Eine Koproduktion von arte und ZDF und eine Riege deutscher Schauspieler, die man in solch hochkarätiger Dichte selten zu sehen kriegt. Klingt an sich alles ja gar nicht übel. Doch denkt man dann darüber nach, dass ein Film acht Jahre nach seiner Kinoauswertung unter einem völlig neuen Titel auf DVD neuveröffentlicht wird, kommen schon erste Zweifel auf. Und leider bestätigen sich diese dann auch recht schnell.
Die so intelligente wie hübsche Paula ist sich schon lange nicht mehr sicher, ob sie glücklich ist. Sie wohnt in einem verschlafenen Kaff, ist mit einem pedantischen Langweiler verheiratet und arbeitet halbtags in einer Leihbücherei. Als sie beim Klassentreffen nach zehn Jahren ihren alten Schwarm Max wieder trifft, bricht sie spontan aus ihrem Alltag aus. Kurz darauf stolpert das Paar in Hamburg zwischen die Fronten von Kiezgangstern und einem korrupten Polizisten.
Als Cowgirl kam der Film 2004 in die deutschen Kinos, erste und bis heute auch letzte Arbeit von TV-Regisseur Mark Schlichter (Schimanski, Tod einer Schülerin) für die große Leinwand. Ob diese Tatsache in direktem Zusammenhang mit dem, sagen wir, milden Erfolg des Films steht, steht mir nicht zu, zu beantworten. Was ich aber sagen kann, ist, dass es berechtigt wäre. Cowgirl, bzw. Nullachtfuffzehn (wer immer diesen neuen Titel erdacht hat, er ist zutreffend) funktioniert ganz einfach überhaupt nicht.
Gründe dafür könnte man viele aufzählen. Zum Ersten geht das Konzept völlig nach hinten los. Klar ist, hier wurde versucht, eine kultige Gangsterkomödie mit schrägen Figuren, skurrilem Humor und ein paar Knalleffekten zu basteln. Leider sind die Figuren eindimensionale Langweiler, für die man sich nicht ansatzweise interessiert, der Humor bewegt sich eher auf dem Niveau einer Fernsehproduktion der privaten Sender und die Knalleffekte zünden noch viel weniger als die Gags. Und dass die gesamte Geschichte dabei noch in gut 70 Minuten abgehandelt wird, ist dem Tiefgang nicht unbedingt zuträglich.
Schade ist dabei vor allem, dass die wirklich beeindruckende Besetzung einfach nichts hat, womit sie arbeiten kann. Alexandra Maria Lara (Der Untergang), Wotan Wilke Möhring (Männerherzen) oder Gottfried John (John Rabe) gehören zum Besten, was Deutschland mimisch zu bieten hat. Und auch Oliver Korittke (Sommer in Orange), Ralf Richter (Die Vorstadtkrokodile) oder Peter Lohmeyer (Das Wunder von Bern) besitzen Qualitäten. Und alle bewegen sich in den Bahnen, die das schwache Buch ihnen hier vorgibt, auch so überzeugend wie möglich. Aber leider sind diese Bahnen eben nur lahm bis lächerlich, überraschen hier und da mit einer vollkommen abstrusen Wendung oder drücken ihnen am Ende auch noch Kitsch aufs tränende Auge. Das alles ist wirklich völliger 08/15-Murks und wird dank des entsprechenden Titels wohl auch auf DVD zurecht kein großes Publikum finden.