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Ralph reichts

(Wreck-It Ralph, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

84%



Inhalt

Wreck-It-Ralph ist der Bösewicht eines Videospiels, damit ist ihm Respekt gewiss. Aber ihm wäre es viel lieber, wenn er so beliebt wäre wie sein Widersacher Fix-It-Felix. Als ein neuer First-Person-Shooter auf den Markt kommt, sieht Ralph seine Chance gekommen: Er will als guter Held durchstarten. Das Problem: Seine zerstörerische Wut kommt immer wieder durch. Doch dann begegnet er Vanellope von Schweetz, die aus einem Autorennspiel stammt. Schafft sie es, aus ihm einen guten Helden zu machen?

Kritik

von Max Fischer

Wertung Kritik

75%

In vielen Punkten kann man Produzent John Lasseter nur zustimmen, wenn er sagt: "The hallmark of a Disney film is the heart and it's the foundation of Wreck it Ralph. It is one of the funniest films I've been associated with - so clever and beautiful. But it's the heart that just catches you by surprise." Den Highscore bricht die animierte Videospielhommage allerdings nicht.

Bild aus Ralph reichts Diesen Umstand darf man jedoch nicht der inhaltlichen oder visuellen Gestaltung des Werks ankreiden. Ganz im Gegenteil: Der Film selbst ist eine Wucht und steckt viele Genrekonkurrenten locker in die Tasche. Die Geschichte von Videospielbösewicht Randale-Ralph (engl. John C. Reilly/dt. Christian Ulmen), der in seinem Arcadespiel "Fix-it Felix Jr." immer den "Bad-Guy" verkörpert, bis er schließlich, aufgrund fehlender Anerkennung, sein Game verlässt, ist ein Fest für die Sinne. Frei nach dem Motto des Altmeisters Walt Disney, der stets für jeden Lacher auch eine Träne forderte, hetzt der Streifen seinen Protagonisten von einem aberwitzigen Spieluniversum zum nächsten, ohne dabei gefühlsmäßig ins Abseits zu driften. Ob realistischer Sci-Fi-Shooter oder kunterbunter Kartracer, für jeden Geschmack wird hier etwas geboten. Gestandene Zocker werden wohl die eine oder andere Nostalgieträne vergießen müssen, denn nicht nur dem alten Street Fighter wird hier mehr als offensichtlich gehuldigt, sondern auch ein kleiner, blauer Igel flitzt durch einige Filmminuten. Die zahlreichen weiteren "Easter Eggs" werden natürlich nicht verraten.

In der zweiten Hälfte kann Ralph reichts dann aber auch mit eigenen Kreationen punkten. Besonders ins Zentrum rückt die vorlaute Vanellope von Schweetz (engl. Sarah Silverman/dt. Anna Fischer), die ähnlich wie Ralph eine eher undankbare Rolle in ihrer Welt "Sugar Rush" ausfüllt. Sie ist ein sogenannter "Glitch", ein Fehler im Spiel, der eigentlich gar nicht existieren dürfte. Gemeinsam versuchen die beiden Außenseiter nun, den wahren Helden in sich zu wecken. Aber Eile ist geboten, denn bevor in der kultigen Arcade-Halle die Lichter angehen und zahlreiche Kinder die Automaten stürmen, müssen die zwei Chaoten wieder "ready for action" sein, sonst heißt es "Game Over".

Selbstverständlich funktioniert das Werk meist nur über die vielen Referenzen zu alten Spielhallenklassikern und bezieht auch einen Großteil seiner Gags aus dieser Quelle. Dennoch bleibt er über die gesamte Laufzeit recht unterhaltsam, wenn auch mit kleinen Längen. Ein ähnliches Humorfeuerwerk wie im diesjährigen Hotel Transsilvanien sollte man aber nicht erwarten, dafür bietet Ralph reichts auf dem emotionalen Level mehr fürs Herz. Die Figuren sind trotz ihres spielerischen Hintergrundes glaubhaft gezeichnet, könnten jeden Niedlichkeitspreis abstauben und werden so zum stärksten "Power-Up" der Story.

