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Die wahre Geschichte hinter der Legende von König Arthus wurde leider für ein jüngeres Publikum zurechtgebogen und vergrault sich durch geschnittene Actionszenen und mangelnden Tiefgang andere Zuschauerschichten. Trotzdem übt der Film einen gewissen Reiz aus und kann vor allem durch eine gelungene Optik überzeugen.
Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer (Fluch der Karibik) hat es sich zur Aufgabe gemacht, König Arthus und seine Rittern der Tafelrunde ins rechte Licht zu rücken und die wahre Geschichte hinter den Mythen und Legenden zu erzählen. Deshalb vertrieb er sich zusammen mit Drehbuchautor David Franzoni (Gladiator) und Regisseur Antoine Fuqua (Training Day) in den Bibliotheken Großbritanniens die Zeit und entdeckte eine historische Figur, die als Vorbild für die Legenden von König Arthus gedient haben könnte. Der Name dieses Mannes ist Lucius Artorius Castus. Er wirkte um ca. 500 nach Christus, also 1000 Jahre bevor, den Legenden zufolge, König Arthus auf Schloss Camelot residierte und mit dem legendären Excalibur seine Siege errang.
Die Geschichte um Lucius Artorius Castus und seine Ritter der Tafelrunde spielt am Hadrianswall, der im ersten Jahrhundert nach Christus errichtet wurde und den Norden Großbritanniens vom Rest der Insel abtrennte. Arthus, in dem sowohl britisches als auch römisches Blut fließt, kämpft dort zusammen mit seinen sarmatischen Kriegern (unter anderem Lancelot) gegen die rebellischen Pikten und deren Anführer Merlin. Die Sarmaten sind übrigens ein legendäres Reiter- und Kriegervolk aus dem heutigen Georgien, das von den Römern unterworfen wurde und sich verpflichtete für 15 Jahre mit römischen Legionen zu kämpfen. Als die Macht des römischen Imperiums schwindet und die brutalen Sachsen im Norden Britanniens einfallen, beschließen die Römer den Rückzug von der Insel. Arthus und seine Krieger werden daraufhin auf eine letzte Mission entsandt, bei der sie weit nördlich des Hadrianswalls eine römische Familie evakuieren müssen.
Für die Rolle des Arthus wurde mit Clive Owen kein großer Hollywood-Star verpflichtet, da man die Geschichte und nicht den Schauspieler in den Vordergrund stellen wollte. Dies erwies sich als durchaus kluge Entscheidung, da Clive Owen, der zuletzt in Jenseits aller Grenzen neben Angelina Jolie zu sehen war, Arthus ein charismatisches und vor allem britisches Profil verleiht. Die sarmatischen Ritter, die an der Seite von Arthus kämpfen, wurden mit unbekannten Schauspielern besetzt, die sich aber durch ihr markantes Äußeres und gute schauspielerische Leistungen ein unverkennbares Profil erarbeiten, so dass man als Zuschauer nicht Gefahr läuft, sie pauschal als Sarmaten in einen Sack zu werfen. Für die Rolle der attraktiven piktischen Kriegerin Guinevere wurde die junge britische Darstellerin Keira Knightley verpflichtet, die unter anderem in Fluch der Karibik zu sehen war.
Gemäß der Prämisse, mit den alten Mythen und Legenden aufzuräumen, schuf Regisseur Antoine Fuqua eine düstere und farblose Atmosphäre, die die Brutalität dieser Zeit sehr gut wiederspiegelt. Bei der Inszenierung der gelungenen Kampfszenen wurde, wenn möglich, auf Spezialeffekte verzichtet und eben "richtig" gekämpft. Auf Grund der Altersfreigabe, wurde dabei jedoch auf Blutgespritze und Gliederabtrennung verzichtet, was dem ein oder anderen Actionfan etwas übel aufstoßen dürfte. Einerseits bleibt dadurch viel Platz für die Phantasie des Betrachters. Andererseits ist es auf Dauer nervig, offensichtlich zurechtgeschnittenes Material zu sehen.
Dem Drehbuch von David Franzoni mangelt es ein wenig an Durchhaltevermögen, da die Handlung gegen Ende, sprich mit Beginn der Romanze (zwischen wem bleibt an dieser Stelle verschwiegen, da der Film diesbezüglich behände antäuscht), stark nachlässt und zunehmend ins Kitschige sogar teilweise Lächerliche abdriftet. Die ersten beiden Drittel des Films sind jedoch solide aber leider nicht tiefgründig und faszinieren nur durch die interessante Geschichte. Klassische Arthus-Elemente wie die Tafelrunde und Excalibur kommen zwar in King Arthur vor, werden aber nur beiläufig erwähnt und nicht thematisiert.
Jerry Bruckheimer wird es mit seinem King Arthur schwer haben die gewünschten Ergebnisse an den Kinokassen zu erzielen. Denn bei den Actionfans, die sich jenseits der FSK 12 Marke bewegen, kann man mit Schwertkampf und Action in der Light-Version keinen Blumentopf gewinnen. Gleichzeitig kommt das Publikum zu kurz, das sich etwas mehr Tiefgang im Bezug auf Handlung und Charaktere wünscht. Die einzig wirklich gelungene Komponente des Films ist die Atmosphäre und die Optik. Ein kleines Schmankerl aus deutscher Sicht ist übrigens Til Schweiger, der als Sohn des Sachsen-Anführers (ein herrlich gelangweilter und rauchiger Stellan Skarsgard) zu sehen ist und mit seinem Zwirbelbärtchen an der Kinnlade und seinem betont fiesen Blick für unfreiwillige Lacher sorgt. |