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Leben oder so ähnlich

(Life or Something Like It, 2002)

Dt.Start: 10. April 2003 Premiere: 26. April 2002 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Komödie, Romanze
Länge: 104 min Land: USA
Darsteller: Angelina Jolie (Lanie Kerigan), Edward Burns (Pete), Tony Shalhoub (Prophet Jack), Christian Kane (Cal Cooper), Melissa Errico (Andrea), James Gammon (Lanies Vater), Stockard Channing (Deborah Connars), Lisa Thornhill (Gwen), Gregory Itzin (Dennis), Max Baker (Vin), Jacob Davis (Vince), Marika Ashlee Anuik (Lanie mit 10 Jahren), Bruce Dawson (Gwens Ehemann), David Dunard (Striker Bob), Andromeda Dunker (Mo)
Regie: Stephen Herek
Drehbuch: John Scott Shepherd, Dana Stevens


Inhalt

Lanie glaubt ihr Leben sei perfekt. Sie hat einen wunderbaren Job als Fernsehreporterin und ist noch dazu mit einem Baseballstar verlobt. Doch dann prophezeit ihr ein Obdachloser Wahrsager, dass sie nur noch eine Woche zu leben hat. Da sich seine bisherigen Voraussagen als richtig herausstellen, beginnt Laine plötzlich ihr Leben in Frage zu stellen.
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Kritik

Leben oder so ähnlich hat eine Wertung von 23%
Vorhersehbare und belanglose Geschichte über eine oberflächliche Fernsehreporterin, die im Angesicht des Todes ihr bisheriges Leben hinterfragt und neue Prioritäten setzt.

Bild aus Leben oder so ähnlich Nach seinem naiven aber immerhin unterhaltsamen Film Rock Star, einem modernen Märchen über den kometenhaften Aufstieg eines zweitklassigen Musikers und dessen Erkenntnis, dass Geld und Ruhm allein nicht glücklich machen, präsentiert uns Regisseur Stephen Herek mit Leben oder so ähnlich nun erneut einen Film, der dem Publikum eine universelle Lebensweisheit mit auf den Weg geben möchte. Diesmal lautet die Botschaft: "Lebe jeden Tag, als wäre es Dein letzter." Wow. Als hätten wir das noch nie zuvor gehört. Autor John Scott Shepherd (Joe Jedermann) schien beim Schreiben des Drehbuchs allerdings tatsächlich zu glauben, hier eine völlig neuartige, noch nie da gewesene Lebensphilosophie erdacht zu haben und ging Dreisterweise auch noch davon aus, diese so banal wie möglich übermitteln zu müssen, um auch wirklich einen jeden Zuschauer zu erreichen. So entstand ein plumpes Lehrstück ohne Seele, verpackt in einer äußerst faden und belanglosen Geschichte über gänzlich uninteressante und hohle Figuren, das im Endeffekt weder bedeutungsvoll noch unterhaltsam ist.

In ihrem ersten Film nach Tomb Raider gibt sich Angelina Jolie die Ehre als übertrieben zickige Provinzreporterin, die von einer Kariere als Nachrichtensprecherin bei einem großen Fernsehsender träumt. Dem Klischee entsprechend, zeigt sich die platinblonde Lanie bereits von der ersten Sekunde an als oberflächliche und selbstverliebte Erfolgsfrau, die ihrem Job bedingungslos alles unterordnet, was man auch nur im entferntesten Sinne unter Privatleben verstehen könnte. Eines Tages macht Lanie im Rahmen eines Reportage die Bekanntschaft des Straßenpropheten Jack, der sie mit einer schockierenden Vorhersage konfrontiert: In weniger als einer Woche wird die ungenießbare Reporterin das Zeitliche segnen. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber der Glaubwürdigkeit der Aussagen des verwahrlosten Mannes, hat sich Lanie langsam aber sicher mit dem Gedanken abzufinden, bereits in ein paar Tagen den Löffel abgeben zu müssen und beginnt schließlich damit, über den bisherigen Verlauf ihres Lebens zu reflektieren. Keine langfristigen Ziele mehr vor Augen habend, genießt Lanie plötzlich jede Sekunde der ihr noch verbleibenden Zeit auf Erden, schließt sich beispielsweise singend einer wütenden Gruppe von Demonstranten an und lässt sich auf ein Abenteuer mit ihrem Kameramann Pete (Edward Burns) ein, der ganz nebenbei auch noch zu einer Art Mentor in Sachen Spaß haben für sie wird.

Als Lanie ihren prophezeiten Todestag dann aber ganz überraschend und unverhofft lebend übersteht, scheint die Misere ein Ende zu haben. Lanie bekommt den Job ihrer Träume angeboten (ironischerweise aufgrund ihres ausgeflippten Verhaltens während der letzten Tage), beendet ihre Affäre mit Pete und fliegt umgehend nach New York, um sich ihrem ersten Arbeitstag bei "AM USA" zu stellen, welcher ein Interview mit Deborah Connors (Stockard Channing), dem größten Star des Senders, beinhaltet, in welchem Laine ihre Entscheidung nach New York zu gehen anzuzweifeln beginnt. So fragt sie gleichermaßen Deborah wie auch sich selbst vor laufender Kamera: "Was it worth everything? Giving up marriage and children for a career?". Das ganze führt schließlich nicht nur zu einem spektakulären Nervenzusammenbruch seitens Mrs.Conners, sondern auch zu Lanies plötzlicher Erkenntnis, dass die Gründung einer Familie stets einer Kariere im Showgeschäft vorzuziehen ist, wenn man später einmal auf ein glückliches und erfülltes Leben zurückblicken möchte. Die Möglichkeit, dass eine Frau in der heutigen Zeit sowohl Karriere als auch Familie unter einen Hut bringen kann, ignoriert Shepherds Drehbuch hier genauso gekonnt, wie die Tatsache, dass der Zuschauer Verlauf und Ende des Films bereits nach den ersten fünf Minuten hätte prophezeien können und das mindestens mit der Trefferquote eines Prophet Jack.

von Thomas Brendel


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Dt. Start: 15. Jan 2004
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