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Brain Helgelands neuestes Werk krankt nicht nur an der zusammengeklauten Story, sondern auch an der Leistung des Hauptdarstellers, der in seiner Rolle einfach nur lächerlich wirkt.
Kirchen-Horror-Filme müssen sich eigentlich immer an einem Film messen: Der Exorzist. Jedoch scheint das Genre seinen Zenit schon längst überschritten zu haben, denn außer Der Name der Rose und Stigmata kamen keine Filme in dessen Reichweite: Ansonsten gab es meist nur langweiligen und storylosen Horrorspuk zu begutachten, in dem sich Sin Eater - Die Seele des Bösen problemlos einreihen kann.
Wer entscheidet eigentlich darüber wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt? Gott? Nein, dieser Film zeigt uns, dass ein anderes Wesen hierfür verantwortlich ist: Der Sin Eater (Sündenträger in der deutschen Fassung)! Er kann Sünden vergeben und nimmt sie in sich auf, wenn er der Meinung ist, dass diese zu verzeihen sind. Wenn nicht, werden die Seelen der Leute keine Vergebung erlangen und in die Hölle geschickt. Doch was wenn der Sin Eater keine Lust mehr auf seinen Job hat?
Die Idee ist gar nicht mal schlecht, denn wer hat sich nicht schon gefragt: Wie kommt man in den Himmel? Brain Helgelands Drehbücher waren ja bisher immer Garanten (unter anderem L.A. Confidential und Die Üblichen Verdächtigen), doch diesmal ist er ganz schön ins Fettnäpfchen getreten, da seine langweilige Geschichte neben der Grundidee unoriginell zusammengeklaut wurde. Auch in Sachen überraschendes Ende ist man von Helgeland nur enttäuscht, da jeder durchschnittliche Kinogänger schon nach einem Drittel erahnen muss wie der Plot ausgeht. Des Weiteren gelingt es ihm auch nicht, alle Löcher in der Handlung zu stopfen; es mag zwar ein Stilmittel sein, einiges unaufgeklärt zu lassen; wenn diese jedoch nur, wie in diesem Fall, der Effekthascherei dienen, kann man gut darauf verzichten.
Bei der Besetzung hat man sich auf Helgelands übliche Verdächtigen aus Ritter aus Leidenschaft beschränkt. Wie heißt es doch so schön: Never change a winning Team. Hier wäre es angebracht gewesen, denn die Darstellerleistungen stehen dem Drehbuch in Nichts nach. Heath Ledger wirkt in seiner Rolle nur lächerlich und man nimmt ihn zu keinem Zeitpunkt die Rolle des rebellischen Karolingerpriesters ab; verstärkt wird das Ganze noch, indem er einen dümmlichen Satz nach dem anderen zum Besten geben darf. Shannyn Sossamon ist nett anzusehen, darf aber auch nicht mehr, als trübselig in die Kamera schauen. Mike Addy hingegen kann einigermaßen überzeugen, aber auch hier leidet seine Leistung stark unter den Dialogen, die er von sich geben muss. Überraschenderweise ist der einzige Darsteller der gefiel, ausgerecht der Sin Eater Benno Fürmann, welcher ein überzeugendes Hollywooddebüt abliefern kann.
In Sachen Atmosphäre kann sich Sin Eater - Die Seele des Bösen wenigstens ein Paar Punkte sichern, da die düstere Untergangstimmung meist in schönen Bildern festgehalten wurde. Die Ausstattung selbst wirkt manchmal etwas billig, was ich dem Film nicht ankreiden möchte, da gerade dies gut wirkt.
Brain Helgeland ist es in unnachahmlicher Art und Weise gelungen, aus einer sehr guten Idee, einen unerträglich, zusammengeklauten Film zu machen, der so vor Fehlern und grausigen Dialogen strotzt, dass auch die düstere Atmosphäre und ein solider Benno Fürmann Sin Eater - Die Seele des Bösen nicht mehr ins Mittelmaß hieven können. |