Blood Night - Die Legende von Mary Hatchet mutet auf den ersten Blick an, wie ein weiterer einfallsloser Slasher ohne jegliche Innovation. Der erfahrene Horrorfan wird jedoch schnell erkennen, dass Regisseur Frank Sabatella ein großer Fan des klassischen 80er-Jahre-Teenie-Horrors ist, nicht zuletzt auch durch die recht expliziten Morde. So wirkt der Film wie eine Hommage an Cunningham und Carpenter etc. Doch der anfängliche Verdacht bestätigt sich bereits nach kurzer Spielzeit: uninteressante Charaktere, eine Story, die keinerlei Überraschungen bietet, und ein Haufen Ideen aus anderen Filmen heben die Geschichte um Mary Maddock nicht über einen mittelmäßigen Slasher hinaus, der nicht allzu lange im Gedächtnis bleibt.
Gleich zu Beginn des Films wird man in das Setting einer scheinbar glücklichen Familie geworfen, in dem innerhalb weniger Sekunden das Chaos ausbricht. Denn das kleine Mädchen, das so friedlich im Kinderzimmer sitzt, scheint plötzlich wie vom Wahnsinn getrieben. Man selbst als Zuschauer hingegen fühlt sich an die guten alten 80er-Jahre-Slasher erinnert. Mit Reihen wie Freitag der 13. und Halloween wurde der Startschuss für eine Flut an mehr oder weniger guten Filmen gegeben, die alle eines gemeinsam hatten: Teenager fielen nach und nach einem Killer zum Opfer. Blood Night - Die Legende von Mary Hatchet scheint nun das Genre wieder aufleben zu lassen, so muten zumindest die ersten 15 Minuten an.
Als der Film allerdings in die heutige Zeit springt, kommt schnell Langeweile auf. Stupide Dialoge, Teenager, die wirklich allen Klischees entsprechen, und sogar der im Horrorfilm unverzichtbare "Prophet of Doom", jemand der vor den Gefahren warnt, überlagern fast eine halbe Stunde.
Erst als es zur Party kommt, überzeugt der Film wieder, durch Splatter-Effekte, die die Herzen von Slasherfans höher schlagen lassen. Im Gegensatz zu den meisten aktuelleren Slashern wird bei Blood Night - Die Legende von Mary Hatchet) die Kamera drauf gehalten, während ein Teenager nach dem anderen sein Leben einbüßt. Man kann dem Film nur schwer vorwerfen, dass einem die Charaktere weitestgehend egal sind. In diesem Genre geht es weniger um sympathische Opferfiguren, sondern viel eher um das Mitraten, wen es als nächstes erwischt und wer eigentlich für die Morde verantwortlich ist.
Genau hier liegt allerdings auch das Problem, denn es wird keine "sympathische" Figur wie Michael Myers oder Jason Vorhees eingeführt, der Killer bleibt hingegen bis kurz vor dem Ende ungesehen. Die Morde fallen optisch zwar spektakulär aus, da die Charaktere jedoch allesamt blass bleiben, wirken sie mehr wie ein Abarbeiten des Drehbuchs. Während der Film so voran schreitet, wird man das Gefühl jedoch nicht los, nahezu jede Wendung, jeden Handlungsstrang schon einmal gesehen zu haben. Erfahrene Horrorfilmfans werden bereits nach wenigen Minuten den größten Twist des Filmes erraten, was ein wenig den Spaß nimmt.
Schauspielerisch ist der Film weitestgehend mit durchschnittlichen No-Names gespickt. Horrorfans werden sich jedoch über Auftritte von Danielle Harris (aus Rob Zombies Neuauflage von Halloween) sowie Bill Moseley (The Devil's Rejects) freuen. Die beiden Genre-Ikonen tun ihr Bestes, doch ihre Rollen sind einfach zu schwach geschrieben, um in ihnen wirklich glänzen zu können.
Als Hommage an das großartige Slasherkino der 80er funktioniert Blood Night - Die Legende von Mary Hatchet ziemlich gut, doch dem Film fehlt gleichzeitig jede Art von Eigenständigkeit. Es bleibt zu bezweifeln, dass Mary Hatchet einen Kultstatus wie Jason Vorhees oder Michael Myers erreichen wird, denn diese waren, gerade in Fortsetzungen, einer der Hauptgründe, zuzusehen. Wer allerdings einfach mal wieder einen 08/15-Slasher mit wirklich guten Effekten sehen möchte, der liegt bei Blood Night - Die Legende von Mary Hatchet genau richtig.