schwarzafrikanischer kultischer Masken vor. Mit der Frage im Gepäck, wie stark der Einfluss dieser Form von Spiritualität in den heutigen USA noch ist, startet er seine Reise, die zu einem gewissen Teil auch ein Suchen nach den Wurzeln der eigenen Identität darstellt.

Quer durch das Land spricht James mit einer Vielzahl von Menschen, deren Leben mehr oder minder durch diese Form von Spiritualität beeinflusst wird. Angefangen von der Musikerin, welche die Magie, die unsere Realität durchdringt, in den Frequenzen und Klängen des schwarzen Kontinents wieder findet, bis hin zur "Priesterin", die mit der unsichtbaren Welt kommuniziert. Insgesamt ist das alles dennoch wenig erhellend. Als roter Faden zieht sich allerdings die musikalische Komponente durch dieses Road-Movie, ganz gleich, ob sie sich in fiebrigen Trommelrhythmen, im afroamerikanischen Blues des Mississippi-Delta oder in kultischen Gesängen manifestiert. Über die Praxis des Hoodoo erfährt man jedoch wenig; was auch damit begründet sein könnte, dass es nicht unbedingt etwas ist, das das Licht der Öffentlichkeit sucht.

In den USA scheint die gesellschaftliche Durchdringung mit solch "Zauberwerk" allerdings hoch. Nicht, dass die amerikanische Nation kein fortschrittlicher säkularer Staat wäre, doch müssen auch die Wurzeln bedacht werden. Schließlich ist das moderne Amerika nicht einzig und allein auf den Schultern weißer Siedler erbaut worden. Millionen von Sklaven aus Schwarzafrika wurden gewaltvoll verschleppt und mussten sich für ihre weißen Herren zu Tode schinden. Selbstverständlich brachten diese Menschen ihre Kultur, ihre Mythen, Legenden und Überlieferungen mit; und natürlich auch ihre gesamte Spiritualität sowie letzten Endes auch ihren Glauben an das Übersinnliche.

Entstanden ist daraus der bekannte Voodoo-Kult, der vor allem im karibischen Raum beheimatet ist, doch auch in den südlich gelegenen US-Bundesstaaten wie Louisiana (New Orleans) ist er zu einem festen Bestandteil der Landeskultur geworden. Im Gegensatz zum Voodoo als klar abgegrenzter Religion mit festen kultischen Handlungen, existiert der Hoodoo, der mit Sicherheit einen gemeinsamen Ursprung mit dem Voodoo nicht leugnen kann. Im Hoodoo mischen sich aber solche merkwürdige Dinge wie schwarzafrikanische magische Rituale, biblische Zauberlehre mit weiteren europäischen okkulten Elementen und indianischer Schamanismus zu einer undurchsichtigen Mixtur.

Es mag also auch daran gelegen haben, dass United States of Hoodoo zu keiner tieferen Einsicht in dieses spirituelle Sammelsurium zu führen in der Lage ist, geschweige denn zum Durchblick über die gesellschaftliche Verwebung der einzelnen Elemente. Diese Erklärung ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Zuschauer nicht wirklich zufriedengestellt entlassen wird, dafür - und das bekennen die Macher selber - kratzt der Film zu sehr an der Oberfläche. Weiter gehen diesbezüglich einige Spielfilme, die gewisse Einblicke in diese Welt des "Übersinnlichen" liefern, wie Angel Heart oder Der verborgene Schlüssel. Diese sind aber Hollywood-typische Produktionen, welche die dargestellten Rituale und Praktiken vor allem für den Effekt und weniger zur Information nutzen. Vielleicht gönnt man sich aber beides.



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