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Der Film ist sicherlich einer der psychologisch eindruckvollsten Dinge, die man in letzter Zeit im Horror/Thriller-Genre gesehen hat. Leider wird er an manchen Stellen so brutal, dass man geneigt ist, die Augen zu schließen und sich abzuwenden.
Um die richtigen Vorraussetzungen für diese Review (und diesen Film) zu schaffen, muss ich erstmal auf meine Vorlieben im Kino eingehen. Ich liebe Horror und Thriller über alles! - Nichts kann spannend, gruselig, ekelig oder erschreckend genug sein, dass ich nicht jubelnd im Publikum sitze und meine höchste Freue habe. Also sollte dieser Film doch eigentlich genau das Richtige für mich sein, oder? Das dachte ich mir vorab auch, denn was kann es Besseres geben, als ein Virus, der sich wie eine Seuche über die Erde ausbreitet und jeden Menschen in ein blutrünstiges Monster verwandelt?
Und da sind wir auch schon mitten drin in der Story: Ein durch militante Tierschützer freigelassener Versuchs-Affe infiziert die ersten Menschen mit dem Virus, das sich durch das Blut überträgt. Jeder der mit dem Blut eines Infizierten in Berührung kommt, wird zu einer mordenden Bestie und kennt nichts außer seinen blutrünstigen Gelüsten. 28 Tage später hat sich die Seuche über die komplette Erde verbreitet und es gibt nur noch wenige nicht infizierte Menschen, die natürlich versuchen, den Angriffen der Menschenbestien zu entkommen. Vier dieser Überlebenden versuchen nach Manchester zu kommen, denn dort soll es eine Militäreinheit geben, die die Lage unter Kontrolle zu haben scheint.
Allein die Parallele zu der momentan SARS-Situation stößt bei dem Film schon sauer auf. Natürlich kann dafür niemand etwas, denn wer hätte sich bei Produktionsbeginn ausmalen können, dass sich die Menschheit wirklich mit einem solchen Virus (vielleicht nicht so massiv wie im Film dargestellt, aber dennoch tödlich) konfrontiert sieht. Selbst davon abgesehen erzählt der Film seine Geschichte zu "extrem", denn das was man hier als Kinobesucher zu sehen bekommt, hat nichts mehr mit Effekten und Gruselfaktoren zu tun. Es fliegen Körperfetzen durch die Gegend, die Leichen sind sehr (fast schon zu) realistisch dargestellt und einige Szenen ließen sogar in mir den Ekel ein wenig aufsteigen.
Für mich ist und bleibt der Film einfach zu brutal dargestellt, um wirklich Film sein zu dürfen. Denn letztendlich will ich unterhalten werden und das schaffte 28 Days Later nicht wirklich, da mir im Nachhinein nur noch die entsprechenden Szenen im Kopf blieben, an die ich mich eher ungern erinnere. Auch wenn der Film eine gute und spannende Geschichte erzählt so will niemals das echte Thriller-Feeling aufkommen, da es nur um die Slashereffekte und mausetote Leichenfetzen geht. Man legte im Team anscheinend überhaupt keinen Wert darauf, dass man eine Zukunftsvision erzählt, die abschrecken soll, sondern nur darauf, dass die Hälfte der Leute vor Ende des Filmes den Saal verlässt. Daher den Tipp: Liebe Kinobetreiber stellt bei der Vorstellung von 28 Days Later schon mal die Eimer bereit oder beschildert den Weg zur Toilette besonders auffällig. |