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In dieser spritzigen Komödie aus Schweden helfen 4 Polizisten auf dem Land dem Verbrechen auf die Beine, um ihre Arbeit zu rechtfertigen. Josef Fares schaffte es eine schöne und ruhige Action-Komödie zu machen.
Schon die Charaktere in Kops sind so lustig und markant wie der Film an sich: Da wären Lasse (Göran Ragnerstam) und Agneta (Sissela Kyle), die zwar ein Pärchen sind, sich aber auch permanent in den Haaren haben. Dann ist da noch Benny (Torkel Petersson), ein Riesenfan von amerikanischen Actionfilmen, der sich in seinen Träumen schon mal Matrix-like Kugeln fangen sieht und regelmäßig in eine Art amerikanisches Cop-Kauderwelsch verfällt. Und zu guter Letzt gibt es noch Jacob (Fares Fares), der bei mühseligen Blinddates endlich eine Freundin finden will, aufgrund seiner Eigenheiten, wie etwa dass er immer kurz mit dem Kopf die Hupe betätigen muss, wenn er aus dem Auto aussteigen will, bis jetzt dabei nicht erfolgreich war.
Diese vier Typen bilden die Polizei von Högsboträsk, irgendwo in der schwedischen Provinz. Dort geht das Leben an sich schon einen ruhigen Gang, für die Polizisten ist er aber extrem ruhig. Die Verbrechensrate liegt hier nämlich bei Null. Abgesehen von dem gelegentlichen Einfangen entlaufener Kühe verbringen die Kops ihre Tage damit, Hotdogs zu essen und über die Polizeiarbeit zu fachsimpeln. Einmal diskutieren sie zum Beispiel darüber, ob ihre Streifenwagen zum besseren Verständnis nicht Codenamen bräuchten. Nach einigem Hin und Her wird die Idee dann aber fallen gelassen: "Wir haben doch ohnehin nur zwei Autos".
Doch eines Tages kommt eine junge Frau (Eva Röse) vom Polizeihauptquartier und teilt den Beamten mit, dass ihre Dienststelle geschlossen werden soll. Ein Schock, hängen die vier doch sehr an einander und an ihrer "Arbeit". Um die Schließung zu verhindern gibt es nur eine Möglichkeit: Högsboträsk braucht ein paar Verbrechen. Doch da echte Verbrecher weit und breit nicht zu finden sind, müssen die vier Polizisten das Ganze etwas antreiben. Angefangen bei kleineren Randalierereien kommen sie schnell auf den Geschmack, jagen eine Imbissbude in die Luft und inszenieren eine Schiesserei. Doch als sie sich dann auch noch einer fiktiven Geiselnahme zuwenden, beginnt der Plan etwas außer Kontrolle zu laufen.
Kops ist immer dann am Besten, wenn er seinen typisch schwedischen Charme und Humor ausspielt. Diese Parts sind eher unspektakulär, erzeugen in ihrem Zusammenspiel aus den leicht verrückten Charakteren, der präzisen Dialoge, dem etwas drögen Schweden an sich und der gewollt ungewollten Situationskomik einen Humor, bei dem man aus dem Lachen einfach nicht mehr heraus kommt. Solche Gags findet man in keinem amerikanischen Film und es tut gut, etwas so erfrischendes zu erleben. Doch leider gibt es auch andere Szenen in denen eine profanere Komik vorherrscht. Insbesondere aber nicht nur sind dies Szenen, in denen der Film andere Filme parodiert. So erinnert der Überfall am Anfang zweifellos an eine Szene in Snatch - Schweine und Diamanten, später kommen auch noch Szenen, die Zurück in die Zukunft sowie Matrix nachstellen. Es sind aber nicht nur diese Parodien, es gibt auch im "normalen" Film immer mal wieder Szenen, die einfach übertreiben und nicht mehr lustig sind. Dazu gehört meiner Ansicht nach z.B. das ganze Ende, einen Teil, den man sich in der Form getost hätte sparen können.
Der Punkt ist, warum hat Regisseur Josef Fares diese Szenen eingebaut? Hat er seiner eigentlichen Komödie nicht zugetraut, dass sie auch alleine die Zuschauer unterhalten kann? In dem Fall hat er seinen eigenen Film kräftig unterschätzt. Oder wollte er einfach nur mit der Technik rumspielen (der Film hat laut Verleiher 40 Szenen, an denen die CGI-Spezialisten rumgewerkelt haben)? Das wäre meiner Ansicht nach ziemlich unnötig. Ich denke, dass der Filme durch diese Szenen durchaus etwas verliert. Ich möchte nicht zu sehr spekulieren, aber es beschleicht einen doch das Gefühl, dass sich Josef Fares gerne als neuer Tarantino oder Richie sehen würde, wenn man sich so anguckt, wie er einige Szenen in Kops inszeniert, wie er selbst den Film beschreibt (Ich wollte einen wirklich fiesen Action-Streifen drehen. Aber am Ende erwies er sich doch als ziemlich zahm) oder einfach nur mal einen Blick auf seine Kurzfilme wirft, wie zum Beispiel Gangstaz n Cash, in dem ein Mann einen Koffer voller Mafiageld findet. Man kann nur hoffen, dass Josef Fares sich nicht zu sehr in dieses Genre verbeißt, zumal der Markt an solchen Regisseuren gesättigt ist und seine Stärken meiner Ansicht nach woanders liegen. Ich sehe in eher in der Kategorie eines Wes Anderson (Die Royal Tenenbaums), an den ich während Kops mehr als einmal denken musste.
Insgesamt überwiegen in Kops doch die wirklich innovativen, verrückt-lustigen Szenen, sodass man den Film trotz einiger Wehrmutstropfen durchaus als gelungene, sehenswerte Komödie bezeichnen kann; vida komisk, adjö. |