Super-Star Nicole Kidman tummelt sich in der schwarzen Komödie mit anderen Leinwandgrüßen wie Glenn Close und Bette Midler vor der Kamera. Das Drehbuch von Paul Rudnick (In & Out) bewegt sich jedoch nicht auf derart hohem Niveau und kann trotz einiger gelungener Momente nur eingeschränkt überzeugen.
Vor knappen 30 Jahren blies Bryan Forbes mit seiner Verfilmung von Ira Levins Roman Die Frauen von Stepford frischen Wind in die Segel der beginnenden Frauenbewegung und führte den Männern mit seinem Horror-Thriller vor Augen, dass ihre Frauen nicht nur hübsche Prestigeobjekte für den Haushalt sind. Ähnliche Intentionen hegen Regisseur Frank Oz (Bowfingers grosse Nummer) und Drehbuchautor Paul Rudnick (In & Out) in ihrer Neuverfilmung von Die Frauen von Stepford. Jedoch vermitteln die Beiden ihre Botschaft in Form einer schwarzen Komödie mit starken Geschäftsfrauen und unterdurchschnittlichen Männern.
In der Hauptrolle erleben wir Nicole Kidman, die als erfolgreiche TV-Produzentin Joanna Eberhard zu sehen ist. Ihr Erfolg findet jedoch ein abruptes Ende, als ein Teilnehmer ihrer letzten Realty-Show durchdreht und um sich schießt. Sie wird von ihrem Arbeitgeber fallen gelassen und erleidet daraufhin einen Nervenzusammenbruch. Um die Vergangenheit hinter sich zu lassen, beschließt sie zusammen mit ihrem Ehemann Walter (Matthew Broderick) in das idyllische Örtchen Stepford zu ziehen. Dort angekommen, wähnen sich jedoch Beide im falschen Film. Die Frauen von Stepford sind in allen Lebenslagen top gestylt, als würden sie jeden Moment zur Wahl der "Miss World" aufbrechen. Die Männer hingegen sind unterdurchschnittliche Looser-Typen, die sich täglich im "Men's Club" treffen, um sich mit maskulinen Spielen wie Robot-Wars die Zeit zu vertreiben. Walter fühlt sich in Stepford schnell heimisch, wogegen Joanna nicht wirklich mit dem Städtchen und seinen Einwohnern warm wird.
Auch in den Nebenrollen ist Die Frauen von Stepford hervorragend besetzt. Glenn Close und Christopher Walken verkörpern das Ehepaar Claire und Mike Wellington, das in Stepford die Zügel in der Hand hält. Auch Bette Midler ist mit von der Partie und mimt die unordentliche und ungepflegte Autorin Bobbie Markowitz, die so gar nicht in das Konzept von Stepford passt. So ist es kaum verwunderlich, dass sich Bobby und Joanna anfreunden und versuchen, sich von den anderen Stepford-Grazien fern zu halten. Ein Homosexueller (Roger Bart) darf in der 2004er Version von Die Frauen von Stepford selbstverständlich nicht fehlen. Er darf für die üblichen Kalauer sorgen und mit den Frauen die neuesten Kochrezepte diskutieren, während die Männer im "Men's Club" Vollgas geben.
Das namhafte Ensemble um Zugpferd Nicole Kidman kann erwartungsgemäß überzeugen und verleiht den jeweiligen Charakteren problemlos den nötigen Schliff. Vom Drehbuch würde man sich jedoch an manchen Stellen besagten Schliff wünschen. Denn trotz eines teilweise sehr subtilen und intelligenten Humors, schafft es der Film nicht, über 90 Minuten uneingeschränkt zu überzeugen. So muss man sich durch einige Längen kämpfen und vor allem den etwas überzogen kitschigen "Showdown" ertragen. Vielleicht wäre es besser gewesen, das "Geheimnis von Stepford" etwas später im Verlauf des Films zu lüften, um so etwas mehr Spannung zu schaffen. Dem Duo Oz/Rudnick ist es folglich nicht gelungen, einen wirklich guten Film auf die Beine zu stellen. Ihr Die Frauen von Stepford präsentiert sich als durchschnittlicher Film, der vermutlich auf Grund der zahlreichen Stars etwas mehr Publikum findet, als er verdient.