| Dt.Start: |
14. November 1996 DVD: 30. Juni 1998
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Premiere: |
08. Märu 1996 (USA) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Krimi, Drama, Thriller |
| Länge: |
98 min
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Land: |
USA, UK |
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Darsteller:
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Frances McDormand (Marge Gunderson), William H. Macy (Jerry Lundegaard), Steve Buscemi (Carl Showalter), Harve Presnell (Wade Gustafson), Peter Stormare (Gaear Grimsrud), Kristin Rudrüd (Jean Lundegaard), Tony Denman (Scotty Lundegaard), Gary Houston (Kunde), Sally Wingert (Ehefrau des Kunden), Kurt Schweickhardt (Autoverkäufer), Larissa Kokernot (Prostituierte), Melissa Peterman (Prostituierte), Steve Reevis (Shep Proudfoot), Warren Keith (Reilly Diefenbach) |
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Regie:
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Joel Coen |
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Drehbuch:
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Joel Coen, Ethan Coen |
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Was an sich ganz ruhig und noch einigermaßen harmlos beginnt, entwickelt sich zu einem plötzlichen und unerwarteten Blutbad. Nicht umsonst trägt der Film im Deutschen noch den Beinamen "Blutiger Schnee", hat man sich hier so selten es scheint beim deutschen Titel einigermaßen Mühe gegeben. Wie viele Filme der Coen-Brüder besticht auch dieser durch seine Einfachheit im Setting und die Komplexität in der Story.
Ein Mann trifft abends in einem Restaurant zwei Männer. Möglichst gewaltlos sollen sie seine Frau entführen und später das vom reichen Vater erzwungene Lösegeld mit ihm Teilen, denn er selbst steckt in einer finanziellen Zwickmühle. Traut man anfangs den beiden Kleinkriminellen keine größeren Brutalitäten zu, eskaliert das Geschehen schließlich doch und eine Leiche nach der anderen färbt den Schnee rot.
Die ländliche Gegend und die ruhige Kameraführung während der gesamten Spielzeit erzeugen das Flair eines verworrenen, aber doch recht simplen Kammerspiels. Trotz der größtenteils kalten, zuweilen stark depressiven Atmosphäre, die durch die karge Schneelandschaft und das bedrohliche Musikthema des Films entworfen wird, sind es nicht die Bilder, sondern in erster Linie die Dialoge, welche die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich ziehen und in ihrer Gesamtheit den Film bestimmen. So baut Fargo - Blutiger Schnee im Vergleich zu heutigen Thrillern die verschiedenen Charaktere weitaus vielschichtiger auf und der mitschwingende schwarze Humor, mittlerweile Markenzeichen der Coen-Brüder, ergänzt die Inszenierung zu einem typisch sonderbaren Coen-Werk.
Von den Charakteren besticht in erster Linie Frances McDormand, die für ihre Darstellung des polizeilichen Landeis Marge Gunderson 1997 nicht ohne Grund den Oskar gewann. So wirkt ihr Schauspiel wie auch später in Burn After Reading sehr natürlich und real. Da sei es ihr verziehen, wenn sie zum unzähligen Mal "Oh Jesses" von sich gibt, was besonders in der nördlichen Region des mittleren Westens der USA ein häufig verwendeter Ausdruck zu sein scheint.
Weisen neuere Filme der Coen-Brüder teils gravierende Ähnlichkeiten auf, kann dies dem vorliegenden Werk jedoch nicht zum Vorwurf gemacht werden, da es schließlich zeitlich früher entstand. Besonders deutlich sticht dabei eine der Endszenen heraus, welche doch sehr stark an den wutentbrannten John Malkovich aus Burn After Reading erinnert.
Der Film an sich verläuft zu keinem Zeitpunkt wirklich überraschend oder spektakulär, kann jedoch mit der Frage, wie die Geschichte für die beteiligten Personen ausgehen wird, bis zum Ende hin einiges an Spannung aufrechterhalten. Als schwarze Komödie ist der Film dennoch nur bedingt tauglich, da die Frage nach dem Sinn des Ganzen wie bei den meisten Coen-Filmen unbeantwortet bleibt. Fargo - Blutiger Schnee wirkt weder unglaublich fiktiv, noch direkt aus dem Leben gegriffen und dürfte, wie die meisten anderen Filme des Regieduos, nur ein vergleichsweise kleines Publikum ansprechen, nicht zuletzt wegen seiner Atmosphäre und den teils argen Längen.