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In den Straßen der Bronx

(A Bronx Tale, 1993)

Dt.Start: 28. Juli 1994
DVD: 13. September 2012
Premiere: 14. September 1993 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: ab 12 Genre: Krimi, Drama
Länge: 121 min Land: USA
Darsteller: Robert De Niro (Lorenzo Anello), Chazz Palminteri (Sonny LoSpecchio), Lillo Brancato (Calogero 'C' Anello), Taral Hicks (Jane Williams), Kathrine Narducci (Rosina Anello), Clem Caserta (Jimmy Whispers), Alfred Sauchelli Jr. (Bobby Bars), Frank Pietrangolare (Danny K.O), Joe Pesci (Carmine), Robert D'Andrea (Tony Toupee), Eddie Montanaro (Eddie Mush), Fred Fischer (JoJo the Whale), Dave Salerno (Frankie Coffeecake), Joe D'Onofrio (Slick)
Regie: Robert De Niro
Drehbuch: Chazz Palminteri


Inhalt

Weil der junge Calogero den Mafioso Sonny nicht bei der Polizei verraten hat, will sich dieser bei ihm revanchieren und es entwickelt sich eine enge Verbindung zwischen beiden. Calogeros Vater ist davon jedoch alles andere als begeistert. Als Jugendlicher hat Calogero noch immer engen Kontakt zu Sonny. Als er sich in ein afroamerikanisches Mädchen verliebt, wird er mit Rassismus in den Straßen New Yorks konfrontiert. Sonny steht ihm zur Seite, doch das Verhältnis zu seinem Vater bleibt weiterhin angespannt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

In den Straßen der Bronx hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 85%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
In den Straßen der Bronx hat eine Wertung von 85%
1993 drehte Robert De Niro mit In den Straßen der Bronx sein Regiedebüt, wobei er zwei Themen, die sich durch seine Filmographie als Schauspieler ziehen, treu blieb: New York und die Mafia. Dennoch ist sein Film kein typischer Mafiastreifen, vielmehr hat er seine großen Momente in der geschilderten Vater-Sohn-Beziehung. Trotz kleiner Schwächen ein gelungener Film, der des Öfteren an die Werke von Großmeister Scorsese erinnert.

Bild aus In den Straßen der Bronx In den Straßen der Bronx erzählt die Geschichte des Jungen Calogero in zwei Zeitebenen. So ist er zum einen als Kind zu sehen, als er den Mafiosi Sonny durch seine Aussage vor der Polizei rettet und daraufhin zu dessen Zögling wird, und später als Jugendlicher, wo er noch immer engen Kontakt mit Sonny pflegt. Abgesehen von den Schwierigkeiten und Vorzügen, die er dadurch hat, muss er sich auch wegen seiner schwarzen Freundin mit Rassismus auseinandersetzen.

Der erste Teil des Filmes, der streckenweise an Scorseses Goodfellas erinnert, ist dabei der etwas gelungenere und besticht vor allem durch das Zusammenspiel zwischen Vater und Sohn und ihren fortwährenden Konflikt, der im Grunde der Liebe eines sich sorgenden Vaters geschuldet ist. In der zweiten Hälfte wurde viel Wert auf die Auseinandersetzung mit dem Rassismus im damaligen New York gelegt. Das wurde zwar schon etliche Male durchgekaut, doch interessanterweise spart der Film auch Rassismus seitens von Schwarzen gegenüber Weißen nicht aus, was man schon seltener sieht. Auch wenn die zweite Hälfte im Grunde vorhersehbar sein mag, ist sie insgesamt dennoch gelungen und stimmig, wobei vor allem das Ende zu gefallen weiß.

Über jeden Zweifel erhaben sind die Darsteller: Robert De Niro (Taxi Driver) überzeugt als besorgter Vater, wobei besonders das Zusammenspiel mit Francis Capra, der den 9-jährigen Calogero spielt, zu einigen bewegenden Momenten führt. Die Übertragung des noch immer andauernden Grundkonfliktes zwischen Vater und dem nach wie vor der Mafia zugetane Sohn in das Teenageralter kann von Lillo Brancato überzeugend weitergeführt werden. Seine Entwicklung wird dabei recht glaubwürdig geschildert. Mafia-Boss Sonny wird von Chazz Palminteri (Running Scared), der auch das Drehbuch schrieb, gespielt. Palminteri, der auch selbst in der Bronx aufwuchs, erweist sich dabei als Idealbesetzung und begeistert als nicht minder charismatischer Gegenpol zu De Niros Figur und schafft es, dass der Zuschauer die Faszination, die er auf den Jungen ausübt, in keinem Moment in Frage stellt. In einer kleinen Nebenrolle ist übrigens noch ein alter Bekannter zu sehen: Joe Pesci (Casino) gibt sich in einem Gastauftritt die Ehre.

Alles in allem ist De Niro mit In den Straßen der Bronx ein gelungenes Regiedebüt geglückt, das besonders durch seine dichte Atmosphäre, durch die der Zuschauer direkt ins damalige New York entführt wird, und die starken Darsteller überzeugt. Kleinere dramaturgische Schwächen, die sich zwischenzeitlich einschleichen, sind dabei verzeihbar und schmälern den Filmgenuss kaum.



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