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Lola rennt

(Lola rennt, 1998)

Durchschnittliche Redaktionswertung

86%



Inhalt

Der schusselige Manni hat den Auftrag, eine Tasche voller Geld zu überbringen, vergißt diese jeodch versehentlich in der U-Bahn. Nun bleiben ihm nur 20 Minuten, um das Geld zu ersetzen, wenn er den heutigen Tag überleben will. In seiner Verzweiflung bittet er seine Freundin Lola um Hilfe, die sofort zur Tat schreitet und alle Hebel in Bewegeung setzt, um die verloren gegangene Summe zu beschaffen. Welch großen Einfluß das Schicksal auf die nun bevorstehenden Ereignisse hat, wird sich schnell zeigen.

Kritik

von Markus Müller

Wertung Kritik

86%

1998 rannte Franka Potente durch deutsche und schließlich auch internationale Kinos und schaffte damit, ebenso wie Regisseur Tom Tykwer, den großen Durchbruch. Lola rennt selbst zählt bis heute zu einem der erfolgreichsten deutschen Filme und wurde auch weit über unsere Landesgrenzen hinaus gefeiert. Tatsächlich ist Lola rennt, ein schneller, technisch interessanter und extrem kurzweiliger Streifen, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Bild aus Lola rennt Bei näherer Betrachtung gibt es erstaunlich viele deutschsprachige Regisseure, die auch, und vor allem in Hollywood tätig sind. Neben so berühmten Namen wie Roland Emmerich (The Day After Tomorrow), Werner Herzog (Rescue Dawn), Wolfgang Peterson (Troja) und natürlich Wim Wenders (Don't Come Knocking) ist es vor allem Tom Tykwer, der nach seinem Erfolg mit Lola rennt auch durch seine durchaus gelungene Verfilmung von Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders zu Berühmtheit gelangte. Lola rennt ist einer der schnellsten und kurzweiligsten Filme überhaupt. Keine Sekunde ist hier zuviel, die schnellen Schnitte sind geschickt platziert und die Erzählweise ist so stark komprimiert, wie sonst bei kaum einem anderen Film. So reichen knapp 80 Minuten, um in drei spannenden Episoden eine innovative Geschichte ohne eine einzige langweilige Sekunde zu erzählen.

Doch abgesehen von schneller Unterhaltung setzt sich Lola rennt mit der Frage von Zufall und Schicksal in Verbindung mit dem alten Bastard Zeit auseinander. Dabei trifft er jedoch weder eine Aussage im Sinne von "Die Zeit zerstört alles" wie etwa Gaspar Noé in seinem gelungenen Irreversibel, noch spinnt er die Thematik soweit wie etwa ein Butterfly Effect. Auch gibt es keine Spielereien in der Erzählstruktur im Stile von Noés Werk, das ebenso wie Memento rückwärts erzählt wird, oder eine völlig unchronologische Erzählweise wie in 21 Gramm oder Park Chan-Wooks Lady Vengeance. Bei Tykwers Film ist alles absolut leicht verständlich. Er wird in feinen, mundgerechten Häppchen serviert, die wirklich jeder ohne Völlegefühl vernaschen kann. Ein all zu tiefer Anspruch darf Lola rennt jedoch allgemein nicht unterstellt werden. Im Endeffekt wird der Grundgedanke der Zeit-, Zufall-, Schicksalsspirale ohnehin nicht großartig vertieft, was dem Film aber im Endeffekt auch gut tut.

Apropos Spirale. Die Erzählstrukturen der einzelnen Episoden sind dramaturgisch durchaus mit einer spitz zulaufenden Spirale vergleichbar. Sowohl Zeitdruck, als auch Ereignisreichtum nehmen mit zunehmender Dauer zu, die Geschwindigkeit steigt, ebenso wie der Druck, der auf Lola lastet. Ein bewehrtes Stilmittel, welches den Film als dramaturgisch rundum gelungen dastehen lässt. Besonders im Horrorgenre ist diese Erzählweise häufig zu beobachten, so zum Beispiel im spanischen Horrorgeniestreich Rec.

Besonders interessant ist bei Lola rennt die gesamte Bildmontage. Tykwer spielt geschickt mit den verschiedensten technischen Möglichkeiten. So verwendet er beispielsweise Split Screens ohne dies jedoch derart zu übertreiben wie beispielsweise The Tracey Fragments. Dazu kommen Kamerafahrten, gezeichnete Bildsequenzen, verschiedenste Schnitttechniken und so vieles mehr, was den angehenden Filmstudenten aber auch den Gelegenheitszuschauer begeistert...

Auch wenn Lola rennt ein wenig zu oberflächlich ist, um ein Meisterwerk zu sein, so ist er doch ein Film, den man irgendwann einmal gesehen haben muss. Es wäre zu schade diesen Film an sich vorbei rennen zu lassen und 80 Minuten hat man ohnehin Zeit.

Keine weitere Wertung


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