Das größte Problem des Films liegt aber, wie bereits erwähnt, nicht in seinem Inneren. Es ist die Zeit, in der Regisseur Rich Moore sein Baby veröffentlicht. Videospiele sind gerade in der Mitte der Gesellschaft angekommen und schielen gerade in die Richtung einer anspruchsvollen Kunstform, da wäre dieser Brückenschlag gerade richtig gewesen, um die einstige Außenseiterrolle des Mediums zum Thema zu machen und ein wenig über den Tellerrand zu blicken. Die entsprechende Metaebene hätte man wunderbar über die einzelnen Charaktere herstellen können, ohne den Status eines Familienfilms zu gefährden. Ja, "hätte" man, wäre da nicht der Konjunktiv. So bleibt der Streifen ein netter Blick in die Vergangenheit, ein Fest für Retro-Fans plus Nachwuchs und trotzdem eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Die Verpackung stimmt, wirkt ausgefallen, ideenreich und neu, nur der Inhalt, so berührend und unterhaltsam er auch sein mag, tritt auf der Stelle. Etwas mehr von Disneys neu erworbenem Pixar-Flair und wir würden hier über einen modernen Klassiker sprechen.

Ralph reichts traut sich was! Genau wie sein Titelheld begibt sich der Film thematisch in neue Welten. Die Reise ist kunterbunt, einfallsreich, getragen von einem peitschenden Soundtrack und voller Tränen der Trauer, sowie der Freude. Eben ein echter Disney. Doch der nostalgische Trip führt nur in eine verträumte Vergangenheit und endet schließlich in einer Sackgasse. Es fehlt der Weitblick, ein aktuelles Statement, das in subtiler Form so gut zwischen Ralphs Hosenträger gepasst hätte.

P.S.: Das 3D bleibt, wie beinahe immer, ein netter Zusatz, mehr nicht!

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

83%

Es ist immer wieder schön zu sehen, dass auch Disney den Mut besitzt, einen solchen Film zu produzieren. Gerade bei einem Animationsfilm geht man ja gerne konventionell zu Werke, doch ein solches Nerdfest hätte man vom Mickey Maus Konzern sicherlich nicht erwartet. Kreativ ohne Ende, mit unzähligen Videospielreferenzen ausgestattet und einer solch originellen Geschichte aufwartend, wundert man sich als Zuschauer fast schon, dass der Film nicht unter der Haube von Pixar entstanden ist. Die Figuren sind liebevoll gestaltet, der Zuschauer ist emotional mitten im Geschehen und selbst die deutsche Synchronisation ist überraschend gut gelungen. Hervorzuheben hierbei eine der talentiertesten deutschen Jungschauspielerinnen, Anna Fischer, die wirklich eine hervorragende Version der Originalsprecherin Sarah Silverman zum Besten gibt. Ein toller Film, weniger für die kleineren Zuschauern, sondern eher für alle, die schon über einen längeren Zeitpunkt mit Videospielen groß geworden sind.

Kurzkritik

von Albert Imroth

Wertung Kurzkritik

93%

Anspielungen auf die Popkultur sind inzwischen quasi ein fester Bestandteil in Animationsfilmen - wohl hauptsächlich, um Erwachsenen eine Ebene zu geben, auf der auch sie den Film genießen können, während ihre Kinder ohnehin Spaß haben. Ralph reicht's treibt diese Formel noch ein ganzes Stück weiter und ist in sich eine Referenz. Die Arcade- und Konsolenspiele, um die es hier hauptsächlich geht, sind Teil einer ganzen Welt, die dem jüngeren Publikum völlig unbekannt ist. Aber wohl so ziemlich jeder Erwachsene findet in dieser kreativen Wundertüte Spiele wieder, die er selbst gespielt hat. Dabei ist das alles so liebevoll und witzig ausgedacht, gestaltet und umgesetzt wie man es zwar von Disney erwartet, aber besitzt darüber hinaus auch noch genug Ironie, um den Humor etwas weiter zu treiben. Die Geschichte ist zudem wunderbar erzählt, mit Moral, aber ohne Zeigefinger, und nimmt sogar die eine oder andere überraschende Wendung. Das größte Plus sind aber ohne Zweifel die Synchronstimmen. Vor allem John C. Reilly und Sarah Silverman hat man noch nie so gut gesehen, wie man sie hier hören kann. Ein Riesenspaß und besser als jede echte Videospielverfilmung.



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