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Celeste & Jesse

(Celeste and Jesse Forever, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

76%



Inhalt

Jesse und Celeste sind schon seit der High School ein Paar. Nun sind sie jedoch mittlerweile weit über 30 und stellen fest, dass das noch nicht alles in ihrem Leben gewesen sein kann. Celeste schlägt eine Trennung vor, und jeder der beiden soll sich den neuen Partner fürs Leben suchen. Während das Modell bei Celeste aber auf vollen Erfolg stößt, kann Jesse mit der Idee nicht so viel anfangen. Bei beiden tun sich jedoch auf einmal Problemfelder auf, mit denen sie nicht gerechnet hätten. Und so bleibt am Ende die Frage, wer wen eigentlich wirklich liebt.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

83%

Die Liebe ist ebenso wundervoll, wie sie auch überaus grausam sein kann. Ist es dann erst einmal aus, gibt es selten einen Weg zurück. Celeste und Jesse scheinen sich da aber einen eigenen Weg freizuhalten, den der besten Freunde. Warum nicht einfach weiter zusammen sein, ohne ein Paar zu sein? Ein bekanntes Motiv aus einem anderen hinreißenden Film, das hier einfach mal auf den Kopf gestellt wird. Darüber hinaus weist diese Geschichte aber noch viel Überraschungspotenzial auf und wirkt auch sonst rundherum erfrischend anders.

Bild aus Celeste & Jesse Wozu bloß braucht die Menschheit noch einen weiteren Film, der sich mit dem oft sehr skurrilen Liebesverhalten paarungs(un)williger Erwachsener beschäftigt? Im Grunde ist es doch immer wieder das Gleiche, und nach Romeo und Julia, Harry & Sally sowie Der Rosenkrieg sollte doch ohnehin alles an möglichen Facetten im schmachtvoll-romantischen oft aber tragisch-komischen Mit-und-ohne-einander zwischen Mann und Frau abgehandelt worden sein.

Das Liebesrad neu erfunden hat nun sicherlich auch Celeste & Jesse nicht. Dafür geht er aber auf höchst vergnügliche und unkonventionelle Weise mit dem Althergebrachten um. Zu Beginn gibt dann auch erst mal eine Montage Aufschluss darüber, dass sich hier einstmals zwei wirklich verliebte Menschen begegnet sind, die ursprünglich beabsichtigten, es ein Leben lang miteinander aushalten zu wollen. Sogar amtlich besiegeln ließen sie sich das, obwohl sie sich als modernes Paar jenseits aller Rollenklischees verstanden.

Selbst die Ehe ist aber kein Garant dafür, dass Amors Barkasse nicht Schiffbruch erleiden kann. Eines Tages offenbart Celeste (Rashida Jones) ihrem Noch-Gatten, Jesse (Andy Samberg), dass für sie das Ende der mehrjährigen Beziehung gekommen sei. Kein Grund aber, um nicht weiterhin Freunde zu bleiben - beste Freunde sogar. So leben die beiden künftig Tür an Tür, genaugenommen wohnt nun "Künstler Jesse" in seinem Atelier, das an die ehemals gemeinsame Wohnung anliegt. Privat verbringen sie allerdings auch weiterhin alle freie Zeit in trauter Harmonie gemeinsam. Ihr Freundeskreis ist zunächst irritiert, alsbald jedoch reichlich angenervt von diesem seltsamen Gebaren. Offensichtlich sind beide nicht wirklich gewillt, Schluss zu machen, und flüchten sich in eine infantile Grauzone des Nichtendgültigen.

Selbst diese Phase hält jedoch nicht ewig an. Während Celeste, die Buchautorin ist und der zum Teil eine Marketingagentur gehört, sich beruflich auf Erfolgskurs befindet, schlingert Freigeist Jesse, immer wieder mal arbeitslos, eher herum. So bittet ihn seine Ex-Partnerin schlussendlich dann doch noch ganz offiziell um die Scheidung. Bisher wähnte sich Jesse in der Vorstellung, der Sprung im Gefäß ihrer Liebe sei vielleicht noch zu kitten; die Scheidung bringt indes etwas Endgültiges mit sich. Seltsamerweise ist es aber Jesse, der sich dann als Erster neu orientiert. Und Celeste, die ihre Freiheit haben wollte, sieht die Neue im Leben des Ex nun überraschend als Nebenbuhlerin an, obwohl es dafür, rational betrachtet, keinen Grund gibt.

