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Auch wenn die Story enttäuscht ist es dem großartig aufspielendem Darstellerensemble zu verdanken, dass diese Romanverfilmung weitestgehend überzeugen kann.
Nach fünf Jahren Pause meldet sich Kramer vs. Kramer-Regisseur Robert Benton mit der Verfilmung von Philip Roths Roman Der menschliche Makel wieder zurück auf der Kinoleinwand. Da er bei der Besetzung schauspielerische Größen wie Anthony Hopkins, Nicole Kidman und Ed Harris für diverse Rollen begeistern konnte, dürfte ja eigentlich kaum etwas schief gehen.
In Folge einer falschen Bezichtung des Rassismus gegenüber eines Schüler wird Professor Coleman Silk (Hopkins) von seinem Dienst befreit. Als dann auch noch kurz darauf seine Frau das Zeitliche segnet, ist Silk mit seinem Leben vollkommen am Ende. Bedrückt sucht er den Schriftsteller Nathan Zuckerman (Sinise) auf, welcher seine Erlebnisse in einem Buch verfassen soll. Auch wenn diese zu wenig Material hergibt werden Silk und Zuckerman zu besten Freunden, so berichtet ihm Silk auch von seiner Affäre mit der jungen Putzfrau Faunia Farley (Kidman) und deren eifersüchtigen, psychotischen Ex-Mann Lester Farley (Harris).
Als Nichtkenner des Buches war es nicht immer einfach den genannten Geschehnissen zu folgen, so merkt man zwar deutlich, dass der Regisseur wohl versuchte alle Handlungselemente der Vorlage in den Film zu packen, jedoch darin gescheitert ist, da alle Nebenstorys viel zu kurz abgehandelt wurden und er für meine Verhältnisse zu wenig ins Detail gegangen ist. Aufgrund dieser kleinen Episoden versäumte man es eine gewisse Spannung aufzubauen, da nicht alle Hintergründe aufzunehmen sind und leider Einiges im Dunkeln bleibt.
Dafür kann Der menschliche Makel bei der Inszenierung punkten, da sich die Stimmung des Filmes ohne weiteres auf den Zuschauer überträgt. Diese stillen, beruhigenden, aber auch tieftraurigen Schneelandschaften wurden sehr schön in Szene gesetzt und passen gut zur Gesamtatmosphäre des Filmes, ebenso wie einige überaus gelungene Kamerafahrten.
Trotz der gelungenen Inszenierung waren es vor allem die gelungenen Darstellerleistungen, die mir diese Adaption über den Durchschnitt gehoben haben. Hauptakteur Anthony Hopkins spielt Professor Coleman Silk in so einer ruhigen, aber dafür umso mehr beeindruckenden Weise, dass man fast annehmen könnte, er selbst sei Silk. Neben ihm konnten aber Ed Harris, Gary Sinise und sogar Nicole Kidman in ebenso großartiger Manier aufspielen. Es ist wirklich selten, dass man so ein durchweg überzeugendes Darstellerensemble zu sehen bekommt.
Auch wenn die zu erzählende Geschichte aufgrund ihrer misslungenen Erzählweise nicht überzeugen kann, so sind es schon ganz alleine die vier Hauptdarsteller wert, sich eine Kinokarte für Der menschliche Makel zu besorgen, da es einfach ein Genuss ist, ihre oscarwürdigen Leistungen auf der großen Leinwand zu sehen. |