Trotz des aberwitzigen Trailers und des Regiewechsels zu David Zucker ist der 3. Teil dieser Franchise eine herbe Enttäuschung, da fast alle guten Gags schon im Trailer zu sehen waren und der Rest nur selten witzig ist.
Im Jahre 2000 schufen die Wayansbrüder eine teilweise ganz witzige, jedoch ziemlich überflüssige Parodie auf die Teeniehorrorwelle, welche uns Ende der 90er stapelweise in die Kinos kamen. Im Folgejahr setzte das Brüderpaar noch eines drauf, indem sie im zweiten Teil größtenteils Horrorklassiker (aber auch aktuelle Filme) aufs Korn nahmen, was jedoch total misslang und nur selten komisch war. Die Vorraussetzungen für den 3. Teil waren trotz allem nicht schlecht, da mit dem Wechsel zu Regisseur David Zucker ein anderer Wind zu erwarten war und vor allem aber weil der aberwitzige Trailer einen äußerst positiven Eindruck hinterlassen hat.
Cindy Campbell, mittlerweile als Nachrichtensprecherin im TV tätig, gerät ein mysteriöses Video in die Hände. Die Legende besagt, dass jeder, der es sieht in genau sieben Tagen sterben wird. Nach Sichtung dieses Bandes muss sie erschreckend feststellen, dass es sich um mehr als nur einen Mythos handelt. Hilfe suchend wendet sie sich an ein Orakel, welches sie an einen Architekten verweist, der scheinbar die Antworten auf alle Fragen zu haben scheint. Zur gleichen Zeit auf einer abgeschieden Farm entdecken der Möchte-Gern-Rapper George und sein Bruder, der Farmer Tom Logan, mysteriöse Kornkreiszeichen in ihren Maisfeldern. Als die Regierung von diesen Symbolen Wind bekommt herrscht beim US-Präsidenten, aufgrund der Befürchtung eines Angriffes von Außerirdischen, Alarmstufe Rot.
Die Geschichte ist für eine Parodie gar nicht mal schlecht geworden: Nachdem Teil 1 noch halbwegs eine Story besaß, kam ja sein Nachfolger komplett ohne aus und war im Grunde nur eine Aneinanderreihung von Gags. Der Drehbuchautor Pat Proft (Wrongfully Accused) hat sich sichtlich Mühe gegeben eine einigermaßen vernünftige Geschichte zu Papier zu bringen: So ist vor allem die Überschneidung der beiden Handlungsstränge aus Signs - Zeichen und Ring geglückt, doch ab und an gibt es leider auch unnötige Szenen, die zwar einige bekannte Filme ganz nett verarschen, aber die Handlung kaum voran bringen.
Das große Manko von Scary Movie 3 ist eindeutig der Humor! Ok, der Film kann sehr witzig sein, aber eigentlich nur wenn man den Trailer nicht kennt: Ich habe noch nie gesehen, dass ein Trailer mit ein paar Ausnahmen (Yahzee oder The Dogs acting strange) schon jeden gelungenen Gag vorweg nimmt, was natürlich dazu führt und man nur selten mal etwas zum Schmunzeln hat. Sehr enttäuschend ist leider auch, dass David Zucker dem Scary Movie-Stil der Wayans-Brüder treu geblieben ist: Es gibt zwar nicht mehr ganz so viele Fäkalszenen, aber der Großteil der Jokes sind einfach platt und nur selten amüsant.
Einen Glücksgriff ist dem Team jedoch mit der Besetzung der Hauptrolle geglückt: Charlie Sheen ist gut aufgelegt wie zu besten Hot Shots-Zeiten und gibt sich redlich Mühe den Zuschauer zu unterhalten. Das kann man von den anderen Darstellern nicht immer behaupten. Anna Faris spielt wie schon in den ersten beiden Teilen eher mau; Leslie Nielsen feiert zwar ein ordentliches Comeback, hat aber leider auch mit vielen unnötigen Szenen zu kämpfen; das übrige Cast bedarf kaum einer Erwähnung, da es bei den vielen Auftritten der Stars nur um kleine Cameos handelt, die mal mehr (Denise Richards, Eddie Griffin) und mal weniger (Queen Latifah, Anthony Anderson) geglückt sind
Regisseur David Zucker verpasste es einen gelungenen Neuaufbau der Scary Movie-Franchise zu schaffen, da er sich viel zu sehr vom Fäkalhumor der beiden Vorgänger hat beeinflussen lassen. Zwar ist sein Werk lange nicht so schlecht wie der grottige zweite Teil, aber in allem Maße enttäuschend, da das vom Trailer erwartete Gagfeuerwerk leider ausblieb.