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Eindrucksvolle Tragikomödie, die mit einer mitfühlenden Story, der überaus witzigen Nebengeschichte und ihren beiden großartigen Schauspielern überzeugen kann. Auch gefallen Inszenierung sowie Musikuntermalung, die für einige kleine Längen und für ein paar Szenen mit dem Hang zur Übertreibung entschädigen.
Lars Büchels letzter Film, sein Kinodebüt Jetzt oder Nie: Zeit ist Geld, gehört, meiner Meinung nach, wohl mit zu den schlechtesten Filmen, die das Deutsche Kino in den letzten Jahren auf die Leinwand gebracht hat. Jedoch überrascht uns Büchel nun positiv, da seine Erbsen auf halb 6 in fast jeder Hinsicht überzeugen können.
Der erfolgreiche Theaterregisseur Jakob Magnuson verliert bei einem Autounfall das Augenlicht. In Folge dessen kommt er mit seinem Leben nicht mehr zurecht, wird depressiv und trennt sich von seiner Freundin. Auch auf Hilfe von der blinden Trainerin Lily Walter will er verzichten und möchte alleine eine Reise zu seiner todkranken Mutter nach Russland wagen, doch Lily lässt nicht nach und begleitet ihn. Zuhause versucht sich derweil Lilys Schwester Alex mit ihren ersten sexuellen Erfahrungen.
Die Geschichte hört sich nicht nur interessant an, sie ist es auch. Man fragt sich zwar manchmal, wie es denn den beiden Blinden möglich ist so viel zu erreichen und, auch wenn Einiges ein wenig übertrieben ist, die Story ist einfach wunderbar erzählt und teilweise zum Heulen schön. Die Nebenhandlung um Lilys Schwester hingegen ist zwar überaus witzig, scheint aber nur zur Verlängerung des Filmes seine Existenzberechtigung zu haben.
Inszenatorisch muss man Lars Büchel ebenfalls ein Kompliment machen: War sein Jetzt oder Nie: Zeit ist Geld noch sehr stümperhaft in Szene gesetzt, zaubert er hier wunderschöne Bilder auf die Leinwand und überzeugt mit seinem ruhigen, melancholischen Stil des Filmes. Perfekt besetzt sind die beiden Hauptdarsteller des Filmes: Hilmir Snaer Gudnason nimmt man seine Rolle als erblindeter Theaterregisseur ohne Probleme ab und auch Fritzi Haberland liefert nach Liegen lernen erneut eine sehr überzeugende Leistung ab. In einer kleinen Nebenrolle überzeugt Jungstar Alice Dwyer nach Baby erneut und man wird wohl in Zukunft noch viel von ihr hören werden.
Erbsen auf halb 6 ist eine überzeugende deutsche Tragikomödie, die vor allem von dem intensiven Spiel der beiden Hauptdarsteller lebt, aber ebenso durch eine gelungene und vor allem ruhige Inszenierung zu überzeugen weiß. Der Streifen reiht sich perfekt in das deutsche Filmhoch (Liegen lernen, Das Wunder von Bern, Good Bye, Lenin!) ein. Weiter so! |