Der dritte Teil um die Abenteuer der beiden Revolverhelden Cat Stevens und Hutch Bessy unter der Regie Giuseppe Colizzis bietet eine gelungene erste Hälfte, die spannungsvoll und mit einigem schwarzen Humor in Szene gesetzt wurde. Leider bleibt die zweite Hälfte dann deutlich hinter den zuvor geschürten hohen Erwartungen zurück und bietet einen mauen und unspektakuläreren Showdown nach 08/15-Schema.
Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie Filme oder Filmreihen durch den Erfolg ihrer Darsteller zu etwas ganz anderem werden. Manchmal ändern Fortsetzungen einfach ihren Fokus, wie beispielsweise Bryan Singers X-Men-Reihe, deren Fokus im ersten Teil noch auf einer effektvollen Comicverfilmung lag und sich spätestens im dritten Teil der Reihe, X-Men: Der letzte Widerstand, fast ausschließlich auf die beiden mittlerweile zu Topstars mutierten Schauspieler Halle Berry und Hugh Jackman fixierte. Manchmal surft ein Film auch auf dem Erfolg des Hauptdarstellers in einem anderen Film, wie Texas, Addio, dessen Titel kurzerhand in Django, der Rächer umbenannt und der neu synchronisiert wurde, um ein wenig auf der Erfolgswelle mit zu schwimmen, die Hauptdarsteller Franco Nero in seiner Rolle in Sergio Corbuccis Django auslöste.
Besonders die Trilogie um die beiden Revolverhelden Cat Stevens und Hutch Bessy sticht unter diesen Gesichtspunkten besonders hervor. So synchronisierte man in Deutschland den von Terence Hill gespielten Cat Stevens im ersten Teil (Gott vergibt ... Django nie!) einfach in Django um, damit man auf dem Rücken des Erfolgs von Sergio Corbuccis wegweisendem Italowestern noch ein paar Kinotickets mehr verkaufen konnte. Allein diese minimale Änderung wäre natürlich noch nichts Besonderes, da dies eine Zeit lang in Deutschland eher die Regel als die Ausnahme war. Doch der Film bekam wie seine beiden Nachfolger auch ein Jahrzehnt später eine weitere Synchronfassung spendiert. Da die beiden Hauptdarsteller Bud Spencer und Terence Hill durch ihre Prügelklamaukfilme wie Die rechte und die linke Hand des Teufels oder Vier Fäuste für ein Halleluja zum weltweit erfolgreichen Duo wurden, beschloss man, aus den Filmen einfach die italowestern-üblichen Gewaltszenen herauszuschneiden und mit einigen stellenweise mehr als unpassenden Klamauksprüchen zu versehen.
Doch so kurios die Tatsache der zweiten Fassung des Films, beziehungsweise der Filmreihe, wohl ist, so weit ist Hügel der blutigen Stiefel in der werkstreuen Schnitt- und Synchronfassung davon entfernt, ein wirklich außergewöhnlicher Film zu sein. Dies ist insofern schade, da der Film von Regisseur Giuseppe Colizzi (Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle) spannend beginnt und mit dem immer wieder durchscheinenden schwarzen Humor durchaus Akzente setzt. Doch spätestens mit Einsetzen der Haupthandlung ist der Film nur noch ein schön in Szene gesetzter 08/15-Streifen, der weder etwas Neues bietet, noch das Bekannte wenigstens irgendwie bemerkenswert variiert. Besonders der finale Showdown weckt das Gefühl, dies alles schon einmal so oder so ähnlich gesehen zu haben.
Auch die Darsteller setzen hier keine wirklichen Akzente und machen durch die Bank weitgehend Dienst nach Vorschrift. Terence Hill (Doc West - Nobody ist zurück) füllt seine Rolle als wortkarger Held zwar routiniert aus, mehr aber auch nicht. Sein jahrelanger Wegbegleiter, Kultfigur Bud Spencer (Aladin), wird wie in den beiden vorherigen Filmen weitgehend auf seine körperliche Präsenz reduziert und besinnt sich darauf, grimmig auszusehen. Dies funktioniert auch hier aufgrund der erneut relativ geringen Screentime recht gut - hinterlässt allerdings nicht wirklich einen nachhaltigen Eindruck. Dem restlichen Cast um den dritten Revolverhelden im Bunde, Woody Strode (Schneller als der Tod), ergeht es ebenso. Viele Figuren werden eingeführt und alle bekommen eine derart geringe Screemtime, dass man stellenweise Probleme hat zu wissen, wer nun wer ist und was er will.
So ist der Film von Giuseppe Colizzi durch seine kuriose zweite Fassung zweifellos ein interessantes Zeitdokument. Mehr allerdings auch nicht. Zwar bieten Regisseur Giuseppe Colizzi und sein Kameramann Marcello Masciocchi einige schöne Bilder und einen gelungenen Anfang - dies ist dann aber leider auch schon alles, denn etwas Neues haben sie dem Genre nicht hinzuzufügen. So ist Hügel der blutigen Stiefel unterm Strich ein routinierter, wenn auch allzu austauschbarer Italowestern geworden, der zwar seine Momente hat, jedoch in der Masse gleichartiger Filme völlig untergeht.