|
Aufgesetzt cooles Hip-Hop Filmchen mit guter Musik und viel Tanz, aber leider mit altbewährter und fast schon nerviger Story.
Coole Beats und lässige Choreographien umschlossen von einer bewährten Story - das ist Honey. Sicherlich ein Konzept, das die Zielgruppe anspricht, ihr aber gleichzeitig eine filmische Anspruchslosigkeit unterstellt. Denn 90 Minuten Videoclip mit mehr oder weniger gutem Intermezzo bekommt man auch im guten alten Fernseher. Im Falle des Spielfilms muss man sogar noch von einem schlechten Intermezzo sprechen, da die abgedroschene Handlung eher nervt als mitreißt. Konkret geht es um die tanzfanatische und herzensgute Honey aus der New Yorker Bronx, die sich mit Jobs im Plattenladen sowie in der Disko durchschlägt und auf ihre Entdeckung wartet. Als sie endlich entdeckt wird und den großen Durchbruch schafft, vernachlässigt sie zwar einerseits ihre Freunde, setzt sich aber andererseits für die Kids aus der Nachbarschaft ein. Obendrein lehnt sie ein unmoralisches Angebot ihres Entdeckers und Chefs ab, was zur Folge hat, dass sie in der Musikbranche Geschichte ist.
Garniert wird diese klischeegeladene Handlung um die zum "Bright Angel" umfunktionierte Jessica Alba (teilweise etwas zu "bright", als es dem Film gut tut) mit ein paar unentbehrlichen wie unglücklichen Charakteren. Da wäre zum einen der aufrechte Freund (Mekhi Phifer), der im Gegensatz zur restlichen Jugend der Nachbarschaft einen ordentlichen Job hat und nicht als Gangster auf der Straße oder im Knast abhängt. Zum anderen natürlich die moralische Mutter, die ihre Tochter stets kritisiert aber letztlich doch stolz auf sie ist. Nicht zu vergessen natürlich der fiese Oberdealer, vor dessen Fängen Honey die Kids der Nachbarschaft bewahren muss. Wäre dem nicht schon genug, so versucht der Film auch noch mit Moralpredigten und Weisheiten um sich zu werfen und wirkt dabei eher tollpatschig als vermittelnd.
Der eigentliche Publikumsmagnet von Honey sind Musik und Tanz. Diesbezüglich hat der Film auch Einiges zu bieten, was angesichts der Tatsache, dass Regisseur Bille Woodruff eigentlich Musikvideos dreht, nicht sonderlich verwundert. Ein weiterer Garant für gute Musik und heiße Beats ist der ausführende Musikproduzent Rodney Jerkins, der unter anderem mit Hip-Hop und R&B Größen wie Brandy, Mary J. Blige, TLC oder Destiny's Child zusammenarbeitet. Desweiteren punktet Honey mit Gastauftritten von Missy Elliott und Ginuwine. Nichtsdestotrotz hätte man sich bei der Handlung etwas mehr anstrengen können, weshalb der Film im Großen und Ganzen eher aufgesetzt cool als wirklich cool rüberkommt. |