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Indiana Jones muss einmal mehr die Peitsche schwingen, denn diesmal ist's persönlich: Sein Vater ist verschwunden, und die Nazis sind dabei, den heiligen Gral zu finden, um ihn für ihre Zwecke zu missbrauchen. Der dritte und letzte Teil der klassischen Indy-Trilogie (die zwar später fortgesetzt wurde), beendet symbolisch die Ära analoger Tricktechnik in Hollywood und unterhält zudem das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute.
Nachdem Indiana Jones einen archäologischen Irrtum aus Kindertagen berichtigt hat, erhält er ein Päckchen, abgeschickt von seinem Vater. Darin findet er dessen altes Notizbuch. Schon bald wird klar, warum Henry Jones das Notizbuch an seinen Sohn geschickt hat: Damit es den Nazis nicht in die Hände fällt. Die deutsche Regierung ist nämlich, wie Papa Jones selbst auch, auf der Suche nach dem Heiligen Gral, und Henry Jones' Notizbuch enthält eindeutige Hinweise auf dessen Fundort. Der Legende nach wird ewig leben, wer aus dem Trinkgefäß von Jesus Christus trinkt. Genau das Richtige für Hitlers Pläne, also muss der Gral ins Deutsche Reich.
Doch leider muss Indiana bald feststellen, dass sein Vater verschollen ist. Natürlich macht er sich sofort auf die Suche, im Schlepptau Marcus Brody, selbst ein alter Freund von Henry Jones. Die letzten Hinweise kamen aus Venedig, wo Indiana Jones auf Dr. Elsa Schneider trifft, eine schnittige deutsche Archäologin, die ebenfalls auf der Spur des Heiligen Grals ist. Trotz der Anziehung zwischen den beiden Archäologen wird spätestens auf Schloss Brunwald klar, dass sie auf verschiedenen Seiten um dieselbe Sache kämpfen. Dort muss Indiana seinen Vater nämlich aus den Klauen der Nazis befreien, bevor es weitergeht nach Berlin, um das Notizbuch von Dr. Schneider zurückzuholen. Währenddessen bereitet Marcus Brody in Alexandretta, dem heutigen Iskenderun, zusammen mit Indys altem Freund Sallah eine Expedition nach dem Gral vor.
Der dritte und für lange Zeit letzte Teil der Indiana Jones-Trilogie kam 1989 in die Kinos, volle fünf Jahre nach Indiana Jones und der Tempel des Todes - eine lange Wartezeit für Fans. Zum Dank für die Geduld lüftet Regisseur Spielberg einige Geheimnisse über die Eigenheiten des Archäologen, so zum Beispiel die Herkunft dessen panischer Angst vor Schlangen. In der Rückblende in die Jugend von Indy spielt River Phoenix den jungen Indiana Jones, was dessen (leider dann doch kurzen) Karriere einen ordentlichen Schub gab. Als Geniestreich erwies sich die Besetzung der Rolle von Henry Jones mit Sean Connery. Die Leinwandchemie zwischen ihm und seinem Filmsohn Harrison Ford sucht ihresgleichen, und Connery meistert die Rolle des zerstreuten Professors, der dennoch noch ordentlich Pfeffer im Blut hat, bravourös.
Doch den besonderen Reiz von Indiana Jones und der letzte Kreuzzug macht die sich bereits in der Hollywood langsam abzeichnende digitale Tricktechnik aus: Was mit Star Wars angefangen hatte, sollte mit diesem Film ausklingen: Die Ära der Filme, die mit massiv aufwendigen, aber analogen Tricks wie Kulissen, Matte Paintings, Maskierungen und ähnlichen Kniffen produziert wurden. Fans erinnern sich noch an den Flug mit dem Zeppelin oder den im Film gezeigten Berliner Flughafen Tempelhof. Diese unsagbar aufwendigen, analogen Tricks sollten bald ein Ende finden. Die Szene, in der einer der Bösewichte in Sekunden um Jahrhunderte altert, ist dahingegen das erste volldigitale Compositing. Erstmals wurden analog gefilmte Bilder im Computer nachbearbeitet und dann auf ein komplett neues Negativ ausbelichtet. Bisher hatte man sich darauf beschränkt, einzelne Bereiche eines mit einer Maske abgedeckten und ansonsten bereits teilbelichteten Negativs nachzubelichten, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Im Jahre 2006 schließlich schloss die speziell für Star Wars gegründete Trickfirma ILM ihre Abteilung für analoge Tricks, also das ehemalige Fundament der Firma, für alle Zeiten. Ein kleiner Abgesang auf diese Zeit mag die Szene ganz zum Anfang des Film sein, in der der junge Indiana Jones sich im Zug in einer Zauberkiste versteckt und sich so aus dem Zug auf das Gleisbett "zaubert": Die Szene ist in einer Einstellung und ohne Schnitt gedreht.
Die Indiana Jones-Filme gehören ebenso zum Filmgrundwissen wie die Star Wars-Saga. Der Genuss empfiehlt sich auch bei dieser Reihe als Trilogie im Heimkino mit Freunden. |