|
Joaquin Phoenix und Claire Danes in einer Geschichte über die Zukunft der Erde, die Machenschaften im Sportgeschäft und die große Liebe in schweren Zeiten.
Von It's All About Love versprach ich mir recht viel, in erster Linie einen gelungenen "romantischen Thriller". Die ersten Minuten erschienen auch noch vielversprechend, die Zusammenhänge waren zwar etwas komplex und immer nur sehr andeutungsweise erzählt, aber dennoch gefiel mir der Streifen zu diesem Zeitpunkt: John (Joaquin Phoenix) kam nach New York und wollte seiner Frau Elena (Claire Danes) eigentlich nur die Scheidungspapiere überbringen, doch diese kam nicht zum Flughafen, sondern schickte zwei Männer, die John überredeten mit ins Hotel zu kommen. Dort angekommen begrüßte er alle Anwesenden sehr überschwänglich (was ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht verstand), so nach und nach wurde dann auch klar, dass Elena eine berühmte Eiskunstläuferin war, die aber anscheinend irgendein Problem hatte. Dummerweise ging dieser Andeutungssteil immer weiter und es begann wirklich zu nerven. Die Story war (wenn man es sich im nachhinein so überlegt) garnicht sooo schlecht, aber die Inszenierung wirkte überhaupt nicht.
Gespickt wurde die ganze Geschichte um Elena und John durch die Zukunft der Erde. Thomas Vinterberg zeigt, wie die Erde in ein paar Jahren aussehen könnte: Menschen fallen scheinbar grundlos tot um und niemand kümmert sich darum, da es zum Alltag gehört. In den Nachrichten wird gezeigt, dass in Afrika an einigen Stellen die Schwerkraft versagt und die Menschen sich mit Seilen am Boden befestigen um nicht wegzufliegen. Dies alles sind zwar gute und nette Ideen, aber sie werden nicht konsequent durchgezogen. Immer wieder fällt einem auf, dass dies und jenes nicht zu den gegebenen Umständen passt, dies schmälert den Spaß am Film dann doch beträchtlich. Letztendlich beginnt es dann auch noch im Sommer zu schneien (eine Vorstellung, die wir auch heute ja schon für unsere Zukunft befürchten) leider wird dafür im ganzen Film keinerlei Erklärung abgegeben, denn es gehört ja nicht zur Handlung, aber warum kommt es dann überhaupt vor? Ich sag Euch warum: Sonst wäre der Film stinklangweilig, denn der Thriller-Anteil des Filmes wird so schlecht umgesetzt, dass ein Film wie Wedding Planner - verliebt, verlobt, verplant mehr Spannung erzeugt!
Eigentlich würde ich jetzt gerne noch auf die weitere Handlung des Filmes eingehen, aber um all denen, die noch nicht abgeschreckt sind, nicht auch die letzte Spannung zu nehmen, lass ich das jetzt lieber mal. Allgemein muss ich sagen, dass die Story garnicht so schlecht ist, aber es wirkt einfach alles sehr aufgesetzt und zu "aneinandergereiht" um wirklich Spannung oder Emotionen beim Zuschauer zu erzeugen. Die Darsteller sind in meinen Augen zwar nicht die schlechteste Besetzung aber wirken irgendwie deplaziert, erst gegen Ende zeigen sich Claire Danes und Joaquin Phoenix wirklich als deren Charaktere und scheinen in sie hingewachsen zu sein.
"Schuster bleib' bei Deinen Leisten": Thomas Vinterberg sollte lieber bei Dogma-Filmen bleiben, denn mir ist die Inszenierung des Filmes doch sehr unangenehm auf den Magen geschlagen. Es wirkt einfach nicht eine solche Geschichte nur so andeutungsweise zu erzählen wie er es tut. Man hätte viel intensiver auf die Gefühle und Emotionen der beiden Hauptdarsteller eingehen müssen (und zwar am Anfang UND am Ende), um dem Film die notwendige romantische Stimmung zu geben. So wirkte es eher für mich, als hätten die Beiden von Anfang an gewußt was am Schluß passiert und nichts in ihrem Gefühlsleben hätte sich geändert. Daher reicht es für den Film leider nichtmal insgesamt zu einem positiven Eindruck. |