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Bloodsport

(Bloodsport, 1988)

Dt.Start: 09. Juni 1988
DVD: 10. Januar 2006
Premiere: 26. Februar 1988 (USA)
FSK: ab 18 Genre: Action, Sport, Biografie
Länge: 92 min Land: USA
Darsteller: Jean-Claude Van Damme (Frank Dux), Donald Gibb (Ray Jackson), Leah Ayres (Janice Kent), Norman Burton (Helmer), Forest Whitaker (Rawlins), Roy Chiao (Senzo Tanaka), Philip Chan (Captain Chen), Bolo Yeung (Chong Li), Ken Siu (Victor Lin), Kimo Lai Kwok Ki (Hiro), Bernard Mariano (Sadiq Hossein), Bill Yuen Ping Kuen (Oshima), Lily Leung (Mrs. Tanaka)
Regie: Newt Arnold
Drehbuch: Sheldon Lettich


Inhalt

Dem jungen Frank Dux wurde jahrelang die undankbare Aufgabe zuteil, als Sparringspartner für den Sohn des Karatemeisters Senzo Tanaka zu fungieren. Nachdem dessen Sprössling das zeitliche gesegnet hat, soll nun Frank das große Erbe der Familie antreten und wird von Tanaka ausgebildet. Jahre später ist Frank bei der US Army, wo er sich aus dem Staub macht, um an einem Untergrundturnier in Hongkong teilzunehmen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Bloodsport hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 55%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Bloodsport hat eine Wertung von 55%
Bloodsport ist einer der kultigsten Vertreter des amerikanischen Martial-Arts-Films. Leider ist dies aus filmischer Sicht jedoch nur schwer zu rechtfertigen: Natürlich hat er einen eigenen Charme und einen sympathischen Van Damme mit beeindruckenden Moves zu bieten, doch dem stehen eine Story, die man eigentlich nicht als solche bezeichnen kann, und teilweise erschreckend schlechte Darstellerleistungen gegenüber. Auch die Kampfszenen sind oft nicht spektakulär. Was Bloodsport letztlich dennoch unterhaltsam macht, ist nicht zuletzt, dass er über den größten Teil der Spielzeit unfreiwillig komisch ist.

Bild aus Bloodsport Aus einer Gemeinde bei Brüssel, die den schönen Namen Berchem-Sainte-Agathe trägt, fand vor langer Zeit ein junger Mann mit dem noch viel schöneren Namen Jean-Claude Camille Francois Van Varenberg seinen Weg nach Hollywood. Nachdem er sich längere Zeit mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt, wurde der Bodybuilder, Balletttänzer und Shotokan Karateka von keinem geringerem als dem Mann, vor dem sich jeden Abend die Sonne versteckt, entdeckt: Chuck Norris. Fortan kämpfte sich der charismatische Belgier unter dem Namen Jean-Claude Van Damme in die Herzen der Actionfans.

Sein großer Durchbruch gelang ihm schließlich mit Bloodsport. Newt Arnolds Film aus dem Jahre 1988 zeigte den damals 28-jährigen Van Damme als Frank W. Dux, dessen angeblich reale Geschichte um seine Teilnahme an einem Untergrund-Kampfsportturnier in Hongkong erzählt wird. Bis heute weiß wahrscheinlich nur Dux selbst, ob seine Geschichte wahr ist oder nicht - als Grundlage für einen Kampfsportfilm ist sie jedenfalls ideal und dabei so banal, dass sie sich ohne Verlust auf einen Satz reduzieren lässt: Kampfkunstschüler nimmt stellvertretend für die Familie seines Lehrers an einem Kampfsportturnier teil. Das ist eigentlich auch schon alles. Die Nebenhandlungsstränge sind im Grunde überflüssig und uninteressant. Da wären zum einen zwei Militärpolizisten, die den von der Army geflohenen Dux festnehmen wollen, und dann natürlich auch noch eine über das Event berichtende, attraktive Journalistin, die sich in den Helden verliebt. Immerhin erfüllt die Journalistin aber den Zweck, eine Liebesgeschichte in einen Film zu pressen, der überhaupt keine braucht.

Darstellerisch ist Bloodsport streckenweise katastrophal. Auch Van Damme selbst gibt sich zwar Mühe und kann durch seine charismatische und physisch beeindruckende Erscheinung einiges wett machen, doch sein Schauspieltalent hält sich in sehr engen Grenzen und führt zwischenzeitlich zu durchaus amüsanten Momenten. Besonders seine Mimik während des finalen Kampfes ist wirklich sensationell. Ein Film, dessen Fokus auf Kämpfen liegt, braucht allerdings auch nicht unbedingt Charakterdarsteller und studierte Schauspieler im Ring, und letztlich sind die Defizite im Acting sogar wieder profitabel, denn der so zustande kommende, meist unfreiwillige Humor verleiht dem Film erst seinen Charme.

Für Kampfsportfans ist Bloodsport natürlich trotz aller Mängel Pflichtprogramm. Inzwischen hat man zwar schon Besseres und vor allem Spektakuläreres in Sachen Martial Arts gesehen, doch gemessen an der Zeit, aus der der Streifen stammt, und in Anbetracht seiner filmhistorischen Relevanz für den amerikanischen Kampfsportfilm, hat er eine unbestreitbare Daseinsberechtigung. Natürlich ist das Konzept von gegeneinander antretenden Kämpfern unterschiedlicher Stile in Zeiten von MMA nichts Neues oder besonders Reizvolles mehr, doch unterhaltsam ist es allemal. Leider verhindert die mäßige technische Umsetzung jedoch allzu spektakuläre Fights, denn ungünstiger Weise wurde oft so geschnitten, dass man das Geschehen aus der jeweils uninteressantesten Perspektive sieht.

Bloodsport ist ein Film für Kampfsportenthusiasten und Fans von trashiger 80er-Jahre-Action. Eben diese werden ihre Freude haben. Wer mit beidem nichts anfangen kann, wird nicht viel glücklicher werden, als die vom "Kampfkunst-Bösewicht" Chong Li gedemütigten Gegner.



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