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Game of Werewolves

(Lobos de Arga, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

72%



Inhalt

Als Kind verließ Tomas Marino sein Heimatdorf, das verschlafene Örtchen Arga, in Richtung Madrid. Doch überraschend erhält er, mittlerweile als recht erfolgloser Romanautor tätig, eine Einladung, um dort zum Ehrenbürger ernannt zu werden. Doch kaum angekommen erfahren er und sein betrügerischer Verleger Mario, dass dies eine Falle war. Die beiden sollen einem Werwolf zum Fraß vorgesetzt werden - um so einen bereits 100 Jahre dauernden Fluch, der auf dem Dorf lastet, zu brechen.

Kritik

von Florian Tritsch

Wertung Kritik

72%

Mit seiner Horrorkomödie erfindet Juan Martinez Moreno, Autor und Regisseur in Personalunion, das mittlerweile mehr als überstrapazierte Genre des Werwolf-Films definitiv nicht neu. Jedoch kann sein herrlich klassisch in Szene gesetztes Werk mit im Großen und Ganzen gelungenem Humor und noch mehr altmodischem Charme die komplette Laufzeit mehr als gut unterhalten - mehr allerdings auch nicht.

Bild aus Game of Werewolves Wann und wie die Legende von Menschen, die des Nachts zu Wölfen mutieren, entstanden ist, darüber lässt sich heute lediglich spekulieren. Doch die Ursprünge lassen sich, je nach Interpretation, bis zu Höhlenmalereien von Wesen halb Mensch und halb Tier zurückverfolgen. Bereits im 16. Jahrhundert war der Mythos so weit fortgeschritten und verbreitet, dass selbst der schwedische Bischof, Kartograf und Geograph Olaus Magnus in seinem Buch über die nordischen Völker Europas, Historia de gentibus septentrionalibus, von Menschen berichtete, die sich bei Vollmond in wolfsähnliche Geschöpfe verwandeln. Und wie viele andere europäische Volkssagen wäre wohl auch dieser Mythos mittlerweile längst in Vergessenheit geraten.

Doch anders als beispielsweise der walisische Addanc hatte er das "Glück", für den Anfang der 1900er Jahre aufstrebenden Horrorfilm entdeckt zu werden. So feierte der Werwolf 1912 in Henry MacRaes Stummfilm The Werewolf sein Leinwanddebüt. Doch seine Filmkarriere hätte eine kurze werden können. Denn weder die wenigen Stummfilme noch Stuart Walkers 1935 erschienener Der Werwolf von London konnten die Erwartungen der Produzenten an den Kinokassen wirklich erfüllen. Doch dann folgte sechs Jahre später George Waggners mittlerweile legendär gewordener Gruselklassiker Der Wolfsmensch - der dem Werwolf bis heute einen festen Platz im Horrorfilmuniversum bescherte.

Neben dem Hollywoodkino entdeckte man während der späten 1960er Jahre in Spanien den Werwolf ebenfalls als eine attraktive Schreckensgestalt und etablierte recht bald eine eigene Art Werwolf-Film, am bekanntesten darunter dürfte wohl die sogenannte Waldemar-Daninsky-Reihe mit dem unvergessenen Paul Naschy sein. Juan Martinez Moreno (A Good Man) griff dieses Konzept nun auf und inszeniert hier eine Hommage an die klassischen Werwolf-Filme der alten spanischen Schule.

Und genau dies ist auch die große Stärke seines Films, welche ihn so wohltuend abhebt von der nicht gerade geringen Masse anderer aktueller Werwolf-Filme. Denn anstatt weitgehend auf computergenerierte Monster und Effekthascherei zu setzen, wie beispielsweise Louis Morneaus Werwolf - Das Grauen lebt unter uns oder Christian Pindars Lycan - Angriff der Werwölfe, präsentiert sich Game of Werewolves - Die Jagd beginnt! herrlich Oldschool. Vom kleinen Dörfchen in Galizien, das dieselbe Atmosphäre versprüht wie Genreklassiker a la Enrique Lopez Eguiluzs Die Vampire des Dr. Dracula oder Leon Klimovskys Nacht der Vampire, bis zum Design der Werwölfe, die von echten Darstellern in Kostümen im Look der spanischen Genreklassiker daherkommen - in alledem liegt der Charme der alten Klassiker in der Luft .

Wohl wissend, dass nur mit altmodischem Charme allein im Horrorfilmgeschäft heutzutage kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, bettete Juan Martinez Moreno das Ganze in eine Komödie ein. Und glücklicherweise verschenkt Moreno nicht das atmosphärische Potenzial zugunsten einer 08/15-Parodie vom Schlage der Scary Movie-Reihe. Die Geschichte ist hier keine Aneinanderreihung von Gags, sondern bewahrt sich die komplette Laufzeit über eine erzählerische Eigenständigkeit. Moreno überzeichnet seine stereotypen Horrorfilmfiguren nur leicht, um so der auch in den Originalfilmen latent vorhandenen Absurdität vollends Tür und Tor zu öffnen.

Dass dieses Konzept deutliche Parallelen zu Edgar Wrights Shaun of the Dead aufweist, ist natürlich unverkennbar - und mit diesem kann sich Game of Werewolves - Die Jagd beginnt! dann leider doch nicht ganz messen. Dies liegt in erster Linie daran, dass Moreno in der zweiten Hälfte den Horroranteil stellenweise aus den Augen verliert und den Film in die eine oder andere Albernheit abdriften lässt. Dazwischen schleichen sich, besonders auf das Ende hin, zudem immer wieder ein paar zäh wirkende Längen ein - die dem Film jedes Mal an Fahrt rauben und dem ansonsten ordentlichen Inszenierungstempo unangenehm im Wege stehen.

Die Darsteller machen ihre Sache ebenfalls ordentlich. Von Luis Zahera (Cell 211) als knallharter Cop, Mabel Rivera (Das Waisenhaus) als rüstige Großmutter bis zu Carlos Areces (Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod) - man merkt ihnen ihren Spaß an ihren stereotypen Rollen in jeder Minute an. Besonders Manuel Manquina (Torrente - Der dumme Arm des Gesetzes) als nomineller Bösewicht, neben dem Werwolf versteht sich, scheint voll in seiner Rolle aufzugehen und kann in jeder Szene restlos überzeugen. Einzig Hauptdarsteller Gorka Otxoa, der hier in seiner ersten größeren Filmrolle zu sehen ist, steht ein wenig hinter dem restlichen Cast zurück und wirkt stellenweise ein wenig hölzern.

Letztlich ist Game of Werewolves - Die Jagd beginnt! ein sympathischer und unterhaltsamer Film geworden, der Fans der Klassiker ebenso wie all jenen, die Shaun of the Dead mochten, gleichermaßen viel Spaß bereiten wird. Zum ganz großen Wurf fehlt dem Film von Juan Martinez Moreno stellenweise ein wenig Tempo und, im Besonderen in der zweiten Hälfte, ein besser ausbalanciertes Gleichgewicht zwischen Horror und Komödie.

Keine weitere Wertung


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