Carl Franklin schuf einen überaus spannenden Krimi mit einem gut aufgelegten Hauptdarsteller, der jedoch seine Schwächen am eher simplen und vorhersehbaren Ende hat.
Nach seinem überaus gelungenem Regiedebüt Antwone Fisher beschränkt sich Oscargewinner Denzel Washington in seinem neuesten Film Out Of Time - Sein Gegner ist die Zeit, für den er mit 20 Millionen Dollar die höchste Gage seiner Karriere bekam, wieder rein auf die Schauspielkunst.
Der Polizeichef eines kleinen Küstennests, Matt Lee Whitlock, steht unmittelbar vor seiner Scheidung. Nebenher hat er aber auch noch ein Verhältnis mit der verheirateten Anne Merai Harrison, welche unter ihren lieblosen, eifersüchtigen Mann Chris leidet. Hinzu kommt, dass bei ihr unheilbarer Krebs diagnostiziert wird. Damit Chris nach Annes Ableben nicht an die Lebensversicherung heran kommt, stellt sie die Lebensversicherung (immerhin mit 1 Mio. $ dotiert) auf Matt aus. In der folgenden Nacht jedoch sterben Anne und Chris an einem Hausbrand und Matt hat nun alle Hände voll zu tun den Verdacht von ihm abzulenken und gleichzeitig den wahren Täter zu finden.
Der Film benötigt eine ganze Weile bis er in die Gänge kommt, da es seine Zeit braucht, bis die Verhältnisse und die Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander darzulegen, aber ab dem Hausbrand versteht es Regisseur Carl Franklin Spannung aufzubauen. Seine Inszenierung reißt einen mit, vor allem in den Szenen in denen Whitlock sich bemüht, jeden Bezug zu ihm zu vertuschen. Aber auch sonst weiß die Story zu überzeugen, denn Logiklöcher und Ungereimtheiten findet man kaum welche. Einzig der Schluss ist enttäuschend, denn nach einem so spannungsgeladenen Film hätte ich mir etwas mehr als so ein simples und leider vorhersehbares Ende erwartet.
Denzel Washington macht seine Sache wie immer gewohnt souverän und kann in seiner typischen Rolle überzeugen, obwohl es an manchen Stellen fast ein wenig zu lässig und zu souverän spielt. Eva Mendes hingegen gefiel mir in ihrer Rolle nicht so richtig, sie wirkte unpassend und konnte auch auf der schauspielerischen Ebene nur wenig bieten. Brown Sugar-Darstellerin Sanaa Lathan und Superman Dean Cain brachten, trotz ihrer wenigen Szenen, ihre Charaktere ziemlich gut rüber und konnten in ihren Parts überzeugen.
Zugegeben: Viel Neues bietet Out Of Time - Sein Gegner ist die Zeit wirklich nicht, aber Carl Franklin gelang es durch seine spannende und minimalistische Inszenierung noch Einiges herauszuholen, auch wenn das Ende enttäuschte. Man sollte sich von dem wohl schlechtesten Filmplakat des letzten Jahres nicht abschrecken lassen: Eine Kinokarte kann man ruhigen Gewissens kaufen.