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Regisseur Klapisch ist es nicht gelungen aus dieser kulturellen Vielfalt einen ansprechenden Film zu schaffen, da weder den Darstellern noch der Inszenierung gelingt, die uninteressanten und langweiligen Geschichten der Bewohner auszugleichen.
In Frankreich war L' Auberge Espagnole - Barcelona für ein Jahr mit knapp 3 Millionen Besuchern ein Kassenschlager. Was das Publikum jedoch an diesem kulturellen Mix in einer 8-Personen-Studenten-WG fand, ist mir ein großes Rätsel.
Eine Stellensuche ist nicht immer einfach, das muss auch der französische Student Xavier feststellen. Da er für die meisten Jobs Spanisch beherrschen muss, beschließt er sein letztes Studienjahr als Austauschstudent in Barcelona zu beenden. Schnell ist auch eine WG gefunden, doch spanisch lernen ist dort nicht einfach, da jeder der acht Mitbewohner aus einem anderen Land Europas stammt. Bei den Erlebnissen in dieser WG steht das Studieren auch klar im Hintergrund, so verliebt sich Xavier in die verheiratete Anne-Sophie und auch bei den Anderen geht es alles andere als ruhig zu..
Die Idee 8 Studenten aus verschiedenen Ländern in eine WG zu stecken empfand ich als äußerst interessant, aber die Wirklichkeit sah dann leider anders aus, da neben diesem Grundeinfall, dem Publikum so gut wie nichts geboten wird. Die Story ist belanglos, es wurde einfach das typische Teeniemodell runtergespult: Es geht nur um Party und Beziehungen, was ja gar nicht so schlimm wäre, wenn es nicht so übertrieben und unrealistisch dargestellt worden wäre.
Ein weiteres Problem des Films ist es, dass einem die Charaktere ziemlich egal sind: Zwar kommen sie auf dem ersten Anschein noch ganz nett rüber, aber man durchschaut den Braten recht schnell und findet bei fast jedem Verwerfliches, so dass man mit keinem der Bewohner sympathisieren kann. Spätestens nach 45 Minuten blickt man deshalb fragend auf die Uhr, wie lange man diesen Egalos noch zusehen muss und zerfließt in einem Bad der Langeweile.
Den Darstellern an sich will ich jetzt gar nicht so viel vorwerfen, da sie hauptsächlich mit den schon angesprochenen Charakteren zu kämpfen haben. Hervorhebenswert sind aber, wenn überhaupt, eigentlich nur drei Personen: einmal natürlich der Hauptdarsteller Romain Duris, welcher sich redlich bemüht, etwas aus seiner Figur herauszuholen. Amelie Audrey Tautou ist dagegen vollkommen fehlbesetzt und darf außer ein paar mal heulend und mit Hundeaugen in die Kamera zu schauen nicht viel von ihrem Talent zeigen. Die einzige überzeugende Darbietung liefert Judith Godréche ab, welche es als Einzige gelingt, ihre Rolle glaubhaft an den Mann zu bringen.
Auch Cedric Klapischs Inszenierung ist nicht immer das Wahre, so versucht er in diversen Szenen mit Kameraspielchen ein wenig für Abwechslung zu sorgen. Jedoch wurden diese, mit wenigen Ausnahmen, in den unpassendsten Momenten eingesetzt. Dafür konnte er mit seiner Entscheidung, jeden der WG-Bewohner in der Originalsprache des Heimatlandes sprechen zu lassen und diese zu untertiteln, noch einige Punkte bei mir sammeln. Dennoch ist L' Auberge Espagnole - Barcelona für ein Jahr ein misslungener Film, was sowohl an den unsympathischen Charakteren, als auch an der Langeweile verbreitenden Story liegt. |