Vom Drehbuch über die Darsteller bis zur Inszenierung ist hier wirklich alles auf unterirdischem Niveau. Der von Siggi Götz in Szene gesetzte vierte und, aller Voraussicht nach, auch letzte gemeinsame Film der "Supernasen" Mike Krüger und Thomas Gottschalk, kann leider trotz vielversprechender Ausgangsidee nur als völlig misslungen bezeichnet werden.
Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, in seinen Lieblingsfilm einsteigen zu können? Wahrscheinlich werden nur wenige noch nie auf diese Idee gekommen sein. Die Ausgangslage, die der nunmehr vierten Zusammenarbeit von Mike Krüger und Thomas Gottschalk nach Piratensender Powerplay, Die Supernasen und Zwei Nasen tanken Super zugrunde liegt, ist also in jedem Fall erfolgversprechend.
Doch Kapital wird leider in keiner Weise aus dieser Idee geschlagen. Denn anstatt eine liebevolle Hommage an das Medium Film abzuliefern, wird die Grundidee völlig vergeudet und dient hier vielmehr als eine unausgereifte Rahmenhandlung für einige Sketche. Dies wäre zwar schade, aber immer noch hinnehmbar, wenn diese wenigstens zünden würden. Doch davon ist hier keine Spur. Dass der ganze Humor furchtbar plump daherkommt, ist für Kenner der vorherigen Teile wohl sicher keine Überraschung, insofern könnte man das immerhin noch als konsequent bezeichnen.
Doch hier kommt alles so extrem vorhersehbar daher, dass man die Dialoge teilweise mitsprechen kann, wenn man den Film zuvor noch nie gesehen hat. Die Anspielungen an Filmhits sind bestenfalls oberflächlich und erreichen dabei nicht einmal die niedrige Qualität der Scary Movie-Reihe. So müssen sich die beiden Drehbuchautoren Gottschalk und Krüger die Frage gefallen lassen, ob sie überhaupt je mehr als die Filmplakate der entsprechenden Filme gesehen haben.
In darstellerischer Hinsicht muss man Krüger und Gottschalk in jedem Fall beglückwünschen. Natürlich nicht für ihre gute schauspielerische Leistung, sondern viel mehr für die Weise Entscheidung der beiden, ihr Glück in einem anderen Bereich der Medienwelt zu suchen. Es ist nicht nur so, dass sich die beiden seit ihrem Debüt schauspielerisch nicht verbessert hätten - vielmehr hat sich ihre darstellerische Leistung sogar seit Piratensender Powerplay noch verschlechtert.
Regisseur Siggi Götz bekleckert sich allerdings ebenfalls nicht gerade mit Ruhm. Die gesamte Inszenierung driftet ebenso lieblos wie fantasielos vor sich hin. Gerade die Szenen, die in den (fiktiven) Filmen spielen, wirken misslungen. Nicht nur, dass es deutlich zu erkennen ist, dass das Budget nicht für mehr als die immer gleichen Nebendarsteller gereicht hat - alles wirkt einfach langweilig.
Die Musik der Gebrüder Guido und Maurizio De Angelis, die hauptsächlich für ihre musikalische Untermalung zahlreicher Bud Spencer-Filme (z. B. Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle) ein Begriff sein dürften, ist durchaus als gelungen zu bezeichnen. Allerdings lässt Regisseur Götz ihr Lied supernoses gefühlte eintausend Mal anspielen, sodass es ebenfalls recht bald auf die Nerven geht.
Am Ende bietet Die Einsteiger nicht viel mehr als eine erstklassige Grundidee. Doch wenn eine Grundidee einen guten Film machen würde, könnte man sich das Drehen sparen. Und vielleicht wäre das in diesem Fall sogar die vernünftigste Idee gewesen, denn eine derart beschämende Umsetzung hat die Ausgangslage nicht verdient, denn hier treffen eine lieblose Inszenierung auf ein schwaches Drehbuch und miserable Darsteller.