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Pitch Perfect

(Pitch Perfect, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

71%



Inhalt

Beca ist neu an der Schule und tut sich wegen ihrer schüchternen Art schwer damit, Freunde zu finden. Doch als eine Mitschülerin sie singen hört, wird sie in einer Gesangsgruppe aufgenommen. Die Mädchen darin sind zwar sehr unterschiedlich und geraten immer wieder aneinander, aber wenn es ums Singen geht, dann ziehen alle an einem Strang. Um sich gegen andere Gesangsgruppen durchsetzen zu können, wird Beca zu einem enorm wichtigen Bestandteil der bunt gemischten Truppe.

Kritik

von Max Fischer

Wertung Kritik

71%

Nur wenige kennen die genaue Ursprungsbedeutung des Wortes "alla cappella". Aber wie Musik "nach Art der Kapelle" hören sich die heutigen, populären "A cappella"-Stücke, die schon seit einiger Zeit das Internet überschwemmen, wahrlich nicht an. Das dachte sich wohl auch Regisseur Jason Moore und statt konservativer Chorgesänge tischt er uns lieber eine rotzfreche Coming-of-Age-Story auf, vor der sich die gesamte YouTube-Generation verbeugen darf. Dabei trifft der Spielfilmdebütant häufig den richtigen Ton, haut stellenweise kräftig in die Tasten und setzt einem noch jungen Mythos ein würdiges Denkmal. Vor allem macht das Werk aber einfach Laune!

Bild aus Pitch Perfect Dieser Umstand trifft zumindest auf die musikalischen Einlagen zu, die, Gott sei Dank, recht zahlreich aufzufinden sind. Die eigentliche Geschichte rund um die Außenseiterin Beca (Anna Kendrick), die an ihrem neuen College zunächst widerwillig einer Mädchen-Gesangsgruppe beitritt, die später ihr gesamtes soziales Umfeld auf den Kopf stellt, ist nicht neu. Ganz im Gegenteil! Sie ist wahrscheinlich so alt wie der Begriff "alla cappella" selbst und damit hat der Streifen auch ein Problem, das fast jedes Filmmusical betrifft: Verstummt der Gesang, so stirbt die Seele. Die Musik gibt den Ton an. Alles dazwischen wirkt arg verstaubt, klischeeüberladen und beliebig.

Wirklich alles? Nein, eine große Ausnahme gibt es da noch! Denn wo das Drehbuch bei der Zusammenführung der unterschiedlichen Handlungsstränge gnadenlos versagt, haut der derbe Humor richtig auf den Putz. Das liegt nicht nur an den Gags selbst, sondern auch an den Darstellern, die diese vortragen. Neben einer bezaubernden Kendrick erweist sich hier der Rest ihrer neuen Mädchengruppe als ein großes Plus von Pitch Perfect. Von knallharter Lesbe (Ester Dean), über sexsüchtige Diva (Alexis Knapp), bis zur gnadenlos ehrlichen "Fat Amy" (Rebel Wilson) findet man einfach alles, was das versaute Herz begehrt. Ihnen ist es zu verdanken, dass sich die bereits angesprochenen Lückenfüller zwischen Fluchen und Singen relativ schnell verflüchtigen und Platz machen für ein wirklich stimmgewaltiges Frauengewitter, bei dem die Grenzen zwischen "Dirty Talk" und Romantik fließend ineinander übergehen. Angereichert wird dieser explosive Cocktail mit zahlreichen, namenhaften Gaststars, die jedes Superbad-Herz höher schlagen lassen.

Man kann jetzt natürlich die Frage stellen, ob so ein Film ohne eine etwas standardisierte Handlung auskommen kann, in der Liebe und Schmerz stets eine zentrale Rolle spielen? Die Antwort muss in diesem Fall ganz klar JA lauten, denn alles, was die Figuren und schlussendlich das Kinoerlebnis lebendig werden lässt, geben ihnen die Schauspieler durch ihre bloße Präsenz, sowie ihr ausdrucksstarkes Spiel schon mit auf den Weg. Improvisation lautet hier das Zauberwort, das alle narrativen Sorgen in den Wind schießt. Es ist auch schade, dass man der Musik in den entscheidenden Momenten kein Mitspracherecht gewährt und sie für platte Dialoge das Feld räumen lässt. Gleichzeitig ist es aber schön zu sehen, wie das Werk seinem Genre die offenen Grenzen aufzeigt. Schmutzige Sprüche in einem Musical, das ist immer eine brisante Mischung, die nicht jeden ansprechen wird. Doch in einem Meer aus alten Schallplatten scheint man hier Teile einer goldenen CD gefunden zu haben.

Die schon angedeutete ganz, ganz große Stärke ist und bleibt die Musik. Wenn die unterschiedlichen Tanz- und Gesangsgruppen die Bühne stürmen, um einen Hit nach dem anderen auf ihre eigene Art zu performen, dann hält das kaum ein Bein am Boden. Von aktuellem Chartstürmer bis zum zeitlosen Klassiker wird beinahe jeder Geschmack bedient. Wer mit Musicals allgemein aber wenig anfangen kann, den wird auch dieser rasante Ritt nicht abholen können. Alle anderen dürfen sich dagegen auf einen wunderbaren Trip durch die Populärkultur freuen.

Pitch Perfect ist ein Hochgenuss, solange liebliche Gesänge oder ein flotter Fäkalhumor die kargen Universitätsgänge durchströmen. Die Handlung platzt dabei jedoch vor Konventionen fast aus ihrem eh schon sehr engen Korsett. Die Devise für einen möglichen Nachfolger ist daher glasklar: Mehr Kotze, mehr Musik und weniger Geschichte!

Keine weitere Wertung


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Dt. Start: 14. Juni 2012
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