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Die Innere Sicherheit

(Die Innere Sicherheit, 2000)

Dt.Start: 01. Februar 2001 Premiere: 01. September 2000 (Venice Film Festival, Italien)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 106 min Land: Deutschland
Darsteller: Julia Hummer (Jeanne), Barbara Auer (Clara), Richy Müller (Hans), Bilge Bingul (Heinrich), Rogério Jacques (Dieb), Maria João (Concierge), Vasco Machado (Polizist), Noberto Paula (Schläger), Bernd Tauber (Achim), Katharina Schüttler (Paulina), Günther Maria Halmer (Klaus), Inka Löwendorf (Mädchen in der Schule), Manfred Möck (Lehrer), Marc Sönnichsen (Heinrichs Freund), Ingrit Dohse (Restaurant-Managerin)
Regie: Christian Petzold
Drehbuch: Harun Farocki, Christian Petzold


Inhalt

Jeanne, die Tochter eines Terroristenehepaares, hält es einfach nicht mehr aus, ständig auf der Flucht zu sein und den Aufenthaltsort ändern zu müssen. Heimlich stiehlt sie sich davon, klaut moderne Klamotten und verliebt sich in Heinrich. Ihre Eltern dürfen davon nichts erfahren, denn durch diese Liebe bringt sie das Leben der Familie im Untergrund in Gefahr. Aus Geldnot muss die Familie schließlich auf illegale Beschaffungsweisen zurückgreifen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die Innere Sicherheit hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 77%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Tobias Wunsch
Die Innere Sicherheit hat eine Wertung von 77%
Die Tochter eines Terroristenehepaares befindet sich mit ihren Eltern ständig auf der Flucht. Als sie sich verliebt, bringt das die Sicherheit der Familie in Gefahr. Überaus guter deutscher Film

Es gibt doch noch Filme bzw. Filmemacher, die die noch verbliebene Ehre des deutschen Films aufrechterhalten: Die Innere Sicherheit von Christian Petzold gehört auf jeden Fall dazu. Nicht umsonst wurde der Film bei den Verleihungen zum Deutschen Filmpreis 2001 als bester deutscher Spielfilm des Jahres 2001 ausgezeichnet. Zu bemerken ist, dass das Drehbuch von Petzold selbst verfasst wurde: Das Ehepaar Hans und Clara, ehemalige Terroristen, bereiten sich in Portugal auf die erlösende Flucht nach Brasilien vor. Ihre Tochter Jeanne ist 15 Jahre alt. Seit ihrer Geburt ist sie mit ihren Eltern nur auf der Flucht und hat somit nie die Privilegien einer behutsamen Kindheit erfahren dürfen. Doch der Reiz eines normalen Lebens geht auch an ihr nicht vorbei; sie trifft einen jungen Deutschen, Heinrich, und verliebt sich in ihn. Währenddessen ist alles für die Ausreise nach Brasilien besorgt, doch ein Einbruch verhindert die Flucht, da es nun schlicht und ergreifend an Geld mangelt. So machen sich die drei nach Deutschland auf, um dort über Beziehungen Geld für die Reise zu beschaffen. Die Liebe Jeannes zu Heinrich bildet einen immer höheren Unsicherheitsfaktor, zumal die deutschen Kontakte der Familie nicht das erwünschte Geld erbringen. So muss man sich anders helfen.

Es gibt sie also doch noch, die guten deutschen Filme. Und gut ist Die Innere Sicherheit wahrlich. In sehr unterkühlten Bildern zeigt Petzold das triste Dasein dieser Familie. Platz für wärmende Farben oder erlösendes Licht bietet sich für die hervorragende Kamera und den subtilen Schnitt kaum. Außer im Handlungsstrang mit Jeannes Liebe zu Heinrich, denn hier trägt Jeanne modernere Kleidung und die Kamera fängt geschickt Licht ein. Dieser Handlungsstrang macht Hoffnung, Hoffnung auf einen Ausweg, zumindest für Jeanne. Zu den Eltern vermag man kein rechtes Verhältnis aufzubauen, zu sehr stören sie Jeannes Freiheitsgedanken und zu wenig werden ihre Persönlichkeiten beleuchtet. Richy Müller und Barbara Auer spielen ihre Rollen bewusst blass. Julia Hummer gibt Jeanne eine charakterliche Tiefe, wie man es zuletzt in deutschen Filmen kaum zu sehen bekam. Man sieht ihr die verkorkste Kindheit jeden Augenblick an, ihr Gesicht spiegelt den Zwang wieder, den ihr die nie gewährte Freiheit auferlegt. Doch in ihrer Liebe zu Heinrich, die sie sich, um ihre Familie nicht zu verlieren, selbst ausredet, zeigt sich, durch Hummers glänzendes Spiel, eine Hoffnung, die sich auch auf den Zuschauer überträgt. Die Innere Sicherheit ist großartig inszeniert, glänzend gespielt, nur das Drehbuch kann nicht so recht mithalten. Die Dialoge wirken ein wenig hölzern, wie auch die ganze Story, die in ihrer Gesamtheit ein wenig unausgegoren wirkt. So schleppt sich der Film in einigen Passagen ein wenig vorwärts, wirkt dann geradezu nichtssagend. Doch das soll den überaus positiven Eindruck nicht weiter trüben, denn Die Innere Sicherheit ist einer der besten deutschen Filme, die in den vergangenen Jahren erschienen sind. Das muss zwar nichts heißen, tut es aber hier schon, denn der Film braucht keinen internationalen Vergleich mit Werken gleicher Thematik scheuen.



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