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Die Werbetrommel wurde kräftig gerührt und damit hing auch die Meßlatte für das Sequel zu Spider-Man verdammt hoch. Die ersten 90 Minuten wird Sam Raimi auch den Ansprüchen gerecht, doch dann schlägt ihm das Drehbuch ein Schnippchen und verwandelt das grandiose Spektakel mit gigantischen Effekten in nichts weiter als eine plumpe und schwache, nicht enden wollende, Actionromanze.
Schneller, Höher, Weiter, so könnte man meinten lautete das Motto für Sam Raimi, als er an Spider-Man 2 arbeitete. Alles sollte noch besser, noch größer und vor allem: noch spektakulärer werden! Der erste Film über den Mann, der die Fähigkeiten einer Spinne besitzt, war schon ein großer Erfolg und so wollte man im Hause Columbia Tristar noch einen draufsetzen und alles bisher dagewesene in den Schatten stellen.
Diesmal hat es Peter Parker (Tobey Maguire) mit dem bösen Doc Ock (Alfred Molina) zu tun, soweit kein Problem, wenn da nicht diese ständigen Aussetzer wären, die unseren Spider-Man seit einiger Zeit plagen. Denn Spidy ist sich nicht mehr sicher, wer oder was er eigentlich ist und wohin sein Leben ihn führen will/soll. Durch diesen inneren Konflikt setzen ab und an einfach seine Spinnekräfte aus, was beim Lianenschwingen zwischen den Wolkenkratzern oder dem Kampf mit einem Bösewicht äußert problematisch werden kann. Doch damit nicht genug, wendet sich Parkers große Liebe Mary Jane (Kirsten Dunst) auch noch ab und verlobt sich mit dem Sohn von Jameson, dem Zeitungsverleger des "Daily Bugle", für den Parker Bilder schießt.
Spider-Man 2 ist sicherlich einer der technisch ausgereiftesten Filme, die man zurzeit im Kino sehen kann. Die Computereffekte sind durchweg fantastisch anzusehen und passen sich nahtlos in die real gedrehten Szenen ein. Auch Tobey Maguire und Kirsten Dunst liefern eine tolle Leistung ab, allerdings ist die dritte größere Rolle des Doc Ock mit Alfred Molina eine klare Fehlbesetzung. Obwohl Molina ein guter Schauspieler ist, passt er einfach nicht in die Rolle des zwiegespalteten und von der Technik besessenen Doc Ock.
Die ersten 90 Minuten sind auch durchweg überzeugend und unterhaltend, doch danach haben die Drehbuchautoren den Boden unter den Füssen verloren und wollten einfach zuviel! Trotz einem guten Spannungsbogen wird die Möglichkeit eines großen Höhepunktes einfach verschenkt und man setzt mehrere Abschlüsse hintereinander. Ganz nach dem Motto: "Für jeden etwas!" Leider wäre hier weniger mehr gewesen und so verliert Spider-Man 2 in der letzten halbe Stunde mehr als 20% bei der Wertung. Sehr schade!
Für Liebhaber von Comicverfilmungen oder des ersten Teils ist der "neue" Spider-Man trotzdem zu empfehlen, allerdings sollte man die Hoffnung auf einen perfekten Film zu Hause lassen, denn trotz des fulminanten Spannungsaufbaus schafft es Spider-Man 2 nicht über die Ziellinie! |