In einem sympathischen Mix aus "True Lies" und "Odd Couple" sorgt bei dieser netten Komödie vor allem ein urkomischer Michael Douglas für gute, spaßige Unterhaltung.
1979 inszenierte See no evil, hear no evil-Regisseur Arthur Hiller die Agentenkomödie Ein ungleiches Paar, in der sich sich Alan Arkin mit dem Vater seines Schwiegersohnes, einem Regierungsagenten, herumschlagen darf. Gute 24 Jahre später wird uns in Andrew Flemmings gleichnamigen Remake, die selbige Story noch einmal aufgetischt, in der sich nun Michael Douglas und Albert Brooks (Findet Nemo) gegenseitig auf die Nerven gehen.
Steve Tobias (Douglas) ist ein CIA-Agent durch und durch! Ob nun Schießereien mit Gangstern, Privatflugzeuge von prominenten Stars zu stehlen oder sich mit internationalen Waffenhändlern anzulegen: Er ist bei allem dabei! Tobias liebt seinen Beruf so sehr, dass er dabei seine Familie stark vernachlässigt: Seine Frau hat ihn schon verlassen und auch sein Sohn, dessen Heirat bald bevorsteht, könnte ein wenig mehr Fürsorge von seinem Vater gebrauchen. Bei den Hochzeitsvorbereitungen lernt dieser Marks Schwiegervater, den konservativen Fußspezialisten Jerry Peyser (Brooks) kennen. Es kommt wie es kommen muss, denn Jerry gerät zufälligerweise mitten in eine von Steves Missionen und wird kurzerhand gegen seinen Willen einfach mitgeschleppt.
Auch wenn die Geschichte nicht gerade originell, muss ich sagen, dass sie dennoch ganz witzig ist. Dass das Konzept größtenteils aufgeht, liegt unter anderem an der flockig, lockeren Umsetzung des Stoffes: Ein ungleiches Paar nimmt sich nämlich zu keinem einzigen Zeitpunkt ernst und veralbert eher das ganze Geheimagententum, so dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, der Film sei zu übertrieben. Zwar schleichen sich trotz der flotten Inszenierung ab und an (z. B. nach dem Fallschirmsprung) ein paar kleine Längen ein, doch über die kann man größtenteils hinweg sehen, da man stattdessen anderweitig unterhalten wird: Z. B. von einer sehr geglückten Musikuntermalung. Wenn KC and the Sunshine Band ihr Get down Tonight oder im Finale B. J. Thomas Raindrops fallin' from my head zum Besten gibt, dann findet man sich schon mal beim Schmunzeln bzw. bei B. J. Thomas' Song auch bei einem Lachanfall wieder.
Der Humor des Films ist sicherlich gewöhnungsbedürftig und wird mit Sicherheit nicht jedermanns Sache sein, da dieser hauptsächlich von der Überdrehtheit der Story oder von denen der beiden Hauptdarsteller lebt. Obwohl sich die wirklich guten Gags in Grenzen halten und dabei auch nicht jeder ein Brüller ist, so gelingt es, dies durch eine ordentliche Portion Charme und Sympathie zu kompensieren.
Dass Ein ungleiches Paar weitestgehend überzeugen kann liegt fast einzig und allein an dem großartigen Michael Douglas. Dieser liefert hier ein exzellentes Overacting ab, welches so herrlich überdreht und fröhlich rüberkommt, dass es unglaublichen Spaß macht, ihm bei seiner Darstellung des Steve Tobias zuzuschauen. Aber auch Albert Brooks kann als hypochondrischer Arzt überzeugen, doch muss sich dieser klar in den Schatten von Michael Douglas stellen.
Andrew Flemming schuf mit diesem Mix aus True Lies - Wahre Lügen und The Odd Couple, vor allem dank der Leistung Michael Douglas, genau den richtigen Unterhaltungsstoff für einen kurzweiligen, entspannenden und gemütlichen Kinoabend