Das Leben schlägt bekanntermaßen manche unerwartete Wendung; gleiches gilt auch für Celeste & Jesse, sodass dem Publikum bei dieser ebenso frischen wie fröhlich-frechen Antithese zu Harry & Sally nie langweilig wird. Die hohe Glaubwürdigkeit der Story mit ihrer Mischung aus dramödienhaften Elementen, Romantikklamotte und ebenso einigen Fremdschämmomenten wie Slapstickeinlagen ist wohl dem Umstand zu verdanken, dass die Hauptdarstellerin, Rashida Jones (Ein Jahr Vogelfrei), auch mit für das Drehbuch verantwortlich war und sich den Part der Celeste gewissermaßen auf den Leib schreiben konnte. Eine leicht pikante Note erhält das noch zusätzlich dadurch, dass sie das Skript gemeinsam mit ihrem Ex-Freund Will McCormack verfasste, mit dem sie nach einer kurzen Liaison inzwischen überaus gut befreundet ist. Hier wurde also aus dem vollen Leben geschöpft.

Die Authentizität der Geschichte unterstreichen ebenfalls die Dialoge, die nahezu immer auf den Punkt funktionieren, und selbst die mitunter klischeebeladenen Nebencharaktere wirken gewinnend. Darunter hebt sich vor allem Emma Stone (Gangster Squad) ab, die ein nicht ganz so dummes, wie es anfänglich scheint, angehendes Pop-Sternchen spielt und von Celeste in Sachen PR vertreten wird. Und auch Elijah Wood, der immer noch ein wenig damit beschäftigt scheint, sein Hobbit-Image endgültig loszuwerden, liefert als Celestes schwuler Geschäftspartner, der immer einen treffsicheren verbalen Boxhieb parat hält, eine beachtliche Darbietung ab. Leider bekommt der männliche Hauptpart im Verlauf der Geschichte, die sich zusehends Richtung Celeste verschiebt, aber immer weniger Zeit auf der Leinwand, sodass sich Andy Samberg (Chaos Dad) nicht sonderliche hervortun kann; zumindest fügt er sich in seiner Rolle als sympathischer Schluffi aber gut in die Handlung ein.

In diesem bunten Reigen um die Zerbrechlichkeit der Liebe, das Hoffen und Loslassen, wie auch den Umstand des Zurückhabenwollens, wenn sich die Ängste als zu groß erweisen, das zu verlieren, was im Verlauf einer mehrere Jahre währenden Beziehung entstanden ist, brauchte der hierzulande eher unbekannte Regisseur Lee Toland Krieger eigentlich nur noch auf die Balance achten. Seine Handschrift zeichnet sich dann auch durch inszenatorische Zurückhaltung aus, was für diese Geschichte, die ohne weiteres aus sich selbst heraus funktioniert, als die richtige Vorgehensweise angesehen werden kann. So entstand am Ende ein überaus erquicklicher amerikanischer Independent-Film, der in vielen Punkten ganz anders als das übliche romantische Einerlei funktioniert und viel vom wirklichen Leben einfängt. Überaus sehenswert für Verliebte, Ex-Paare und gute Freunde.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

69%

Was auf den ersten Blick wie eine 08/15-RomCom daher kommt, ist über weite Strecken der Spielzeit deutlich mehr: nämlich eine Liebesgeschichte, die sich nicht davor scheut, die Genrekonventionen über Bord zu werfen und mit dem Thema Freundschaft eine wichige, oft vergessene Komponente einbringt. Getragen wird das Ganze von einer tollen Hauptdarstellerin, Rashida Jones, im übrigen auch für das Drehbuch verantwortlich, die schon fast eine kleine persönliche Entdeckung ist. Dass es der Film dennoch nicht in höhere Wertungssphären schafft, ist der Tatsache geschuldet, dass an manchen Stellen etwas der Schwung fehlt und man sich zu häufig mit kleinen Nebensächlichkeiten aufhält. Dennoch ein durchaus sehenswerter Film, der sich glücklicherweise von den unzähligen überflüssigen RomComs abhebt und es zudem versteht, seine Geschichte glaubwürdig und ehrlich zu Ende zu bringen.



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